Gewerkschaftsmitgliederzahlen im Zeitraum 1993 bis 2003

Dieser Bericht untersucht Entwicklungen der Gewerkschaftsmitgliederzahlen in 23 EU-Mitgliedstaaten, zwei Kandidatenländern und Norwegen im Zeitraum 1993 bis 2003. Er betrachtet die Zahl der Gewerkschaftsmitglieder, die relative Größe der wichtigsten Organisationen und den Mitgliederanteil nach Geschlecht sowie die Probleme bei der Beurteilung des gewerkschaftlichen Organisationsgrads.

Die Mitgliedschaft von Gewerkschaften - sowohl in absoluten Zahlen als auch als anteiliger Wert in Bezug auf die potenzielle Mitgliederbasis unter den Arbeitnehmern - ist sowohl in der Praxis als auch in der Forschung über Arbeitsbeziehungen seit jeher von großem Interesse. Die Größe und der Repräsentationsgrad von Gewerkschaften wie auch die relativen Mitgliederzahlen verschiedener Gewerkschaftsorganisationen sind wichtige Faktoren bei den nationalen Arbeitsbeziehungen.

Die Mitgliederzahlen von Sozialpartnerorganisationen (Arbeitgeberorganisationen und Gewerkschaften, siehe TN0311101S) stellen wohl einen der schwierigsten und umstrittensten Bereiche der Arbeitsbeziehungsdaten dar - trotz des ihnen entgegengebrachten Interesses. In Anbetracht der Bedeutung ihrer Mitgliederzahlen für viele Aspekte der Beziehungen mit Arbeitgebern und öffentlichen Institutionen sowie für die Behandlung im Vergleich mit anderen Gewerkschaften sind die Gewerkschaften in einigen Fällen bei der Offenlegung ihrer Mitgliederzahlen sehr zurückhaltend. Dieser Bereich zeichnet sich zudem durch methodische und konzeptionelle Probleme aus: beispielsweise die Frage, wie Gewerkschaften und die Gewerkschaftsmitgliedschaft definiert sind, wie die Daten erhoben werden usw. Diese Probleme erschweren eine Untersuchung von nationalen Gewerkschaftsmitgliederzahlen, und bei internationalen Vergleichsuntersuchungen werden diese Probleme noch vergrößert.

Ziel dieses Überblicks ist es, Daten zu den Gewerkschaftsmitgliederzahlen im Verlauf der letzten zehn Jahre in 23 EU-Mitgliedstaaten (ohne die Tschechische Republik und Litauen), zwei Kandidatenländern (Bulgarien und Rumänien) sowie Norwegen zur Verfügung zu stellen; dabei werden, soweit möglich, die Jahre 1993, 1998 und 2003 betrachtet. Die Mitgliederzahlen stammen aus nationalen Quellen - üblicherweise von den Gewerkschaften selbst - und aus Berichten der jeweiligen nationalen Zentren des Europäischen Observatoriums für die Entwicklung der Arbeitsbeziehungen (EIRO). Dabei wurden keinerlei Maßnahmen unternommen, die Art der Berechnung dieser nationalen Daten zu untersuchen, ihre Richtigkeit zu überprüfen oder sie zu vereinheitlichen - diese wichtige Einschränkung ist bei der Lektüre der hier zusammengestellten Informationen zu berücksichtigen.

Auf die Betrachtung der absoluten Mitgliederzahlen und ihrer Entwicklung im Zeitraum von 1993 bis 2003 folgt eine Untersuchung einiger Aspekte der schwierigen Frage nach dem gewerkschaftlichen Organisationsgrad. Wie im Folgenden noch weiter ausgeführt wird, soll diese Untersuchung keine konkreten Statistikdaten über den gewerkschaftlichen Organisationsgrad zur Verfügung stellen, sondern sich vielmehr in erster Linie auf einige Berechnungsprobleme konzentrieren.

Mitgliederzahlen

Für jedes der 26 untersuchten Länder wurde die Gesamtzahl der Gewerkschaftsmitglieder bestimmt, indem die Mitgliederzahlen für alle Dachorganisationen auf oberster Ebene ('Gewerkschaftsdachverbände') ermittelt wurden, d. h. für Verbände, Gewerkschaftsbünde und andere Organisationen (im Folgenden als 'Gewerkschaftszentren' bezeichnet), denen untergeordnete Gewerkschaftsorganisationen (z. B. für bestimmte Wirtschaftssektoren, Berufsgruppen, Regionen oder Standorte) angehören, die aber selbst keinen Dachorganisationen auf nationaler Ebene angehören. Zusätzlich zu der gesamten Mitgliederzahl dieser Gewerkschaftszentren (wie sie im Folgenden bezeichnet werden) wurde die Summe der Mitgliederzahlen aller 'sonstigen' Gewerkschaften außerhalb der Gewerkschaftszentren ermittelt. Die Werte für die nationalen Gewerkschaftszentren und die 'sonstigen' Gewerkschaften wurden zu einer Gesamtsumme addiert. Diese Daten - für die Jahre 1993, 1998 und 2003 - sind in der nachfolgenden Tabelle 1 enthalten. Die vollständigen Namen aller in der Tabelle genannten Gewerkschaftszentren sind im Anhang zu diesem Artikel aufgeführt.

Durch die vielen unterschiedlichen nationalen Gegebenheiten und die Uneinheitlichkeit der Daten konnte die beschriebene Methodik allerdings nicht vollständig eingehalten werden. Die Hinweise zu jedem Land sollten daher gründlich gelesen werden. In erster Linie ist aber zu beachten, dass in einigen Ländern keine Daten oder Schätzwerte für die Mitgliedschaft in Gewerkschaften außerhalb der in der Tabelle aufgeführten Hauptverbände/Gewerkschaftszentren verfügbar sind. Die angegebenen Zahlen für die Gewerkschaftsmitgliedschaft liegen daher wahrscheinlich unter den tatsächlichen Gesamtwerten. Dieses Problem ist in den Ländern besonders relevant, in denen die 'sonstigen' Gewerkschaften vermutlich eine relativ zahlreiche Mitgliedschaft besitzen. Dies scheint in Italien, Polen (besonders vor 2003), Spanien und möglicherweise Portugal der Fall zu sein. In Belgien und Deutschland scheinen die 'sonstigen' Gewerkschaften, die nicht in der Gesamtzahl der Mitglieder eingeschlossen sind, relativ klein zu sein, so dass die Gesamtzahl wahrscheinlich nicht weit unter dem tatsächlichen Wert liegt. Das Problem von Gewerkschaften außerhalb der Haupt-Gewerkschaftszentren, für die keine Mitgliederzahlen verfügbar sind, scheint in Österreich, Griechenland, Lettland und Luxemburg (zumindest für 2003) nicht zu bestehen oder vernachlässigbar zu sein, und die Gesamtsummen sind daher wahrscheinlich sehr verlässlich. Die Gesamtsummen sind auch für diejenigen Länder relativ verlässlich, für deren 'sonstige' Gewerkschaften außerhalb der nationalen Gewerkschaftszentren Daten oder Schätzwerte für die Mitgliederzahlen verfügbar sind: Bulgarien, Dänemark, Estland, Finnland, Malta, die Niederlande, Norwegen, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Schweden, Ungarn und Zypern. Für das Gewerkschaftszentrum oder die 'sonstigen' Gewerkschaften in Irland und für die 'sonstigen' Gewerkschaften im Vereinigten Königreich stehen keine Daten zur Verfügung; es sind aber in beiden Ländern Gesamtzahlen aus anderen Quellen verfügbar, die als recht vollständig angesehen werden können. Für Frankreich schließlich ist keine Gesamtsumme angegeben, da für die meisten Gewerkschaftsverbände/-zentren keine Daten über Mitgliederzahlen verfügbar sind.

Die in der Tabelle angegebenen Daten wurden in den meisten Fällen von den Gewerkschaften selbst bereitgestellt. In einigen Fällen stammen die Informationen aus einem zentralen amtlichen Verzeichnis oder von einer zentralen Behörde, z. B. für Malta, Portugal (1993), das Vereinigte Königreich und Zypern (Gesamt-Mitgliederzahl); für Dänemark, Irland und die Niederlande stammen die Daten von nationalen statistischen Zentralbehörden und im Fall von Bulgarien aus offiziellen Volkszählungen (1998 und 2003). Die Daten für Belgien, Italien, Norwegen und Portugal (2003) basieren auf der Arbeit von Forschungszentren. In einigen Fällen (siehe Hinweise zu Tabelle 1) sind die angegebenen Zahlen - insbesondere für 'sonstige' Gewerkschaften - Schätzwerte der nationalen Zentren des EIRO; alle Werte für Slowenien sind Schätzwerte der Europäischen Kommission.

Wie aus Tabelle 1 ersichtlich, haben die Gewerkschaften in den letzten zehn Jahren sehr unterschiedliche Entwicklungen durchlaufen. Für 19 von 26 Ländern stehen Gesamtzahlen für die nationale Mitgliedschaft zur Verfügung. Davon verzeichneten elf Länder eine absolute Zunahme der Mitgliederzahlen und acht Länder eine absolute Abnahme (dies ist natürlich nicht mit einer Zunahme oder Abnahme des gewerkschaftlichen Organisationsgrades identisch - siehe unten). Die größte prozentuale Zunahme wurde in Luxemburg, Irland, Malta, Norwegen und Zypern verzeichnet. Die größte prozentuale Abnahme wurde in Bulgarien, Polen und der Slowakei verzeichnet. Es wurden zwar in mehr Ländern Zunahmen als Abnahmen verzeichnet, die Gesamt-Gewerkschaftsmitgliederzahlen in allen 19 Ländern verringerte sich von 1993 bis 2003 jedoch um etwa ein Sechstel. Dafür gibt es mehrere Gründe. Die Gewerkschaftsmitgliedschaft ist vorwiegend in kleineren Ländern angestiegen, so dass der absolute Zuwachs an Gewerkschaftsmitgliedern relativ gering blieb. Im Gegensatz dazu war der absolute Verlust an Mitgliedern in den Ländern mit abnehmenden Mitgliederzahlen hoch, bedingt durch: massive Mitgliederverluste in einigen mittel- und osteuropäischen Ländern sowie starke Verluste in großen Ländern mit einer hohen absoluten Zahl von Gewerkschaftsmitgliedern wie Deutschland und Vereinigtes Königreich.

