Europäische Erhebung zur Lebensqualität 2016

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Europäische Erhebung zur Lebensqualität 2016

Schauen Sie sich die wichtigsten Erkenntnisse und Gesamtergebnisse der Europäischen Erhebung zur Lebensqualität 2016 in einer interaktiven Präsentation an.

Mit der Europäischen Erhebung zur Lebensqualität (EQLS) von Eurofound werden die Lebensbedingungen und die soziale Situation der Menschen dokumentiert und Fragen untersucht, die für das Leben der EU-Bürger wichtig sind. Im Zeitraum September 2016 bis März 2017 führte Eurofound die vierte Erhebung im Rahmen dieser Reihe durch (die erste Erhebung fand 2003 statt). Bei der EQLS 2016 wurden fast 37 000 Menschen in 33 Ländern befragt - die 28 EU-Mitgliedstaaten und 5 Kandidatenländer (Albanien, die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Montenegro, Serbien und die Türkei). Die Ergebnisse liefern ausführliche Informationen zu einem breiten Themenspektrum in den folgenden drei Schwerpunktbereichen:

  • Lebensqualität : subjektives Wohlbefinden, Optimismus, Gesundheit, Lebensstandard und Aspekte der Deprivation, Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben
  • Qualität der Gesellschaft : soziale Unsicherheit, Wahrnehmung von sozialer Ausgrenzung und sozialen Spannungen, Vertrauen in Menschen und Institutionen, Teilhabe und gesellschaftliches Engagement und Beteiligung an Ausbildung/lebenslangem Lernen
  • Qualität öffentlicher Dienstleistungen: Gesundheitsversorgung, Langzeitpflege, Kinderbetreuung und andere öffentliche Dienstleistungen

Wichtigste Erkenntnisse

Data visualisation

Sie können EU- und Länderdaten zur Lebensqualität, zur Qualität der Gesellschaft und zur Qualität öffentlicher Dienstleistungen in unserem interaktiven Datenexplorer visualisieren, untersuchen und vergleichen.

Die Ergebnisse der im Jahr 2016 durchgeführten EQLS zeigen, dass in den drei zentralen Bereichen Lebensqualität, Qualität der Gesellschaft und Qualität öffentlicher Dienstleistungen insgesamt Fortschritte erzielt wurden, wenn auch nicht in allen Ländern und nicht für alle gesellschaftlichen Gruppen.

Es wurden allgemeine Fortschritte bei der Lebensqualität erzielt – teilweise wieder auf Vorkrisenniveau. So ist beispielsweise der Optimismus seit der letzten Erhebung gestiegen, die Zufriedenheit mit dem Lebensstandard hat zugenommen, und die Werte für Lebenszufriedenheit und Glück sind stabil geblieben. Die Zufriedenheit mit dem Lebensstandard hat sich in den Mitgliedstaaten angenähert, die subjektive Qualität der Gesundheit hat sich insgesamt verbessert, und materielle Härten haben abgenommen (mehr Menschen gelingt es, über die Runden zu kommen). Allerdings hat sich die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben verschlechtert, und in zwei Drittel der Länder wurden ernste Bedenken hinsichtlich ungenügender Einkommen im Alter laut.

Die Ergebnisse weisen auf eine allgemeine Verbesserung der Indikatoren für die Qualität der Gesellschaft seit 2011 hin. Das Vertrauen in nationale Institutionen hat sich verbessert, das Engagement für und die Beteiligung an gesellschaftlichen Organisationen nehmen zu, das Vertrauen in Menschen unter den 18- bis 24-Jährigen steigt, das Gefühl der sozialen Ausgrenzung nimmt ab, und die empfundenen Spannungen zwischen Arm und Reich, Führungskräften und Arbeitnehmern, Jung und Alt, Männern und Frauen haben abgenommen. Allerdings sind die wahrgenommenen Spannungen zwischen religiösen und ethnischen Gruppen sowie in geringerem Maße aufgrund der sexuellen Ausrichtung leicht gestiegen.

