Europäische Unternehmenserhebung (ECS) 2009 – Methodik

Die ECS 2009 ist nach der in den Jahren 2004/2005 in 21 EU-Ländern durchgeführten European Survey on Working-Time and Work-Life Balance (ESWT, Erhebung über die Arbeitszeit und Vereinbarkeit von Arbeits- und Privatleben in europäischen Betrieben) die zweite große von Eurofound durchgeführte Betriebserhebung.

Zielsetzungen

Die Erhebung verfolgt folgende Zielsetzungen:

  • Abbildung, Bewertung und Quantifizierung von Informationen zu Unternehmenspolitiken und -praktiken in Europa auf harmonisierter Ebene;
  • Analyse der Zusammenhänge zwischen den Praktiken eines Unternehmens und ihren Auswirkungen sowie Analyse der Praktiken aus der Perspektive der betrieblichen Strukturen, mit besonderer Berücksichtigung des sozialen Dialogs;
  • Beobachtung von Trends;
  • Beitrag zur Strategie von Lissabon im Zusammenhang mit den Unternehmenspolitiken und -praktiken und ihren Auswirkungen auf die Qualität der Arbeitsplätze sowie der Entwicklung des sozialen Dialogs in Unternehmen. Die Erhebung sollte die Entwicklung einheitlicher Indikatoren zu diesen Themen für ein europäisches Zielpublikum ermöglichen.

Design und Methodik

Die ECS 2009 wurde in 30 Ländern durchgeführt: den 27 EU-Mitgliedstaaten sowie Kroatien, der Türkei und der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien. TNS Infratest Sozialforschung, ein in München ansässiges Institut, war in Zusammenarbeit mit einer Gruppe von Sachverständigen und den nationalen Instituten für die Durchführung der Erhebung verantwortlich.

Die Erhebung wurde in Form computergestützter Telefoninterviews (Computer Assisted Telephone Interviewing – CATI) durchgeführt. Die zu befragenden Unternehmen wurden in den einzelnen Ländern zufällig unter den Betrieben mit zehn und mehr Beschäftigen ausgewählt.

In jedem Unternehmen wurden ein Vertreter der Geschäftsleitung und nach Möglichkeit ein Arbeitnehmervertreter befragt. Die Befragung dauerte im Durchschnitt 20 Minuten im Falle der Vertreter der Geschäftsleitung und 15 Minuten im Falle der Arbeitnehmervertreter. Die Fragebogen sind frei zugänglich.

Landwirtschaft und Fischerei, private Haushalte und extraterritoriale Organisationen waren nicht Gegenstand der Erhebung. Die Öffentliche Verwaltung wurde durch die Stichprobe abgedeckt.

Ende 2009 wurde ein kürzeres Zusatzmodul zur Erhebung durchgeführt, um ergänzende Informationen über die finanzielle Situation der befragten Unternehmen des privaten Sektors zu gewinnen. Dabei wurden Betriebe in fünf Ländern – Finnland, Deutschland, Polen, Spanien und Vereinigtes Königreich – befragt, die stellvertretend für verschiedene „Wohlfahrtssysteme“ stehen.

Qualitätssicherung

Seit vielen Jahren trägt Eurofound umfassende Fachkenntnisse in der Durchführung von Erhebungen zusammen und entwickelt bewährte Verfahren für die Qualitätssicherung. Der Qualitätssicherungsrahmen für die ECS 2009 besteht aus vier Hauptsäulen:

  • Planung: systematische Planung und Abbildung des gesamten Forschungsprozesses;
  • Konsultation: Konsultation von Sachverständigen, Interessenträgern und Nutzern der Erhebung hinsichtlich der Entwicklung des Fragebogens, wichtiger Erhebungsbegriffe und der methodischen Strategie;
  • Transparenz: Der gesamte Forschungsprozess wird sowohl innerhalb als auch außerhalb der Einrichtung transparent sein.
  • Dokumentation: Es werden alle einzelnen Schritte, Entscheidungen oder Vorkommnisse im Laufe des Projekts erfasst; dabei wird sichergestellt, dass jeder Schritt ohne weiteres zurückverfolgt werden kann.

Um die Qualität der Erhebung zu gewährleisten, galt es im Einklang mit den Eurofound-Praktiken als unverzichtbar, von Beginn an Sachverständige und Nutzer der Erhebung einzubeziehen, z. B. die Interessenträger von Eurofound, die durch die Mitglieder des Verwaltungsrats im dreiseitigen Beratenden Ausschuss für die ECS 2009 vertreten sind.

In dem Bericht Quality Assessment of the 2nd European Company Survey (Qualitätsbewertung der Zweiten Europäischen Unternehmenserhebung) wird die Qualität sämtlicher Phasen der Erhebung, vom Erhebungsplan bis hin zur abschließenden Verbreitung der Daten, bewertet.

Für weitere Informationen steht Ihnen Camilla Galli da Bino, Tel. 00 353 1 2043125, E-Mail: gdb@eurofound.europa.eu, gerne zur Verfügung.