Industrial relations and social dialogue

Kollektive Arbeitskämpfe in der EU

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7 Februar 2022
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Wichtigste Erkenntnisse

  • Über ein Drittel der Streitfälle in der EU sind auf Tarifverhandlungen zurückzuführen, ein weiteres Viertel auf Beschwerden über die Unternehmenspolitik und weitere 18 % auf Beschwerden über die öffentliche Politik.
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  • Über ein Drittel der Streitfälle in der EU sind auf Tarifverhandlungen zurückzuführen, ein weiteres Viertel auf Beschwerden über die Unternehmenspolitik und weitere 18 % auf Beschwerden über die öffentliche Politik.
  • Auf Probleme mit dem Arbeitsentgelt entfielen über 40 % der Streitfälle, auf Beschäftigungsprobleme 20 %, auf andere Aspekte der Arbeitsbedingungen 16 % und auf Proteste 13 %. Mehr als 80 % der Streitfälle betrafen Interessensfragen.
  • Die vorhandenen Daten über Arbeitskampfmaßnahmen in Europa sind unvollständig. Es ist eine systematische Erfassung erforderlich, um eine Grundlage für eine vergleichende Analyse auf der Basis klarer, auf internationaler Ebene vereinbarter Definitionen zu schaffen, sodass diese erfassten Daten mit anderen Daten zusammengeführt werden können, um die Berechnung der wirtschaftlichen Kosten von Streitigkeiten sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer zu ermöglichen.
  • Die Konflikte in der EU lassen sich in fünf Hauptgruppen einteilen, die nach der folgenden Typologie verwendet werden: nationale Interessenkonflikte und Rechte; erweiterte Interessenkonflikte im Zusammenhang mit Tarifverträgen (Löhnen und Gehältern); örtlich begrenzte Interessenkonflikte im Zusammenhang mit Beschäftigungsproblemen, Arbeitszeiten und Umstrukturierungen mit kurzen Arbeitsunterbrechungen; örtlich begrenzte Konflikte im Zusammenhang mit Arbeitnehmerrechten und Beschwerden über die Unternehmenspolitik; Konflikte im Zusammenhang mit öffentlichen Maßnahmen.
  • Die Verteilung dieser Hauptgruppen auf die einzelnen Länder folgte keinem der Muster, die man auf der Grundlage von fünf der in der Literatur vorhandenen Typologien erwarten könnte: Typologien auf der Grundlage nationaler Unterschiede in Bezug auf Kapitalismusformen, Gewerkschaftsdichte, Streikintensität, Formen der industriellen Demokratie und Tarifverhandlungen.
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Zusammenfassung

In den vergangenen Jahren war über alle EU-Mitgliedstaaten hinweg – von einigen statistischen Ausreißern abgesehen – ein Rückgang der Arbeitskampfaktivität zu beobachten. Dieser Trend hat sich während der COVID-19-Pandemie fortgesetzt, wobei die am signifikantesten Konflikte, wenig überraschend, Read more

In den vergangenen Jahren war über alle EU-Mitgliedstaaten hinweg – von einigen statistischen Ausreißern abgesehen – ein Rückgang der Arbeitskampfaktivität zu beobachten. Dieser Trend hat sich während der COVID-19-Pandemie fortgesetzt, wobei die am signifikantesten Konflikte, wenig überraschend, das Gesundheitswesen und die sozialen Einrichtungen, das Bildungswesen sowie die Bereiche Transport und Logistik betrafen. Dieser Bericht enthält eine Analyse der im Zeitraum 2018/2019 von Eurofound im Rahmen des Aufbaus der Pilotdatenbank „Industrial Action Monitor“ (IAM) erhobenen Daten. Mittels Clusteranalyse wurden die Arbeitskämpfe in Europa fünf Kategorien zugeordnet: nationale Arbeitskämpfe zur Durchsetzung von Interessen und Rechten, teils im Zusammenhang mit verschiedenen Beschäftigungsformen; erweiterte Arbeitskämpfe betreffend Tarifkonflikte; örtlich begrenzte Konflikte betreffend Beschäftigungsverhältnisse, Arbeitszeiten und Restrukturierungsmaßnahmen, mit kurzen Arbeitsniederlegungen; örtlich begrenzte Konflikte betreffend Arbeitnehmerrechte und Beschwerden gegen die Unternehmenspolitik und Proteste gegen die Regierungspolitik.

Thematisch ging es bei über 40 % der Konflikte um eine höhere Bezahlung, bei 20 % um Probleme rund um das Beschäftigungsverhältnis, bei 16 % um andere, die Arbeitsbedingungen betreffende Probleme und bei 13 % um sonstige Proteste. Angesichts des Fehlens vollständiger Daten zu Arbeitskämpfen in Europa wird durch die Analyse deutlich, dass künftig unbedingt systematisch empirische Nachweise erhoben werden sollten, um über eine solide Grundlage für eine vergleichende Analyse zu verfügen.