Die Daten machen aber auch deutlich, dass sich die Beurteilungen der Qualität öffentlicher Dienstleistungen seit der letzten Erhebungsrunde insgesamt verbessert haben. Die Zufriedenheit mit mehreren zentralen öffentlichen Dienstleistungen, wie beispielsweise der Gesundheitsversorgung und dem öffentlichen Verkehrswesen, ist gestiegen. Die Kinderbetreuung hat sich in mehreren Ländern, für die in diesem Bereich bislang schlechte Werte verzeichnet wurden, verbessert. Der Zugang zu Recyclingeinrichtungen ist in einer Reihe von Ländern ein neues Thema, während der Zugang zu Banken in ländlichen Gegenden in manchen Ländern ein Problem darstellt. Allerdings sind hinsichtlich der Qualität öffentlicher Dienstleistungen nach wie vor erhebliche Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten festzustellen.

Hintergrund

Bei dieser alle vier bis fünf Jahre durchgeführten einzigartigen gesamteuropäischen Erhebung werden sowohl die objektiven Lebensumstände der Bürger als auch die Frage beleuchtet, wie sie diese Umstände und ihr Leben generell empfinden, um eine reichhaltige Quelle für Daten über die Lebensqualität der Menschen in Europa zu erstellen. Bei der Erhebung werden Daten zu Themen vorgestellt, die von den allgemeinen Statistiken nicht abgedeckt werden, wie zum Beispiel die wahrgenommene Qualität der Gesellschaft, das Vertrauen in Institutionen und gesellschaftliche Spannungen. Dabei wird ein ganzes Spektrum von Themen beleuchtet, etwa Wohnung, Deprivation, Familie, Gesundheit und Wohlbefinden. Untersucht werden aber auch subjektive Themen, etwa das Glücksempfinden der Menschen oder die Frage, wie zufrieden sie mit ihrem Leben und ihrer gesellschaftlichen Teilhabe sind.

  • EQLS 2003 : Erstreckte sich auf 28 Länder, die Union der 25 und die 3 Kandidatenländer Bulgarien, Rumänien und die Türkei
  • EQLS 2007 : Erstreckte sich auf 31 Länder, die Union der 27 und die Kandidatenländer Kroatien, die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien und die Türkei
  • EQLS 2011 : Erstreckte sich auf 34 Länder, die Union der 27 und 7 Kandidaten- oder Heranführungsländer: Kroatien, ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Island, Kosovo, Montenegro, Serbien und Türkei
  • Neue EQLS 2016 : Erstreckte sich auf 33 Länder, die Union der 28 und die 5 Kandidatenländer Albanien, die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Montenegro, Serbien und die Türkei.

Methodik

Die EQLS ist eine Erhebung, die bei Erwachsenen (18+), die in Privathaushalten leben, auf der Grundlage einer statistischen Stichprobe durchgeführt wird und sich auf einen Querschnitt der Gesellschaft erstreckt. Je nach Größe des Landes und nationalen Modalitäten reichte die Stichprobe 2016 von 1 000 bis 2 000 Personen pro Land.

Die Erhebungspartner von Eurofound, Kantar Public, führten bei den Menschen zu Hause persönliche Interviews mithilfe computergestützter Direktinterviews (CAPI) zu einer umfassenden Liste von Fragen zur Lebensqualität durch. (Alle erfassten Informationen wurden streng vertraulich behandelt, und die Anonymität jedes Befragten war garantiert.) Der Fragebogen der EQLS 2016 bezog sich schwerpunktmäßig auf öffentliche Dienstleistungen: Gesundheitsversorgung, Langzeitpflege, Kinderbetreuung und Schulen, wobei verschiedene Aspekte von Qualität gemessen wurden, etwa ein fairer Zugang, Einrichtungen, Personal und Informationen, die den Bürgern zur Verfügung stehen. Ausführliche Informationen über die Erhebungsmethodik sind online verfügbar.

Weitere Informationen

  • In Kürze: Veröffentlichung der Europäischen Erhebung zur Lebensqualität 2016: Überblicksbericht
  • Februar 2018: Debatte zur Europäischen Erhebung zur Lebensqualität in Brüssel
  • Die Mikrodaten der vierten EQLS liegen im März 2018 vor.

Die Sekundäranalysen zu den Erhebungsdaten von Eurofound umfassen folgende Themen:

  • Vertrauen in Institutionen in Europa im 21. Jahrhundert
  • Sozialer Zusammenhalt und Wohlbefinden in Europa
  • Generationsunterschiede
  • Qualität öffentlicher Dienstleistungen.

Für weitere Informationen über die Europäische Erhebung zur Lebensqualität setzen Sie sich bitte mit Tadas Leončikas in Verbindung.

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