In den Fällen, in denen Werte für die Jahre 1993, 1998 und 2003 vorliegen (oder für die zeitlich am nächsten liegenden Jahre, für die Daten verfügbar sind), kann die Entwicklung während des Zehnjahreszeitraums genauer untersucht werden. Bei denjenigen Ländern, in denen die Gewerkschaftsmitgliederzahlen zwischen 1993 und 2003 anstiegen, verlangsamte sich der Aufwärtstrend nach 1998 in Belgien, Zypern (in sehr geringem Maße), Dänemark (Umkehr zum Abwärtstrend), Malta, den Niederlanden und Norwegen; in Finnland, Irland, Italien und Luxemburg dagegen verstärkte sich der Aufwärtstrend. Bei denjenigen Ländern, in denen die Gewerkschaftsmitgliederzahlen zwischen 1993 und 2003 abnahmen, verlangsamte sich der Mitgliederrückgang nach 1998 in allen Fällen: Bulgarien, Estland, Deutschland, Griechenland, Österreich, Polen, Slowakei, Schweden und Vereinigtes Königreich - was für die Gewerkschaften dieser Länder ermutigend sein könnte. In der Tat ist der gesamte Mitgliederschwund in den letzten zwei bis drei Jahren in Ländern wie Schweden und dem Vereinigten Königreich stark zurückgegangen.

Daten über Veränderungen der Mitgliederzahlen im Zeitraum von 1993 bis 2003 liegen für 68 der 89 untersuchten Gewerkschaftsverbände/-zentren und Gruppen 'sonstiger' Gewerkschaften vor. Die Mitgliederzahlen stiegen in 34 Fällen, sanken in 28 Fällen und blieben in 6 Fällen gleich. Zu den Organisationen mit besonders hohen Zuwachsraten (33 % und mehr) gehören CC.OO in Spanien, CFDT in Frankreich, OBG-L in Luxemburg, ASZSZ in Ungarn, AKAVA in Finnland, SACO in Schweden und CGFP in Luxemburg. Die Mitgliederzahl der 'sonstigen' Gewerkschaften stieg in der Slowakei und in Schweden merklich an. Die Mitgliederzahlen von Meridian in Rumänien nahmen sprunghaft zu; dies liegt allerdings in erster Linie daran, dass der Wert für 2003 eine große Zahl von Mitgliedern enthält, die keine Arbeitnehmer sind (Näheres siehe unter 'Fragen des gewerkschaftlichen Organisationsgrads').

Eine massive Abnahme der Mitgliederzahlen (50 % und mehr) wurden von vielen der Haupt-Gewerkschaftszentren in Mittel- und Osteuropa verzeichnet, darunter CITUB und CL Podkrepa in Bulgarien, EAKL in Estland, OPZZ und NSZZ Solidarność in Polen und KOZ SR in der Slowakei. So verzeichneten von den 22 Gewerkschaftszentren und Gruppen von 'sonstigen' Gewerkschaften in mittel- und osteuropäischen Ländern, für die Daten vorliegen, alle bis auf sechs eine Abnahme der Mitgliederzahlen im Zeitraum 1993 bis 2003 (wobei die absolute Mitgliederzahl etwa um die Hälfte zurückging). In Westeuropa war die Abnahme der Mitgliederzahlen nicht so drastisch, überstieg aber 10 % bei wichtigen Organisationen wie ÖGB in Österreich, DGB in Deutschland, GSEE in Griechenland, LO in Schweden und TUC im Vereinigten Königreich.

Die Gesamtmitgliederzahl für alle 68 Gewerkschaftszentren und Gruppen von 'sonstigen' Gewerkschaften, für die Daten vorliegen, sank im Zeitraum von 1993 bis 2003 um etwa 15 %. In den alten EU-Mitgliedstaaten und Norwegen betrug die Abnahme fast 5 %; in den neuen Mitgliedstaaten und den Kandidatenländern dagegen fast 50 %.

Die Gesamtsituation kann wie folgt zusammengefasst werden: Die Mitgliederzahlen aller Gewerkschaftszentren bzw. Gruppen von 'sonstigen' Gewerkschaften und die nationalen Gesamtmitgliederzahlen scheinen in Belgien, Irland, Italien, Luxemburg, Malta, Spanien und wahrscheinlich Portugal zu steigen. In Dänemark, Finnland, den Niederlanden, Norwegen und Zypern steigt die Gesamtzahl der Gewerkschaftsmitglieder, aber einige Organisationen verlieren Mitglieder (im Falle von Norwegen sind die Änderungen der Mitgliederzahlen bei einigen Organisationen in den letzten zehn Jahren zum großen Teil auf Veränderungen der Gewerkschaftsstrukturen und der Zugehörigkeit einzelner Gewerkschaften zurückzuführen). Die Mitgliederzahlen aller Gewerkschaftszentren bzw. Gruppen von 'sonstigen' Gewerkschaften und die nationalen Gesamtmitgliederzahlen scheinen in Bulgarien, Estland, Griechenland, Lettland, Österreich, Polen und im Vereinigten Königreich zurückzugehen. In Deutschland, der Slowakei und Schweden sinken die Gesamtzahlen der Gewerkschaftsmitgliedschaft, aber einige Organisationen (üblicherweise kleinere) verzeichnen demgegenüber Mitgliederzuwächse.

Tabelle 1. Gewerkschaftsmitgliederzahlen 1993-2003
Land Gewerkschaftsverband/-zentrum 1993* 1998** 2003*** Änderung 1993-2003
Österreich ÖGB 1 616 000 1 480 000 1 407 000 -12,9 %
Gesamt 1 616 000 1 480 000 1 407 000 -12,9 %
Belgien CSC/ACV 1 541 000 1 609 000 1 637 000 6,2 %
FGTB/ABVV 1 109 000 1 187 000 1 201 000 8,3 %
CGSLB/ACLVB 215 000 217 000 223 000 3,7 %
Gesamt 2 865 000 3 013 000 3 061 000 6,8 %
Bulgarien CITUB 1 426 000 608 000 390 000 -72,7 %
CL Podkrepa 500 000 155 000 109 000 -78,2 %
Promiana - 8 000 5 000 -37,5 % ****
ADTU 30 000 2 000 4 000 -86,7 %
NTU 30 000 0 4 000 -86,7 %
Sonstige 206 000 5 000 3 000 -98,5 %
Gesamt 2 192 000 778 000 515 000 -76,5 %
Zypern SEK 55,000 61 000 65 000 18,2 %
PEO 66 000 64 000 64 000 -3,0 %
DEOK 6 000 6 000 7 000 16,7 %
Sonstige 32 000 36 000 39 000 21,9 %
Gesamt 159 000 167 000 175 000 10,1 %
Dänemark LO 1 471 000 1 478 000 1 433 000 -2,6 %
FTF 338 000 347 000 356 000 5,3 %
AC 117 000 146 000 161 000 13,8 %
LH 65 000 79 000 76 000 6,9 %
Sonstige 125 000 120 000 125 000 0
Gesamt 2 116 000 2 170 000 2 151 000 1,7 %
Estland EAKL 342 000 65 000 48 000 -86,0 %
TALO 55 000 40 000 35 000 -36,4 %
Sonstige nicht dok. nicht dok. 10 000 -
Gesamt - - 93 000 -
Finnland SAK 1 136 000 1 084 000 1 062 000 -6,5 %
STTK 619 000 651 000 634 000 2,4 %
AKAVA 312 000 347 000 424 000 35,9 %
Sonstige 2 000 2 000 2 000 0
Gesamt 2 069 000 2 084 000 2 122 000 2,6 %
Frankreich CGT 639 000 668 000 nicht dok. 4,5 % *****
CFDT 617 000 757 000 889 000 44,0 %
Deutschland DGB 10 290 000 8 311 000 7 363 000 -28,4 %
DBB 1 079 000 1 184 000 1 224 000 13,4 %
CGB 311 000 303 000 307 000 -1,3 %
Gesamt 11 680 000 9 798 000 8 894 000 -23,9 %
Griechenland GSEE 485 000 416 000 422 000 -13,0 %
ADEDY 236 000 240 000 217 000 -8,1 %
Gesamt 721 000 656 000 639 000 -11,4 %
Ungarn SZEF 270 000 230 000 270 000 0
MSZOSZ nicht dok. nicht dok. 240 000 -
ASZSZ 110 000 140 000 150 000 36,4 %
LIGA 100 000 100 000 100 000 0
ÉSZT 100 000 105 000 85 000 -15,0 %
MOSZ 65 000 60 000 56 000 -13,8 %
Sonstige 35 000 35 000 35 000 0
Gesamt - - 936 000 -
Irland ICTU nicht dok. nicht dok. nicht dok. -
Gesamt 432 000 463 000 515 000 19,2 %
Italien Cgil 5 237 000 5 249 000 5 461 000 4,3 %
Cisl 3 769 000 3 910 000 4 153 000 10,2 %
Uil 1 588 000 1 604 000 1 652 000 4,0 %
Gesamt 10 594 000 10 763 000 11 266 000 6,3 %
Lettland LBAS nicht dok. 252 000 180 000 -28,6 % ****
Gesamt nicht dok. 252 000 180 000 -28,6 % ****
Luxemburg OGB-L 39 000 46 000 55 000 41,0 %
LCGB 32 000 36 000 40 000 25,0 %
CGFP 18 000 20 000 24 000 33,3 %
ALEBA/UEP-NGL-SNEP 8 000 10 000 20 000 - (s. Hinweis)
Gesamt 97 000 112 000 139 000 43,3 %
Malta CMTU 30 000 33 000 36 000 20,0 %
Sonstige 44 000 49 000 51 000 16,0 %
Gesamt 74 000 82 000 87 000 17,6 %
Niederlande FNV 1 092 000 1 233 000 1 226 000 12,3 %
CNV 327 000 361 000 355 000 8,6 %
MHP 146 000 219 000 169 000 15,8 %
Sonstige 245 000 123 000 191 000 -22,0 %
Gesamt 1 810 000 1 936 000 1 941 000 7,2 %
Norwegen LO 765 000 839 000 800 000 4,6 %
UHO - - 223 000 -
YS 203 000 238 000 200 000 -1,5 %
Akademikerne - 111 000 128 000 15,3 % ****
AF 232 000 161 000 - -
Sonstige 125 000 140 000 147 000 17,6 %
Gesamt 1 325 000 1 489 000 1 498 000 13,1 %
Polen OPZZ 4 500 000 2 000 000 800 000 -82,2 %
NSZZ Solidarność 2 000 000 1 200 000 780 000 -61,0 %
FZZ - - 320 000 -
Gesamt 6 500 000 3 200 000 1 900 000 -70,8 %
Portugal CGTP nicht dok. nicht dok. 652 000 -
UGT nicht dok. nicht dok. 400 000 -
Sonstige nicht dok. nicht dok. 113 000 -
Gesamt 1 150 000 - 1 165 000 1,3 %
Rumänien Meridian 40 000 450 000 1 500 000 3.650,0 %
Cartel Alfa 1 200 000 1 100 000 1 000 000 -16,7 %
CNSLR 1 284 000 856 000 798 000 -37,9 %
CSDR 650 000 650 000 650 000 0
BNS nicht dok. nicht dok. 421 000 -
Sonstige 150 000 40 000 30 000 -80,0 %
Gesamt - - 4 399 000 -
Slowakei KOZ SR 1 574 000 831 000 554 000 -64,8 %
Sonstige 9 000 23 000 22 000 144,4 %
Gesamt 1 583 000 854 000 576 000 -63,6 %
Slowenien ZSSS nicht dok. nicht dok. 180 000 -
KNSS nicht dok. nicht dok. 15 000 -
Pergam nicht dok. nicht dok. 15 000 -
Konfederacija '90 nicht dok. nicht dok. 10 000 -
Sonstige nicht dok. nicht dok. 140 000 -
Gesamt nicht dok. nicht dok. 360 000 -
Spanien CC.OO 654 000 713 000 958 000 46,9 %
UGT 740 000 796 000 944 000 27,6 %
USO nicht dok. 72 000 106 000 47,2 % ****
CGT nicht dok. nicht dok. 100 000 -
Gesamt - - 2 108 000 -
Schweden LO 2 254 000 2 093 000 1 919 000 -14,9 %
TCO 1 148 000 1 051 000 1 065 000 -7,2 %
SACO 289 000 341 000 386 000 33,6 %
Sonstige 21 000 77 000 76 000 261,9 %
Gesamt 3 712 000 3 562 000 3 446 000 -7,2 %
Vereinigtes Königreich TUC 7 647 000 6 639 000 6 685 000 -12,6 %
Gesamt 8 804 000 7 852 000 7 751 000 -12,0 %

