Pressemitteilung 21. August 2008

Eurofound veröffentlicht Jahresbericht über Lohnsteigerungen in der gesamten Europäischen Union

Frauen verdienen in Europa immer noch weniger als Männer

Den neuesten Daten zufolge, die von dem zu Eurofound gehörenden Europäischen Observatorium für die Entwicklung von Arbeitsbeziehungen (European Industrial Relations Observatory - EIRO) veröffentlicht wurden, verdienen Frauen in Europa im Durchschnitt fast 16 % weniger als Männer, die eine gleichwertige Arbeit verrichten. Die gute Nachricht ist, dass die geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede in den EU15-Staaten abnehmen. Die schlechte Nachricht dagegen ist, dass die Lohnbresche zwischen Männern und Frauen, die eine gleichwertige Arbeit verrichten, in den neuen EU-Mitgliedsstaaten größer ist als im EU-Durchschnitt.

Die geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede lagen im Jahr 2007 in den EU27-Staaten im Durchschnitt bei 15,9 %. Dies wird aus der jährlichen Aktualisierung zu Lohnsteigerungen, bei der sämtliche EU27-Mitgliedsstaaten und Norwegen erfasst werden, ersichtlich. Damit ist gegenüber dem für das Jahr 2006 verzeichneten Wert von 16,2 % ein Rückgang festzustellen. Seit 2001 hat sich die durchschnittliche Lohnkluft in den EU15-Staaten verringert: im Jahr 2001 lag sie bei 20,4 %, 2002 bei 19,2 %, 2003 bei 18,6 %, 2004 bei 17,4 % und im Jahr 2005 bei 18,1 %.

In den zehn neuen EU-Mitgliedsstaaten sowie in den neu hinzugekommenen Staaten Rumänien und Bulgarien (die zusammen die 12 neuen Mitgliedsstaaten -NMS12- bilden) beträgt die geschlechtsspezifische Lohnkluft im Durchschnitt 17,8% und liegt damit um 3,4 Prozentpunkte über dem EU15-Durchschnitt. In dem Lohnbericht 2006 betrug die Kluft für diese NMS 17,5% und lag damit 2,2 Punkte über dem Durchschnitt in den EU15-Ländern.

Unter den 28 Ländern, die in diesem Bericht untersucht wurden, sind die geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede in der Slowakei (26,9 %) am größten und in Slowenien (mit 6,9 %) am geringsten. Belgien, Griechenland, Irland und Italien weisen bedeutend geringere geschlechtsspezifische Lohnunterschiede auf, die bei 10 % oder darunter liegen. In Zypern, der Tschechischen Republik, Estland, Finnland, Deutschland, den Niederlanden und in Portugal ist die Lohnkluft mit 20 % oder mehr vergleichsweise größer.

Der Bericht betrachtet außerdem die kollektiv ausgehandelten Lohnsteigerungen, die im Allgemeinen in den EU27-Mitgliedsstaaten und Norwegen sowie in den Sektoren Chemie, Einzelhandel und öffentlicher Dienst vereinbart werden. Ferner nimmt sich der Bericht den aktuellen Lohntarifen und der Erhöhungen der Mindestlöhne sowie der Steigerungen bei den Durchschnittsverdiensten an.

Der komplette Bericht zur Lohnentwicklung steht unter http://www.eurofound.europa.eu/eiro/studies/tn0804019s/tn0804019s.htm
zur Verfügung.

Weitere Informationen erhalten Sie von Måns Mårtensson, Pressesprecher, unter der E-Mail-Adresse mma@eurofound.europa.eu oder per Telefon +353-1-204 3124 bzw. Mobiltelefon +353-876-593 507.

Redaktioneller Hinweis:
Die Europäische Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen (Eurofound – www.eurofound.europa.eu) ist ein dreigeteiltes EU-Gremium, dessen Aufgabe es ist, den wichtigsten Handlungsträgern der Sozialpolitik Untersuchungsergebnisse, Sachkenntnis und Rat aus vergleichender Forschung zur Verfügung zu stellen. Die Stiftung wurde durch die Verordnung EWG Nr. 1365/75 des Rates vom 26. Mai 1975 gegründet und hat ihren Sitz in Dublin (Irland).

Das Europäische Observatorium für die Entwicklung von Arbeitsbeziehungen (EIRO) ist das Beobachtungsinstrument von Eurofound und bietet Nachrichten und Analysen über die Arbeitsbeziehungen in allen 27 EU-Mitgliedsstaaten, in Norwegen und auf europäischer Ebene.

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