ARBEITSDRUCK UND ARBEITSAUTONOMIE IN DER EUROPÄISCHEN UNION

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Veröffentlicht
3 März 1998
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Autor(en): 
Dhondt, Steven

Zusammenfassung

In dieser Broschüre werden die wichtigsten Ergebnisse aus einer Reihe von statistischen Umfragen über die Arbeitsbedingungen zusammengestellt, die auf europäischer Ebene von der Europäischen Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen und aRead more
In dieser Broschüre werden die wichtigsten Ergebnisse aus einer Reihe von statistischen Umfragen über die Arbeitsbedingungen zusammengestellt, die auf europäischer Ebene von der Europäischen Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen und auf einzelstaatlicher Ebene von verschiedenen Mitgliedstaaten durchgeführt wurden. Die Ergebnisse lassen folgendes erkennen: s Die Arbeitsintensität nimmt in allen Mitgliedsstaaten zu: Überall arbeiten die Erwerbstätigen schneller und mit knapperen Fristen. s Die Arbeitsautonomie nimmt zwar ebenfalls zu, aber nicht in dem Maße, um die erhöhte Arbeitsintensität zu kompensieren. Dies bedeutet, daß mehr Erwerbstätige Arbeitssituationen mit verstärkter Belastung gegenüberstehen. s Die Beschäftigungen lassen sich in vier Kategorien gliedern: • Passive Beschäftigungen, bei denen geringer Arbeitsdruck (niedrige Arbeitsintensität) mit geringer Steuerungsmöglichkeit des Arbeitsumfeldes einhergeht (wenig Einfluß auf das Arbeitstempo und die Arbeitsorganisation). Hier handelt es sich vor allem um ungelernte Arbeiter und Arbeiterinnen. • Beschäftigungen mit geringer Belastung sind solche, in denen ein geringer Arbeitsdruck mit einer weitgehenden Kontrolle des Arbeitsumfeldes einhergeht (Einfluß auf das Arbeitstempo und die Arbeitsorganisation). In dieser Kategorie finden sich vor allem Beschäftigte im Verwaltungs- und Dienstleistungssektor. • Aktive Beschäftigungen zeichnen sich durch einen hohen Arbeitsdruck (hohe Arbeitsintensität) und eine große Kontrolle über das Arbeitsumfeld aus. Hier sind Führungskräfte und Wissenschaftler vertreten. • Beschäftigungen mit großer Belastung sind schließlich solche, die hohen Arbeitsdruck bei geringen Kontrollmöglichkeiten aufweisen. Diese Kategorie betrifft vor allem Facharbeiter. s Beschäftigungen mit großer Belastung, in denen beruflicher Streß am ehesten auftritt, finden sich vorwiegend: • unter Facharbeitern; • im Verkehrsgewerbe, im Hotel- und Gaststättengewerbe und in der metallverarbeitenden Industrie; • unter jungen Erwerbstätigen; • gleichmäßig unter männlichen und weiblichen Beschäftigten (1991 war der Anteil der männlichen Erwerbstätigen in Beschäftigungen mit großer Belastung höher als derjenige der weiblichen). s Beschäftigungen mit großer Belastung, also solche mit hohem Arbeitsdruck und geringer Autonomie, führen zu einem höheren Anteil an gesundheitlichen Beschwerden bei den Erwerbstätigen (Streß, Erschöpfung). Insgesamt berichteten 28 % der Beschäftigten über Streßsymptome und 20 % über Erschöpfung. s Die vorgenannten Beschäftigungsprofile bekräftigen in großem Maße den Fortbestand einer tayloristischen Arbeitsteilung in Europa. EUROPÄISCHE STIFTUNG zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen Arbeitsdruck und Arbeitsautonomie sind zwei wichtige inhaltliche Dimensionen der Arbeit. Die Beschäftigten unterliegen zwei Arten von Arbeitsdruck. Die