* Außer: Ungarn (SZEF) und Portugal: 1995; Irland: 1994.

** Außer: Irland: 1997; Niederlande: 1999; Spanien (USO): 2000.

*** Außer: Belgien: 2000; Zypern und Slowenien: 2001; Österreich, Dänemark, Estland, Frankreich (CFDT), Deutschland (DBB und CGB), Italien und Schweden: 2002.

**** Änderung von 1998 bis 2003.

***** Änderung von 1993 bis 1998.

Quelle: EIRO.

Tabelle 1 ist im Zusammenhang mit den folgenden Hinweisen zu lesen:

  • Österreich. Der ÖGB ist das einzige Gewerkschaftszentrum des Landes, und praktisch alle Gewerkschaftsmitglieder gehören ihm untergeordneten Organisationen an. Der 'Gesamt'-Wert kann als weitgehend vollständig angesehen werden. Die Daten stammen vom ÖGB.
  • Belgien: Die überwiegende Mehrheit der Gewerkschaftsmitglieder gehört untergeordneten Organisationen der drei aufgeführten Gewerkschaftszentren an. Es gibt allerdings einige relativ kleine Organisationen außerhalb dieser drei Gewerkschaftszentren, z. B. die Belgische Union der Leitenden Angestellten (Confédération Nationale des Cadres/Nationale Confederatie voor Kaderleden, CNC/NCK), für die keine Daten über die Mitgliederzahlen zur Verfügung stehen. Der 'Gesamt'-Wert dürfte dem tatsächlichen Wert sehr nahe kommen, liegt aber vielleicht etwas darunter. Die Daten stammen vom Zentrum für sozio-politische Forschung und Information (Centre de recherche et d'information socio-politique, CRISP).
  • Bulgarien: Zusätzlich zu den fünf namentlich genannten Gewerkschaftszentren liegt eine Gesamtmitgliederzahl für die 'sonstigen' Gewerkschaften vor. Der 'Gesamt'-Wert kann als weitgehend vollständig angesehen werden. Promiana bestand im Jahr 1993 noch nicht. Die Daten für 1993 wurden von den Gewerkschaften selbst zur Verfügung gestellt, und die Daten für 1998 und 2003 stammen aus offiziellen Volkszählungen.
  • Zypern: Zusätzlich zu den drei namentlich genannten Gewerkschaftszentren liegt eine Gesamtmitgliederzahl für die 'sonstigen' Gewerkschaften vor - diese beinhalten insbesondere Gewerkschaften, die Staatsangestellte vertreten (23 000 im Jahr 1993, 25 000 im Jahr 1998 und 26 000 im Jahr 2001), von denen die größte die Gesamtzyprische Gewerkschaft für öffentliche Bedienstete (PASYDY) ist. Der 'Gesamt'-Wert kann als weitgehend vollständig angesehen werden. Die Daten stammen vom Sozialversicherungsamt des Arbeitsministeriums.
  • Dänemark: Zusätzlich zu den vier namentlich genannten Gewerkschaftszentren liegt eine Gesamtmitgliederzahl für die 'sonstigen' Gewerkschaften vor. Der 'Gesamt'-Wert kann als weitgehend vollständig angesehen werden. Die Daten stammen von Danmarks Statistik.
  • Estland: Zusätzlich zu den zwei namentlich genannten Gewerkschaftszentren liegt eine Gesamtmitgliederzahl für die 'sonstigen' Gewerkschaften vor, allerdings nur für 2003. Der 'Gesamt'-Wert kann als weitgehend vollständig angesehen werden. Die Daten wurden von den Gewerkschaften selbst zur Verfügung gestellt. Es stehen allerdings keine genauen Daten für die Mitgliederzahlen der 'sonstigen' Gewerkschaften zur Verfügung, und der Wert für 2003 ist ein Schätzwert auf der Basis von Gewerkschaftsquellen.
  • Finnland: Zusätzlich zu den drei namentlich genannten Gewerkschaftszentren liegt eine Schätzung der Gesamtmitgliederzahl für die 'sonstigen' Gewerkschaften vor. Der 'Gesamt'-Wert kann als weitgehend vollständig angesehen werden. Die Daten wurden von den Gewerkschaften selbst zur Verfügung gestellt. Es stehen allerdings keine genauen Daten für die Mitgliederzahlen der 'sonstigen' Gewerkschaften zur Verfügung, und der angegebene Wert ist ein Schätzwert (für kleinere unabhängige Gewerkschaften, die Berufsgruppen wie Journalisten und Fluglotsen vertreten).
  • Frankreich: Es stehen nur Daten für zwei von fünf nationalen Gewerkschaftsverbänden zur Verfügung (von den Gewerkschaften selbst zur Verfügung gestellt). Es sind keine Daten für die drei anderen nationalen Gewerkschaftsverbände verfügbar: den Allgemeinen Arbeitsverband - Force Ouvrière (Confédération générale du travail-Force Ouvrière, CGT-FO), den Französischen Verband der Leitenden Angestellten - Allgemeinen Verband der leitenden Angestellten (Confédération française de l'encadrement-Confédération générale des cadres, CFE-CGC) und den Französischen Christlichen Arbeiterverband (Confédération française des travailleurs chrétiens, CFTC) - ebenso für andere relativ mitgliederstarke Gewerkschaftszentren wie die Nationale Vereinigung unabhängiger Gewerkschaften(Union nationale des syndicats autonomes, UNSA), die Konsolidierte Gewerkschaftsvereinigung (Fédération syndicale unitaire, FSU) und die Gruppe der 10 (Union syndicale Groupe des Dix, G10). Daher wird kein Gesamtwert angegeben.
  • Deutschland: Die überwiegende Mehrheit der Gewerkschaftsmitglieder gehört untergeordneten Organisationen der drei aufgeführten Gewerkschaftszentren an. Es gibt allerdings einige relativ kleine Organisationen außerhalb dieser drei Gewerkschaftszentren - z. B. den Deutschen Journalisten-Verband (DJV) -, für die keine Gesamtmitgliederzahlen verfügbar sind. Der 'Gesamt'-Wert dürfte dem tatsächlichen Wert sehr nahe kommen, liegt aber vielleicht etwas darunter. Die Daten für den DGB und den DBB wurden von den Gewerkschaften selbst zur Verfügung gestellt; die Daten für den CGB stammen vom IW Köln.
  • Griechenland: Die überwiegende Mehrheit der Gewerkschaftsmitglieder gehört untergeordneten Organisationen der beiden aufgeführten Gewerkschaftszentren an. Der 'Gesamt'-Wert kann als weitgehend vollständig angesehen werden. Die Daten wurden von den Gewerkschaften selbst zur Verfügung gestellt.
  • Ungarn: Zusätzlich zu den sechs namentlich genannten Gewerkschaftszentren liegt eine Schätzung der Gesamtmitgliederzahl für die 'sonstigen' Gewerkschaften vor. Der 'Gesamt'-Wert kann als weitgehend vollständig angesehen werden. Die Daten wurden von den Gewerkschaften selbst zur Verfügung gestellt (Erhebungen und Berichte der Steuer- und Finanzverwaltung [Adó- és Pénzügyi Ellenőrzési Hivatal, APEH] liefern wesentlich niedrigere Werte - HU0206102N). Es stehen allerdings keine genauen Daten für die Mitgliederzahlen der 'sonstigen' Gewerkschaften zur Verfügung, und der angegebene Wert ist ein Schätzwert. In keinem der Werte sind Mitgliedschaften von Rentnern enthalten (Näheres siehe unter 'Fragen des gewerkschaftlichen Organisationsgrads').
  • Irland: Es liegen keine Daten für das einzige Gewerkschaftszentrum, ICTU, oder die unabhängigen Gewerkschaften vor. Der 'Gesamt'-Wert stammt aus Erhebungen des Zentralen Statistikamts (Central Statistics Office, CSO) und kann als weitgehend vollständig angesehen werden.
  • Italien: Zusätzlich zu den drei namentlich genannten Gewerkschaftszentren, die die größte Mitgliederzahl aufweisen, gibt es eine Reihe anderer relativ mitgliedsstarker Organisationen, z. B. die Italienische Vereinigung unabhängiger Arbeitergewerkschaften (Confederazione Italiana Sindacati Autonomi Lavoratori, Cisal) und die Allgemeine Arbeitsgewerkschaft (Unione generale del lavoro, Ugl), für die keine Daten zu Mitgliederzahlen verfügbar sind. Daher kann der 'Gesamt'-Wert nicht als vollständig angesehen werden. Die Daten stammen aus der Nationalbibliothek Cisl (Sindacato oh sindacato!, A. Bianco und E. Giacinto, Biblioteca nazionale Cisl).
  • Lettland: LBAS ist das einzige Gewerkschaftszentrum des Landes, und die überwiegende Mehrheit der Gewerkschaftsmitglieder gehören ihm untergeordneten Organisationen an; es gibt zwar noch einige kleinere Gewerkschaften (mit einer geschätzten Mitgliederzahl von 5 000 bis 10 000), aber Berichten zufolge sind diese nicht aktiv. Der 'Gesamt'-Wert dürfte dem tatsächlichen Wert sehr nahe kommen, liegt aber vielleicht etwas darunter. Die Daten stammen von LBAS.