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Formate

  • Bericht

    Anzahl Seiten: 
    72
    Referenznr.: 
    EF21026
    ISBN: 
    978-92-897-2241-4
    Katalognr.: 
    TJ-05-21-371-EN-N
    DOI: 
    10.2806/060345
    Catalogue info

    Kollektive Arbeitskämpfe in der EU

    Formate

    Zitieren Sie diese Veröffentlichung: 

    Eurofound (2022), Collective labour disputes in the EU, Publications Office of the European Union, Luxembourg.

  • Executive summary

    Referenznr.: 
    EF21026EN1
    Catalogue info

    Kollektive Arbeitskämpfe in der EU

    Autor(en): 
    Eurofound

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  • Tables and graphs

    The report contains the following lists of tables and figures

    List of tables

    Table 1: Information captured for each record type
    Table 2: Types of events recorded
    Table 3: Continuous variables in the clusters: mean values   
    Table 4: Categorical variables: distribution of indicator categories within clusters (percentages in columns)
    Table 5: Categorical variables: distribution of indicator categories between clusters (percentages in rows)


    Table A1: Overview of parameters covered and gaps in national statistics on industrial action and collective labour disputes
    Table A2: Number of realised industrial action events by country and sector from the IAM database, EU27 and UK
    Table A3: Number of strikes and lockouts by country and sector from the ILO data for the latest year available, EU27 and UK
    Table A4: Number of workers involved in realised industrial action events by country and sector from the IAM database (in thousands), EU27 and UK
    Table A5: Number of workers involved in strikes and lockouts by country and sector from the ILO data for the latest year available (thousands)
    Table A6: Number of days not worked as a result of realised industrial action events by country and sector from the IAM database (in thousands), EU27 and UK
    Table A7: Number of days not worked as a result of strikes and lockouts by country and sector from the ILO data for the latest year available (in thousands), EU27 and UK
    Table A8: Correlations of transformed variables from the second categorical principal components analysis model
    Table A9: Amount of indicator variance accounted for in the four-dimensional solution from the second categorical principal components analysis model
    Table A10: Cluster breakdown by country: distribution of disputes across clusters, EU27 and UK
    Table A11: Cluster breakdown by country: distribution of disputes within clusters, EU27 and UK
    Table A12: Cluster breakdown by sector: distribution of disputes across clusters
    Table A13: Cluster breakdown by sector: distribution of disputes within clusters
    Table A14: A representation of five typologies across countries showing (the lack of) relationships, EU27 and UK

    List of figures

    Figure 1: Eurofound’s concept of a labour dispute
    Figure 2: Context of disputes in the IAM database
    Figure 3: Main issue of disputes in the IAM database
    Figure 4: Matters of rights or interest for disputes in the IAM database
    Figure 5: Context of disputes in the data to be analysed
    Figure 6: Main issue of disputes in the data to be analysed
    Figure 7: Matters of rights or interest for disputes in the data to be analysed
    Figure 8: Context in which the labour disputes emerged, by sector (number)
    Figure 9: Context in which the labour disputes emerged, by country (%), EU27 and UK
    Figure 10: Detailed breakdown of main dispute issues (number)
    Figure 11: Labour disputes in non-standard forms of employment, by sector (number)
    Figure 12: Correspondence plot for clusters and countries, EU27 and UK
    Figure 13: Correspondence plot for clusters and sectors
    Figure 14: Dispute resolution by cluster (%)
    Figure 15: Dispute resolution involving a collective agreement by cluster (%)
    Figure 16: Typology of labour disputes by cluster and varieties of capitalism


    Figure A1: Dendrogram from the application of Ward’s method of clustering
    Figure A2: Relating Eurofound’s typology of labour disputes to the union density typology, EU27 and UK
    Figure A3: Relating Eurofound’s typology of labour disputes to the intensity of strike activity typology, EU27 and UK
    Figure A4: Relating Eurofound’s typology of labour disputes to the industrial democracy typology, EU27 and UK
    Figure A5: Relating Eurofound’s typology of labour disputes to the collective bargaining typology, EU27 and UK

Forschungsarbeiten, die vor dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union am 31. Januar 2020 durchgeführt und anschließend veröffentlicht wurden, können Angaben zu den 28 EU-Mitgliedstaaten enthalten. Nach diesem Datum werden nur noch die 27 EU-Mitgliedstaaten (EU-28 ohne das Vereinigte Königreich) in den Forschungsarbeiten berücksichtigt, sofern nichts anderes angegeben ist.

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