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    ef9743
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    ARBEITSDRUCK UND ARBEITSAUTONOMIE IN DER EUROPÄISCHEN UNION

    Autor(en): 
    Dhondt, Steven

    In dieser Broschüre werden die wichtigsten Ergebnisse aus einer Reihe von statistischen Umfragen über die Arbeitsbedingungen zusammengestellt, die auf europäischer Ebene von der Europäischen Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen und auf einzelstaatlicher Ebene von verschiedenen Mitgliedstaaten durchgeführt wurden. Die Ergebnisse lassen folgendes erkennen: s Die Arbeitsintensität nimmt in allen Mitgliedsstaaten zu: Überall arbeiten die Erwerbstätigen schneller und mit knapperen Fristen. s Die Arbeitsautonomie nimmt zwar ebenfalls zu, aber nicht in dem Maße, um die erhöhte Arbeitsintensität zu kompensieren. Dies bedeutet, daß mehr Erwerbstätige Arbeitssituationen mit verstärkter Belastung gegenüberstehen. s Die Beschäftigungen lassen sich in vier Kategorien gliedern: • Passive Beschäftigungen, bei denen geringer Arbeitsdruck (niedrige Arbeitsintensität) mit geringer Steuerungsmöglichkeit des Arbeitsumfeldes einhergeht (wenig Einfluß auf das Arbeitstempo und die Arbeitsorganisation). Hier handelt es sich vor allem um ungelernte Arbeiter und Arbeiterinnen. • Beschäftigungen mit geringer Belastung sind solche, in denen ein geringer Arbeitsdruck mit einer weitgehenden Kontrolle des Arbeitsumfeldes einhergeht (Einfluß auf das Arbeitstempo und die Arbeitsorganisation). In dieser Kategorie finden sich vor allem Beschäftigte im Verwaltungs- und Dienstleistungssektor. • Aktive Beschäftigungen zeichnen sich durch einen hohen Arbeitsdruck (hohe Arbeitsintensität) und eine große Kontrolle über das Arbeitsumfeld aus. Hier sind Führungskräfte und Wissenschaftler vertreten. • Beschäftigungen mit großer Belastung sind schließlich solche, die hohen Arbeitsdruck bei geringen Kontrollmöglichkeiten aufweisen. Diese Kategorie betrifft vor allem Facharbeiter. s Beschäftigungen mit großer Belastung, in denen beruflicher Streß am ehesten auftritt, finden sich vorwiegend: • unter Facharbeitern; • im Verkehrsgewerbe, im Hotel- und Gaststättengewerbe und in der metallverarbeitenden Industrie; • unter jungen Erwerbstätigen; • gleichmäßig unter männlichen und weiblichen Beschäftigten (1991 war der Anteil der männlichen Erwerbstätigen in Beschäftigungen mit großer Belastung höher als derjenige der weiblichen). s Beschäftigungen mit großer Belastung, also solche mit hohem Arbeitsdruck und geringer Autonomie, führen zu einem höheren Anteil an gesundheitlichen Beschwerden bei den Erwerbstätigen (Streß, Erschöpfung). Insgesamt berichteten 28 % der Beschäftigten über Streßsymptome und 20 % über Erschöpfung. s Die vorgenannten Beschäftigungsprofile bekräftigen in großem Maße den Fortbestand einer tayloristischen Arbeitsteilung in Europa. EUROPÄISCHE STIFTUNG zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen Arbeitsdruck und Arbeitsautonomie sind zwei wichtige inhaltliche Dimensionen der Arbeit. Die Beschäftigten unterliegen zwei Arten von Arbeitsdruck. Die

    Formate

Part of the series

  • European Working Conditions Survey 1996

    Eurofound’s European Working Conditions Survey (EWCS) paints a wide-ranging picture of Europe at work across countries, occupations, sectors and age groups. This series consists of findings from the EWCS 1996, the second edition of the survey. The survey was first carried out in 1990.

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