  • Luxemburg: Die überwiegende Mehrheit der Gewerkschaftsmitglieder gehört untergeordneten Organisationen der vier aufgeführten Gewerkschaftszentren an. Der 'Gesamt'-Wert für das Jahr 2003 dürfte dem tatsächlichen Wert sehr nahe kommen, aber in den Jahren 1993 und 1998 bestand der Verband ALEBA-UEP-NGL-SNEP noch nicht, und im Gesamtwert für das Jahr 1993 sind die Mitglieder von UEP, NGL und SNEP nicht enthalten; ebenso fehlen im Gesamtwert für 1998 die Mitglieder von NGL und SNEP (Daten nicht verfügbar). Die Daten wurden von den Gewerkschaften selbst zur Verfügung gestellt.
  • Malta: Zusätzlich zu dem namentlich genannten Gewerkschaftszentrum (dem einzigen Verband in Malta) liegt eine Gesamtmitgliederzahl für die 'sonstigen' Gewerkschaften vor: in erster Linie die General Workers’ Union (GWU), deren Mitgliederzahl über der von CMTU liegt. Der 'Gesamt'-Wert kann als weitgehend vollständig angesehen werden. Die Daten stammen vom Amt für Arbeits- und Beschäftigungsverhältnisse (Department of Industrial and Employment Relations).
  • Niederlande: Zusätzlich zu den drei namentlich genannten Gewerkschaftszentren liegt eine Gesamtmitgliederzahl für die 'sonstigen' Gewerkschaften vor. Der 'Gesamt'-Wert kann als weitgehend vollständig angesehen werden. Der Allgemeine Gewerkschaftsverband (Algemene Vakcentrale), der im Jahr 1993 unter 'sonstige' Gewerkschaften erfasst wurde, is 1998 dem FNV beigetreten und seit 1998 in dessen Mitgliederzahlen enthalten. Die Daten stammen vom Zentralen Statistikamt (Centraal Bureau voor de Statistiek, CBS).
  • Norwegen: Zusätzlich zu den fünf namentlich genannten Gewerkschaftszentren liegt eine Gesamtmitgliederzahl für die 'sonstigen' Gewerkschaften vor. Der 'Gesamt'-Wert kann als weitgehend vollständig angesehen werden. Die Organisation AF ist bei den Werten für 2003 nicht aufgeführt, da sie aufgelöst wurde. Akademikerne ist erst ab 1998 und UHO erst ab 2003 aufgeführt, da diese Organisationen vorher nicht bestanden. Die Daten für 1993 und 1998 stammen vom FAFO Insitut für Angewandte Sozialwissenschaft (Organisasjonsgrader i norsk arbeidsliv 1945-1998, Torgeir Aarvaag Stokke, Fafo-notat 643, 2000), und die Daten für 2003 von Torgeir Aarvaag Stokke (unveröffentliche Untersuchungen) und dem Statistischen Zentralamt (Statistisk sentralbyrå).
  • Polen: Die überwiegende Mehrheit der Gewerkschaftsmitglieder gehört untergeordneten Organisationen der drei aufgeführten Gewerkschaftszentren an. Es gibt oder gab aber eine Reihe anderer, kleinerer Gewerkschaftszentren, für die keine Daten verfügbar sind. Im Jahr 1993 gab es Solidarność ’80 mit ca. 150 000 Mitgliedern sowie mehrere andere Gewerkschaftszentren wie Sierpień 80, Kadra und Kontra, für die keine Mitgliederzahlen verfügbar sind. 1998 hatte Solidarność 80 etwa 80 000 Mitglieder; darüber hinaus gab es mindestens sieben weitere wichtige Gewerkschaftsorganisationen. Im Jahr 2003 war zwischenzeitlich der Verband FZZ gegründet worden, in dem die meisten Organisationen, die nicht den Verbänden OPZZ und NSZZ Solidarność untergeordnet sind, zusammengeschlossen sind. Daher sind die 'Gesamt'-Werte für die Jahre 1993 und 1998 offensichtlich unvollständig, während die Werte für 2003 dem tatsächlichen Wert näherkommen, wenn sie auch immer noch etwas zu niedrig liegen. Die Daten wurden von den Gewerkschaften selbst zur Verfügung gestellt.
  • Portugal: Von den Gewerkschaften wurden keine Daten zur Verfügung gestellt, und die Tabelle enthält für die beiden namentlich aufgeführten Gewerkschaftszentren (die größten) und die 'sonstigen' Gewerkschaften keine Angaben für die Jahre 1993 und 1998. Der 'Gesamt'-Wert für 1993 stammt vom Arbeitsministerium (die Daten beziehen sich auf 1995) und kann wahrscheinlich als weitgehend vollständig angesehen werden. Die Werte für CGTP, UGT und 'Sonstige' für das Jahr 2003 basieren auf Schätzungen des Projekts Partenaires sociaux en Europe des Institute des Sciences du Travail, Katholische Universität von Louvain. 'Sonstige' bezieht sich nur auf die mit CGTP verbundene (aber diesem nicht angehörende) Organisation Movimento Sindical Unitário (MSU); es ist aber wahrscheinlich, dass es noch einige weitere Gewerkschaften gibt. Der 'Gesamt'-Wert für 2003 ist daher wahrscheinlich unvollständig.
  • Rumänien: Zusätzlich zu den fünf namentlich genannten Gewerkschaftszentren liegt eine Schätzung der Gesamtmitgliederzahl für die 'sonstigen' Gewerkschaften vor. Der 'Gesamt'-Wert (für 2003; für BNS sind keine Werte für die Jahre 1993 und 1998 verfügbar) dürfte dem tatsächlichen Wert sehr nahe kommen. Die Daten wurden von den Gewerkschaften selbst zur Verfügung gestellt. Es stehen allerdings keine genauen Daten für die Mitgliederzahlen der 'sonstigen' Gewerkschaften zur Verfügung, und der angegebene Wert ist ein Schätzwert.
  • Slowakei: Zusätzlich zu dem namentlich genannten Gewerkschaftszentrum (dem einzigen wichtigen Verband der Slowakei) liegt eine Schätzung der Gesamtmitgliederzahl für die 'sonstigen' Gewerkschaften vor. Der 'Gesamt'-Wert kann als weitgehend vollständig angesehen werden. Die Daten für KOZ SR wurden von der Organisation selbst zur Verfügung gestellt. Der Wert für 'Sonstige' beinhaltet Daten, die von der Slowakischen Unabhängigen Christlichen Gewerkschaft (Nezávislé krestanské odbory Slovenska, NKOS) selbst zur Verfügung gestellt wurden, sowie Schätzungen für andere Gewerkschaften.
  • Slowenien: Es sind keine verlässlichen Daten von Gewerkschaften oder nationalen Quellen verfügbar. Die in der Spalte für das Jahr 2003 angegebenen Werte basieren auf Schätzungen der Europäischen Kommission für 2001 (bei Bereichsangaben wurden mittlere Werte verwendet). Die Daten sind als 'Anhaltswerte' angegeben.
  • Spanien: Die überwiegende Mehrheit der Gewerkschaftsmitglieder gehört untergeordneten Organisationen der vier aufgeführten Gewerkschaftszentren an. Es gibt aber einige weitere wichtige Organisationen außerhalb dieser vier Gewerkschaftszentren - darunter verschiedene regionale Gewerkschaftsorganisationen und der Unabhängige Gewerkschaftsverband der öffentlichen Bediensteten (Confederación Sindical Independiente de Funcionarios, CSIF) -, für die keine Daten zur Mitgliederzahl verfügbar sind. Der 'Gesamt'-Wert (für 2003) liegt wahrscheinlich unter dem tatsächlichen Wert. Die Daten wurden von den Gewerkschaften selbst zur Verfügung gestellt.
  • Schweden: Zusätzlich zu den drei namentlich genannten Gewerkschaftszentren liegt eine Gesamtmitgliederzahl für die 'sonstigen' Gewerkschaften vor - darunter die Schwedische Zentrale Arbeiterorganisation (Svenska Arbetares Centralorganisation, SAC) und die Schwedische Lokführer-Gewerkschaft (Svensk Lokförarförening). Der 'Gesamt'-Wert kann als weitgehend vollständig angesehen werden. Die Daten wurden von den Gewerkschaften selbst zur Verfügung gestellt. In den Werten für TCO und SACO sind die inaktiven Mitglieder nicht mit eingerechnet.
  • Vereinigtes Königreich: Es wurden Daten von TUC zur Verfügung gestellt. Für die Gewerkschaften, die nicht der Organisation TUC angehören, sind keine Gesamtwerte verfügbar. Der angegebene 'Gesamt'-Wert bezieht sich auf die Mitgliederzahlen von Gewerkschaften, die beim Amt für Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände (Certification Office) gemeldet sind - er kann als weitgehend vollständig angesehen werden; aber es ist zu beachten, dass nicht alle Gewerkschaften gemeldet sind.

Relative Größe der Organisationen

In Österreich und Lettland gibt es jeweils ein einzelnes Gewerkschaftszentrum, das alle - oder fast alle - Gewerkschaftsmitglieder vertritt. In allen anderen untersuchten Ländern gibt es mehrere Organisationen; ihre relative Größe ist von großer Bedeutung. Die nachfolgende Tabelle 2 gibt den Anteil an der Gesamt-Gewerkschaftsmitgliederzahl an, der von jedem untersuchten Gewerkschaftszentrum und von den 'sonstigen' Gewerkschaften vertreten wird, soweit Daten vorliegen - wie bereits erwähnt, sind für einige Länder keine Daten für einige oder alle der 'sonstigen' Gewerkschaften verfügbar, und die genannten Anteile beziehen sich auf Gesamtwerte, die ihre Mitglieder nicht einschließen (besonders relevant ist dies bei Italien, Polen [insbesondere vor 2003], Spanien und möglicherweise Portugal).

Außer in Österreich und Lettland gibt es auch in Irland, Malta, der Slowakei und dem Vereinigten Königreich ein einzelnes nationales Gewerkschaftszentrum (bzw. einen Verband), wobei aber in diesen Ländern mehrere 'sonstige' Gewerkschaften bestehen. Die überwiegende Mehrheit der Gewerkschaftsmitglieder werden von dem einen Gewerkschaftszentrum in der Slowakei (96,2 % im Jahr 2003) und im Vereinigten Königreich (86,2 %) vertreten - dies ist wahrscheinlich auch in Irland der Fall, aber es liegen keine Daten für ICTU vor. In Malta ist die Situation insofern anders, als der einzige Verband (CMTU) nur 41,4 % der Gewerkschaftsmitglieder vertritt, aber eine ihm nicht angeschlossene Gewerkschaft (die Allgemeine Arbeitergewerkschaft, General Workers’ Union) mehr Mitglieder als der Verband CMTU hat und mehr als die Hälfte der gesamten Gewerkschaftsmitglieder vertritt.

Die anderen 20 untersuchten Länder haben mehrere Gewerkschaftszentren sowie in vielen Fällen einige 'sonstige' Gewerkschaften. Es gibt in diesen Ländern so viele verschiedene Gewerkschaftskonfigurationen, dass es fast unmöglich ist, sie zu kategorisieren. In einigen Ländern gibt es zwei oder mehr Gewerkschaftszentren, die im Wesentlichen bestrebt sind, alle (oder fast alle) Kategorien von Beschäftigten zu organisieren, und die Abgrenzung zwischen ihnen erfolgt - oder erfolgte ursprünglich - in erster Linie durch politische oder religiöse Faktoren (in vielen mittel- und osteuropäischen Ländern besteht die wichtigste 'politische' Abgrenzung zwischen den neuen Gewerkschaften einerseits, die während oder nach dem Fall des alten sozialistischen Staatssystems in den späten 1980er und frühen 1990er Jahren gegründet wurden, und den ehemals staatlich gelenkten Gewerkschaften andererseits, die sich im neuen Kontext reformiert haben). Ein weiterer Grundansatz besteht darin, dass Gewerkschaftszentren verschiedene Kategorien von Beschäftigten organisieren (Arbeiter, Angestellte, Fachkräfte/Akademiker oder leitende Angestellte), statt um die gleichen Kategorien zu konkurrieren; die Grenzen werden hier aber immer fließender. Analog kann in einigen Ländern eine Abgrenzung zwischen verschiedener Zentren erfolgen, die entweder den privaten oder den öffentlichen Sektor organisieren (bzw. für in der Privatwirtschaft Beschäftigte oder für Beamte zuständig sind).

Eine klare 'Wettbewerb' ssituation zwischen Gewerkschaftszentren mit unterschiedlichem ideologischen Hintergrund (wobei die ursprünglichen Abgrenzungen in einigen Fällen nicht mehr relevant sind) besteht in Belgien, Bulgarien, Frankreich, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Polen, Portugal, Rumänien, Slowenien, Spanien, Ungarn und Zypern; allerdings gibt es in einigen Fällen darüber hinaus auch spezielle Gewerkschaftszentren, die sich beispielsweise an Beschäftigte im öffentlichen Sektor (z. B. in Spanien und Ungarn), Angestellte (z. B. in Luxemburg) oder leitende Angestellte (z. B. in Frankreich und den Niederlanden) wenden. In Bulgarien (wo das größte Gewerkschaftszentrum im Jahr 2003 75,7 % aller Gewerkschaftsmitglieder vertrat) und in den Niederlanden (63,1 %) gibt es ein Gewerkschaftszentrum, das deutlich größer als die anderen ist. Auch in Belgien vertritt ein Gewerkschaftszentrum die Mehrheit aller Gewerkschaftsmitglieder (53,5 %), aber das zweitgrößte ist ebenfalls sehr mitgliederstark (39,2 %). In Slowenien vertritt das größte Gewerkschaftszentrum die Hälfte aller Mitglieder, aber kein weiteres einzelnes Zentrum vertritt mehr als 5 %. In den anderen Ländern dieser Kategorie bestehen weniger große Unterschiede in den Mitgliederzahlen der wichtigsten Gewerkschaftszentren, und keines vertritt eine Mehrheit. In Polen, Spanien, Ungarn und Zypern, liegen die beiden größten Gewerkschaftszentren fast gleichauf (der Unterschied beträgt weniger als 5 Prozentpunkte) und haben deutlich mehr Mitglieder als die anderen Zentren. In Italien, Luxemburg und Rumänien ist der Mitgliedervorsprung des größten Gewerkschaftszentrums etwas größer (mehr als 10 Prozentpunkte). Die gleichmäßigste Verteilung der Gewerkschaftsmitglieder findet sich in Rumänien und Ungarn, wo keine einzelne Organisation mehr als etwa ein Drittel aller Gewerkschaftsmitglieder zählt, aber vier Zentren jeweils mehr als 10 % vertreten.

In Deutschland besteht eine Variante dieses Modells: Zwei konkurrierende Verbände sprechen die Mehrzahl der Beschäftigten an, und einer davon beschränkt sich auf Beamte. Allerdings ist das größere Gewerkschaftszentrum mit allgemeiner Mitgliedschaft (DGB) 25-mal größer als die konkurrierende Organisation (CGB); daher passt Deutschland wahrscheinlich besser in die Gruppe mit 'einem dominierenden Gewerkschaftszentrum', zu der auch Irland, Malta, die Slowakei und das Vereinigte Königreich gehören.

In den skandinavischen Ländern Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden gliedern sich die Gewerkschaften im Wesentlichen nach Berufsgruppen mit jeweils getrennten Gewerkschaftszentren für Arbeiter, Angestellte und Fachkräfte/Akademiker (sowie leitende Angestellte in Dänemark); die Grenzen zwischen den Berufsgruppen verlaufen in den verschiedenen Ländern aber zum Teil unterschiedlich. In allen Fällen vertritt das mehrheitlich auf Arbeiter ausgerichtete Gewerkschaftszentrum gegenwärtig mindestens die Hälfte aller Gewerkschaftsmitglieder, wobei der Anteil zwischen 66,6 % in Dänemark (LO, 2003) und 50 % in Finnland (SAK) variiert. Das zweitgrößte Gewerkschaftszentrum ist das auf Angestellte ausgerichtete Zentrum in Dänemark (16,6 %), Finnland (29,9 %) und Schweden (30,9 %). Die auf Fachkräfte/Akademiker ausgerichteten Gewerkschaftszentren liegen in Norwegen (wo es zwei solcher Organisationen gibt, die im Jahr 2003 zusammen 23,4 % der Gewerkschaftsmitglieder vertraten) an zweiter Stelle und in Dänemark (7,5 %), Finnland (20,0 %) und Schweden (11,2 %) an dritter Stelle. In allen vier Ländern gibt es darüber hinaus mehrere 'sonstige' Gewerkschaften. Die Grundabgrenzung zwischen den beiden wichtigsten Gewerkschaftszentren in Estland besteht ebenfalls in der Unterscheidung Arbeiter/Angestellte; dabei ist die auf Arbeiter ausgerichtete Organisation (EAKL) etwa um 50 % größer als die auf Angestellte ausgerichtete (TALO).

In Griechenland gibt es zwei Gewerkschaftszentren: Das eine (GSEE) kümmert sich um die Beschäftigten im privaten und im breiten öffentlichen Sektor, das andere (ADEDY) um die Beamten. Dabei ist das GSEE etwa doppelt so groß wie das ADEDY.

Wie bereits erwähnt, gibt es in den meisten Ländern 'sonstige' Gewerkschaften außerhalb der wichtigsten Gewerkschaftszentren. Soweit Daten vorliegen, vertreten sie folgende Mitgliederanteile (2003): unter 1 % aller Gewerkschaftsmitglieder in Bulgarien, Finnland und Rumänien; 1 % bis 5 % in Schweden, der Slowakei und Ungarn; 5 % bis 10 % in Dänemark, den Niederlanden und Norwegen; 10 % bis 20 % in Estland und im Vereinigten Königreich; und über 20 % in Malta, Slowenien und Zypern.

Die Veränderungen der relativen Mitgliederzahlen der Gewerkschaften über den Zeitraum 1993 bis 2003 waren selten besonders ausgeprägt. Deutliche Veränderungen von fünf oder mehr Prozentpunkten (die nicht durch statistische Änderungen bedingt waren) traten nur in den folgenden Ländern auf: Bulgarien, wo das größte Gewerkschaftszentrum seine dominante Stellung ausbauen konnte; Polen, wo das zweitgrößte Zentrum beinahe die Mitgliederzahlen des größten erreichte; und Schweden, wo das größte Gewerkschaftszentrum (für Arbeiter) Anteile verlor, in erster Linie an das Zentrum für Fachkräfte/Akademiker (dies bedeutet allerdings nicht, dass frühere LO-Mitglieder der Organisation SACO beigetreten sind, sondern nur, dass die LO-Verluste aufgrund der fallenden Mitgliederzahlen in der Industrie zeitlich mit einer verstärkten Mitgliederanwerbung von SACO zusammenfielen). Dieses letztgenannte Phänomen trat auch - wenn auch weniger ausgeprägt - in den drei anderen skandinavischen Ländern auf, in denen die Gewerkschaften nach Berufsgruppen unterteilt sind: Dänemark, Finnland und Norwegen verzeichneten einen Mitgliederschwund bei den auf Arbeiter ausgerichteten Gewerkschaftszentren bei gleichzeitiger Mitgliederzunahme der Zentren für Angestellte und/oder Fachkräfte (besonders letztere). In Belgien, Deutschland, Griechenland, Italien, Luxemburg, der Slowakei und dem Vereinigten Königreich verloren die größten Gewerkschaftszentren in unterschiedlichem Umfang Mitglieder (im Falle des Vereinigten Königreichs verlangsamte sich der Rückgang in den letzten Jahren), während sie in Malta und in den Niederlanden leichte Mitgliederzuwächse verzeichneten.

Tabelle 2. Prozentualer Anteil der durch nationale Gewerkschaftsverbände/-zentren und sonstige Gewerkschaften vertretenen Mitglieder an der landesweiten Gesamtmitgliederzahl, 1993-2003
Land Gewerkschaftsverband/-zentrum 1993 1998* 2003** Änderung 1993-2003
Österreich ÖGB 100 % 100 % 100 % 0
Belgien CSC/ACV 53,8 % . 53,4 % 53,5 % -0,3
FGTB/ABVV 38,7 % . 39,4 % 39,2 % 0,5
CGSLB/ACLVB 7,5 % . 7,2 % 7,3 % -0,2
Bulgarien CITUB 65,1 % 78,1 % 75,7 % 10,6
CL Podkrepa 22,8 % 19,9 % 21,1 % -1,7
Promiana - 1,0 % 1,0 % 0 ***
ADTU 1,4 % 0,3 % 0,8 % -0,6
NTU 1,4 % 0,0 % 0,8 % -0,6
Sonstige 9,4 % 0,6 % 0,6 % -8,8
Zypern SEK 34,6 % 36,5 % 37,1 % 2,5
PEO 41,5 % 38,3 % 36,6 % -4,9
DEOK 3,8 % 3,6 % 4,0 % 0,2
Sonstige 20,1 % 21,6 % 22,3 % 2,2
Dänemark LO 69,5 % 68,1 % 66,6 % -2,9
FTF 16,0 % 16,0 % 16,6 % 0,6
AC 5,5 % 6,7 % 7,5 % 2,0
LH 3,1 % 3,6 % 3,5 % 0,4
Sonstige 5,9 % 5,5 % 5,8 % -0,1
Estland EAKL nicht dok. nicht dok. 51,6 % -
TALO nicht dok. nicht dok. 37,6 % -
Sonstige nicht dok. nicht dok. 10,8 % -
Finnland SAK 54,9 % 52,0 % 50,0 % -4,9
STTK 29,9 % 31,2 % 29,9 % 0
AKAVA 15,1 % 16,7 % 20,0 % 4,9
Sonstige 0,1 % 0,1 % 0,1 % 0
Deutschland DGB 88,1 % 84,8 % 83,4 % -4,7
DBB 9,2 % 12,1 % 13,3 % 4,1
CGB 2,7 % 3,1 % 3,3 % 0,6
Griechenland GSEE 67,3 % 63,4 % 66,0 % -1,3
ADEDY 32,7 % 36,6 % 34,0 % 1,3
Ungarn SZEF nicht dok. nicht dok. 28,8 % -
MSZOSZ nicht dok. nicht dok. 25,6 % -
ASZSZ nicht dok. nicht dok. 16,0 % -
LIGA nicht dok. nicht dok. 10,7 % -
ÉSZT nicht dok. nicht dok. 9,1 % -
MOSZ nicht dok. nicht dok. 6,0 % -
Sonstige nicht dok. nicht dok. 3,8 % -
Italien Cgil 49,4 % 48,8 % 48,5 % -0,9
Cisl 35,6 % 36,3 % 36,9 % 1,3
Uil 15,0 % 14,9 % 14,7 % -0,3
Lettland LBAS 100 % 100 % 100 % 0
Luxemburg OGB-L 40,2 % 41,1 % 39,6 % -0,6
LCGB 33,0 % 32,1 % 28,8 % -4,2
CGFP 18,6 % 17,9 % 17,3 % -1,3
ALEBA/UEP-NGL-SNEP 8,2 % 8,9 % 14,4 % 6,2 (s. Hinweis zu Tabelle 1)
Malta CMTU 40,5 % 40,2 % 41,4 % 0,9
Sonstige 59,5 % 59,8 % 58,6 % -0,9
Niederlande FNV 60,3 % 63,7 % 63,1 % 2,8
CNV 18,1 % 18,6 % 18,3 % 0,2
MHP 8,1 % 11,3 % 8,7 % 0,6
Sonstige 13,5 % 6,4 % 9,8 % -3,7
Norwegen LO 57,7 % 56,3 % 53,4 % -4,3
UHO - - 14,9 % -
YS 15,3 % 16,0 % 13,4 % -1,9
Akademikerne - 7,5 % 8,5 % 1,0 ***
AF 17,5 % 10,8 % - -
Sonstige 9,4 % 9,4 % 9,8 % 0,4
Polen OPZZ 67,7 % 61,0 % 42,1 % -25,6
NSZZ Solidarność 30,1 % 36,6 % 41,1 % 11,0
FZZ - - 16,8 % -
Sonstige 2,3 % 2,4 % nicht dok. -
Portugal CGTP nicht dok. nicht dok. 56,0 % -
UGT nicht dok. nicht dok. 34,3 % -
Sonstige nicht dok. nicht dok. 9,7 % -
Rumänien Meridian 1,2 % 14,5 % 34,1 % 32,9
Cartel Alfa 36,1 % 35,5 % 22,7 % -13,4
CNSLR 38,6 % 27,6 % 18,1 % -20,5
CSDR 19,6 % 21,0 % 14,8 % -4,8
BNS - - 9,6 % -
Sonstige 4,5 % 1,3 % 0,7 % -3,8
Slowakei KOZ SR 99,4 % 97,3 % 96,2 % -3,2
Sonstige 0,6 % 2,7 % 3,8 % 3,2
Slowenien ZSSS nicht dok. nicht dok. 50,0 % -
KNSS nicht dok. nicht dok. 4,2 % -
Pergam nicht dok. nicht dok. 4,2 % -
Konfederacija '90 nicht dok. nicht dok. 2,8 % -
Sonstige nicht dok. nicht dok. 38,9 % -
Spanien CC.OO nicht dok. nicht dok. 45,4 % -
UGT nicht dok. nicht dok. 44,8 % -
USO nicht dok. nicht dok. 5,0 % -
CGT nicht dok. nicht dok. 4,7 % -
Schweden LO 60,7 % 58,8 % 55,7 % -5,0
TCO 30,9 % 29,5 % 30,9 % 0
SACO 7,8 % 9,6 % 11,2 % 3,4
Sonstige 0,6 % 2,2 % 2,2 % 1,6
Vereinigtes Königreich TUC 86,9 % 84,6 % 86,2 % -0,7

* Außer: Niederlande: 1999.

** Außer: Belgien und Deutschland (CGB): 2000; Zypern und Slowenien: 2001; Österreich, Dänemark, Estland, Deutschland (DGB und DBB), Italien und Schweden: 2002.

*** Änderung von 1998 bis 2003.

Hinweis: Die Daten in Tabelle 2 basieren auf den Daten in Tabelle 1, und es gelten dieselben Hinweise.

Quelle: EIRO.

Mitgliederzahlen aufgeschlüsselt nach Geschlecht

Bei weitem nicht alle Gewerkschaften oder andere Quellen von Daten über Gewerkschaftsmitglieder (s.o.) stellen Informationen darüber zur Verfügung, wie sich die Mitgliederzahlen auf Männer und Frauen verteilen. Für Griechenland, Italien, Polen, Portugal und Slowenien scheinen keine entsprechenden Daten verfügbar zu sein, während im Falle von Bulgarien, Estland, Frankreich, Luxemburg, Norwegen, Rumänien, Spanien, Schweden, Ungarn und dem Vereinigten Königreich nur für einige Organisationen entsprechende Daten vorliegen. Soweit Daten vorliegen, sind sie in der untenstehenden Tabelle 3 dargestellt. In einigen Fällen sind keine Daten für bestimmte Jahre verfügbar. Für einige Länder sind nationale Gesamtwerte angegeben, in denen einige Organisationen nicht enthalten sind, für die keine Daten verfügbar sind (wenn diese Organisation relativ mitgliederschwach sind).

Für das Jahr 2003 liegen Daten zur Geschlechterverteilung für 49 (von insgesamt 89) Gewerkschaftszentren oder Gruppen von 'sonstigen' Gewerkschaften vor. Nur in zehn Fällen überwiegt die Zahl der weiblichen Mitglieder. Dies ist vorwiegend in den skandinavischen Ländern der Fall, in denen Gewerkschaftszentren auf Berufsgruppen basieren. So bilden Frauen die Mitgliedermehrheit in der Angestellten-Organisation FTF in Dänemark, in der Angestellten-Organisation STTK und in der Fachkräfte-/Akademiker-Organisation AKAVA in Finnland, in der Fachkräfte-/Akademiker-Organisation UHO (mit 75,8 % das Gewerkschaftszentrum mit der deutlichsten Frauenmehrheit von allen Organisationen, für die Daten vorliegen) und in der Angestellten-Organisation YS in Norwegen sowie in der Angestellten-Organisation SACO in Schweden. Des Weiteren ist bemerkenswert, dass in allen Gewerkschaftszentren der beiden untersuchten neuen baltischen EU-Mitgliedstaaten, Estland und Lettland, Frauen die Mehrheit bilden. Ein weiterer Fall ist die auf den öffentlichen Sektor ausgerichtete Organisation SZEF in Ungarn.

In den anderen 38 Fällen bilden Männer die Mehrheit der Gewerkschaftsmitglieder: 50 % bis 55 % in acht Fällen; 56 % bis 60 % in sechs Fällen; 61 % bis 65 % in acht Fällen; 66 % bis 70 % in acht Fällen und 71 % oder mehr in neun Fällen. Die Organisationen mit der deutlichsten Männermehrheit von mehr als 75 % sind die auf leitende Angestellte ausgerichtete Organisation LH in Dänemark (81,6 %), gefolgt von den 'sonstigen' Gewerkschaften in Malta (in denen die Organisation GWU die mitgliederstärkste Gewerkschaft ist) und der auf leitende Angestellte ausgerichteten Organisation MHP in den Niederlanden (alle drei niederländischen Gewerkschaftszentren haben einen Männeranteil von über 70 %). Außerhalb der baltischen Staaten haben alle allgemeinen Gewerkschaftszentren, die alle oder die meisten Kategorien von Beschäftigten vertreten wollen, in der Mehrheit männliche Mitglieder.

Im Durchschnitt aller Gewerkschaftszentren und Gruppen von 'sonstigen' Gewerkschaften, für die Daten für 2003 vorliegen, stellen Frauen etwa 41,5 % der Mitglieder und Männer etwa 58,5 %. Der durchschnittliche Frauenanteil in Gewerkschaften in der '"alten"' EU sowie Norwegen ist etwas höher; in den neuen Mitgliedstaaten und den Kandidatenländern liegt er entsprechend etwas niedriger (um etwa einen Prozentpunkt).

Ungefähre Gesamtzahlen für die landesweite Geschlechterverteilung von Gewerkschaftsmitgliedern im Jahr 2003 liegen für 14 von 26 Ländern vor. Frauen bilden die Mehrheit in Estland (59,0 %), Lettland (57,2 %), Schweden (51,6 %) und Norwegen (51,1 %). In Dänemark und Ungarn liegt eine annähernde Geschlechtergleichheit bei der Gewerkschaftsmitgliedschaft vor (mit jeweils leicht höherem Männeranteil). In Deutschland, Malta, den Niederlanden und Österreich dagegen sind zwei Drittel oder mehr aller Gewerkschaftsmitglieder Männer.

Über den Zeitraum von 1993 bis 2003 betrachtet wird deutlich, dass der Mitgliederanteil der Frauen in den meisten Gewerkschaftszentren und Ländern steigt; das lückenhafte Datenmaterial erlaubt aber keine genauere Quantifizierung. In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle, in denen Daten für zwei oder mehr der Erfassungsjahre 1993, 1998 und 2003 vorliegen, nimmt der Frauenanteil zu. Besonders deutliche Anteilszunahmen erfolgten in den folgenden Organisationen: AC in Dänemark (Zunahme von 8,9 Prozentpunkten zwischen 1993 und 2003), CFDT in Frankreich (Anstieg um 8,0 Prozentpunkte), OGB-L in Luxemburg (Anstieg um 7,1 Prozentpuntke) und TUC im Vereinigten Königreich (Anstieg um 7,0 Prozentpunkte). (Der große Anteilszuwachs von Frauen in der Mitgliedschaft der heute nicht mehr bestehenden Organisation AF in Norwegen zwischen 1993 und 1998 beruhte hauptsächlich auf dem Anschluss einer Gewerkschaft für Krankenpersonal, deren Mitgliedschaft mehrheitlich aus Frauen bestand.) Von den Ländern, in denen landesweite Daten über die Geschlechterverteilung in den Gewerkschaften zur Verfügung stehen, ist der Frauenanteil in Dänemark, Deutschland, Finnland, Luxemburg, Norwegen, Österreich, Schweden und Zypern angestiegen.

Es gibt allerdings Ausnahmen von diesem allgemeinen Aufwärtstrend des Frauenanteils in Gewerkschaften; diese treten fast alle in den mittel- und osteuropäischen Ländern auf. Bei den Gewerkschaftsorganisationen in Bulgarien, Lettland und Rumänien, für die entsprechende Daten verfügbar ist, scheint ein fallender Frauenanteil vorzuherrschen.

Unter Berücksichtigung aller Gewerkschaftszentren und Gruppen von 'sonstigen' Gewerkschaften, für die in den jeweiligen Jahren Daten verfügbar sind, (29 im Jahr 1993, 36 im Jahr 1998 und 48 im Jahr 2003), ist der durchschnittliche Frauenanteil der Mitglieder von etwa 39 % im Jahr 1993 auf 40,5 % im Jahr 1998 und 41,5 % im Jahr 2003 gestiegen.

Der insgesamt steigende Frauenanteil in den Gewerkschaften lässt vermuten, dass die Frauen dem in einigen Gewerkschaftsorganisationen vorherrschenden Mitgliederschwund besser widerstehen als die Männer und dass sie bei den wachsenden Organisationen einen größeren Zuwachsanteil ausmachen. Bei denjenigen Organisationen, für die relevante Daten verfügbar sind und deren Mitgliederzahlen im Zeitraum 1993 bis 2003 (oder 1993 bis 1998 bzw. 1998 bzw. 2003, wenn keine vollständigen Daten vorliegen) zurückgegangen sind, ist der Verlust an männlichen Mitgliedern absolut gesehen wesentlich größer als der Verlust an weiblichen Mitgliedern, beispielsweise im Fall der Organisationen ÖGB in Österreich, SAK in Finnland, DGB in Deutschland und LO in Schweden. Bei allgemein fallenden Mitgliederzahlen ist die Zahl von weiblichen Mitgliedern in den Organisationen CGB in Deutschland und TUC im Vereinigten Königreich gestiegen. In Organisationen, die einen Mitgliederzuwachs verzeichnen konnten, wie FTF und AC in Dänemark, STTK und AKAVA in Finnland, CFDT in Frankreich, CNV in den Niederlanden, LO und Akademikerne in Norwegen und SACO in Schweden, bildeten Frauen die deutliche Mehrheit (oder, wie bei STTK und LO, die Gesamtheit) dieses Zuwachses.

Dieser Trend ist allerdings nicht allgemein gültig. In einigen Organisationen, z. B. SEK und PEO in Zypern, LH in Dänemark und OGB-L in Luxemburg, waren die weiblichen und männlichen Anteile an den Mitgliederzuwächsen und -abnahmen (in absoluten Zahlen) relativ gleich. Bei einigen Gewerkschaftszentren in mittel- und osteuropäischen Ländern, wie CITUB in Bulgarien, TALO in Estland, LBAS in Lettland und CNSLR in Rumänien, ging die Zahl der weiblichen Mitglieder stärker zurück als die der männlichen Mitglieder. In den Organisationen DBB in Deutschland, UGT in Spanien und TCO in Schweden haben die männlichen Mitglieder stärker zum Mitgliederzuwachs beigetragen als die weiblichen.

Tabelle 3. Prozentualer Anteil von Frauen und Männern an den Gewerkschaftsmitgliedern, 1993-2003
Land Gewerkschaftsverband/-zentrum 1993 1998* 2003*
Frauen Männer Frauen Männer Frauen Männer
Österreich ÖGB nicht dok. nicht dok. 31,8 % 68,2 % 32,8 % 67,2 %
Gesamt nicht dok. nicht dok. 31,8 % 68,2 % 32,8 % 67,2 %
Belgien CSC/ACV nicht dok. nicht dok. nicht dok. nicht dok. 42,0 % 58,0 %
FGTB/ABVV nicht dok. nicht dok. nicht dok. nicht dok. 35,0 % 65,0 %
CGSLB/ACLVB nicht dok. nicht dok. nicht dok. nicht dok. 40,0 % 60,0 %
Gesamt nicht dok. nicht dok. nicht dok. nicht dok. 39,1 % 60,9 %
Bulgarien CITUB nicht dok. nicht dok. 51,0 % 49,0 % 48,0 % 52,0 %
Zypern SEK 32,7 % 67,3 % 34,4 % 65,6 % nicht dok. nicht dok.
PEO 34,8 % 65,2 % 32,8 % 67,2 % nicht dok. nicht dok.
DEOK 16,7 % 83,3 % 16,7 % 83,3 % nicht dok. nicht dok.
Sonstige 42,7 % 57,3 % 47,4 % 52,6 % nicht dok. nicht dok.
Gesamt 34,8 % 65,2 % 35,9 % 64,1 % nicht dok. nicht dok.
Dänemark LO 48,6 % 51,4 % 47.,5 % 52,5 % 48,6 % 51,4 %
FTF 66,0 % 34,0 % 66,0 % 34.,0 % 66,9 % 33,1 %
AC 28,4 % 71,6 % 34,2 % 65,8 % 37,3 % 62,7 %
LH 13,8 % 86,2 % 15,2 % 84,8 % 18,4 % 81,6 %
Sonstige 36,8 % 63,2 % 39,2 % 60,8 % 39,7 % 60,3 %
Gesamt 48,5 % 51,5 % 47,9 % 52,1 % 49,2 % 50,8 %
Estland EAKL nicht dok. nicht dok. nicht dok. nicht dok. 58,3 % 41,7 %
TALO 60,0 % 40,0 % 60,0 % 40,0 % 60,0 % 40,0 %
Gesamt (ohne Sonstige) nicht dok. nicht dok. nicht dok. nicht dok. 59,0 % 41,0 %
Finnland SAK 45,6 % 54,4 % 46,0 % 54,0 % 46,0 % 54,0 %
STTK 64,0 % 36,0 % 66,0 % 34,0 % 68,0 % 32,0 %
AKAVA 47,4 % 52,6 % 44,1 % 55,9 % 50,7 % 49,3 %
Gesamt (ohne Sonstige) 51,4 % 48,6 % 52,0 % 48,0 % 53,5 % 46,5 %
Frankreich CFDT 36,0 % 64,0 % 46,0 % 54,0 % 44,0 % 56,0 %
Deutschland DGB 31,4 % 68,6 % 30,5 % 69,5 % 31,8 % 68,2 %
DBB 29,7 % 70,3 % 29,7 % 70,3 % 29,9 % 70,1 %
CGB 24,1 % 75,9 % 25,1 % 74,9 % 25,2 % 74,8 %
Gesamt 31,1 % 68,9 % 30,2 % 69,8 % 31,3 % 68,7 %
Ungarn SZEF nicht dok. nicht dok. nicht dok. nicht dok. 70,0 % 30,0 %
MSZOSZ nicht dok. nicht dok. nicht dok. nicht dok. 47,9 % 52,1 %
ASZSZ nicht dok. nicht dok. nicht dok. nicht dok. 35,0 % 65,0 %
LIGA nicht dok. nicht dok. nicht dok. nicht dok. 30,0 % 70,0 %
MOSZ nicht dok. nicht dok. nicht dok. nicht dok. 35,0 % 65,0 %
Gesamt (ohne ÉSZT und Sonstige) nicht dok. nicht dok. nicht dok. nicht dok. 49,8 % 50,2 %
Irland Gesamt nicht dok. nicht dok. nicht dok. nicht dok. 44,0 % 56,0 %
Lettland LBAS nicht dok. nicht dok. 60,7 % 39,3 % 57,2 % 42,8 %
Gesamt nicht dok. nicht dok. 60,7 % 39,3 % 57,2 % 42,8 %
Luxemburg OGB-L 25,6 % 74,4 % 30,4 % 69,6 % 32,7 % 67,3 %
CGFP nicht dok. nicht dok. nicht dok. nicht dok. 41,7 % 58,3 %
Malta CMTU nicht dok. nicht dok. nicht dok. nicht dok. 36,1 % 63,9 %
Sonstige nicht dok. nicht dok. 18,4 % 81,6 % 21,6 % 78,4 %
Gesamt nicht dok. nicht dok. nicht dok. nicht dok. 27,6 % 72,4 %
Niederlande FNV nicht dok. nicht dok. 27,3 % 72,7 % 28,7 % 71,3 %
CNV 23,9 % 76,1 % 25,2 % 74,8 % 27,0 % 73,0 %
MHP nicht dok. nicht dok. nicht dok. nicht dok. 21,9 % 78,1 %
Sonstige nicht dok. nicht dok. nicht dok. nicht dok. 39,3 % 60,7 %
Gesamt nicht dok. nicht dok. nicht dok. nicht dok. 28,9 % 71,1 %
Norwegen LO 42,5 % 57,5 % 44,6 % 55,4 % 45,6 % 54,4 %
UHO - - - - 75,8 % 24,2 %
YS 67,0 % 33,0 % 66,7 % 33,3 % 57,5 % 42,5 %
Akademikerne - - 28,2 % 71,8 % 32,8 % 67,2 %
AF 42,2 % 57,8 % 58,4 % 41,6 % - -
Gesamt (ohne Sonstige) 46,6 % 53,4 % 48,8 % 51,2 % 51,1 % 48,9 %
Rumänien Cartel Alfa 45,4 % 54,6 % 45,0 % 55,0 % 45,0 % 55,0 %
CNSLR 45,0 % 55,0 % 34,0 % 66,0 % 27,0 % 73,0 %
CSDR 30,8 % 69,2 % 30,8 % 69,2 % 30,8 % 69,2 %
BNS nicht dok. nicht dok. nicht dok. nicht dok. 29,9 % 70,1 %
Slowakei KOZ SR nicht dok. nicht dok. nicht dok. nicht dok. 42,2 % 57,8 %
Sonstige nicht dok. nicht dok. nicht dok. nicht dok. 38,1 % 61,9 %
Gesamt nicht dok. nicht dok. nicht dok. nicht dok. 42,0 % 58,0 %
Spanien CC.OO nicht dok. nicht dok. nicht dok. nicht dok. 34,7 % 65,3 %
UGT 27,1 % 72,9 % 28,6 % 71,4 % 31,0 % 69,0 %
Schweden LO 45,5 % 54,5 % 46,0 % 54,0 % 46,0 % 54,0 %
TCO nicht dok. nicht dok. 63,0 % 37,0 % 62,4 % 37,6 %
SACO 44,3 % 55,7 % 46,3 % 53,7 % 49,2 % 50,8 %
Gesamt (ohne Sonstige) nicht dok. nicht dok. 51,2 % 48,8 % 51,6 % 48,4 %
Vereinigtes Königreich TUC 35,0 % 65,0 % 38,7 % 61,3 % 41,0 % 59,0 %

* Außer: Frankreich (CFDT): 1997; Niederlande: 1999.

** Außer: Deutschland (CGB): 2000; Österreich, Belgien (CSC/ACV), Dänemark, Estland, Frankreich (CFDT), Deutschland (DGB und DBB) und Schweden: 2002.

Quelle: EIRO.

Die Datenquellen und die begleitenden Hinweise sind dieselben wie für Tabelle 1, außer:

  • Belgien: Zahlen stammen von den betreffenden Gewerkschaften.
  • Bulgarien: Zahlen stammen von den betreffenden Gewerkschaften.
  • Zypern: Zahlen sind Schätzungen vom Sozialversicherungsamt des Arbeitsministeriums.
  • Dänemark: FTF-Zahl für 1993 geschätzt.
  • Norwegen: Einige der Zahlen für 1998 sind unvollständig, und die angegebenen Prozentwerte basieren auf den Daten für 1999.
  • Slowakei: Zahlen für die 'sonstigen' Gewerkschaften geschätzt.
  • Schweden: In den Zahlen für TCO und SACO sind die inaktiven Mitglieder nicht mit eingerechnet.

Fragen des gewerkschaftlichen Organisationsgrads

Die oben genannten Daten beziehen sich auf die absolute Zahl von Gewerkschaftsmitgliedern. Für ein besseres Verständnis der Bedeutung dieser Mitgliederzahlen im jeweiligen nationalen Kontext (z. B. die Frage, wie repräsentativ oder wie gut unterstützt die Gewerkschaften sind) und für internationale Vergleiche werden oft Berechnungen des 'gewerkschaftlichen Organisationsgrads' eingesetzt. Dieser stellt aber eine besonders schwierige Frage im Bereich der Arbeitsstatistik dar, und in diesem Bericht wird nicht der Versuch unternommen, Werte für die Organisationsdichte für die 26 untersuchten Länder zusammenzustellen. Dafür fehlen die nötigen umfassenden Daten; darüber hinaus gibt es bekannte Probleme bei der Berechnung des gewerkschaftlichen Organisationsgrads, die im Rahmen dieses Berichts nicht gelöst werden können.

Der gewerkschaftliche Organisationsgrad wird üblicherweise als 'Anteil der Gewerkschaftsmitglieder an den abhängig Beschäftigen' definiert (siehe Technical notes. Industrial relations indicators, World Labour Report 1997-8, Internationale Arbeitsorganisation ILO). Es gibt daher zwei Größen in der Gleichung: die Gewerkschaftsmitglieder und die Arbeitnehmerschaft insgesamt. Auf der Grundlage der Gesamtzahl aller Gewerkschaftsmitglieder und der Gesamtzahl aller abhängig Beschäftigten kann man einen groben Wert für den Organisationsgrad bestimmen.

'Grobe' Werte für den Organisationsgrad

Anhand der oben in Tabelle 1 aufgeführten Gesamtzahlen der Gewerkschaftsmitglieder und der aus nationalen Erhebungen zur Erwerbsbevölkerung gewonnenen Zahl der Arbeitnehmer können grobe Werte für den Organisationsgrad in allen 26 untersuchten Ländern bis auf eines (Frankreich) errechnet werden (für das Jahr 2003 bzw. für das letzte Jahr, für das Daten verfügbar sind). Die aufgeführten Werte sind bewusst als Annäherungswerte angegeben:

  • über 90 % in Rumänien;
  • 80 % bis 89 % in Belgien, Dänemark, Finnland und Schweden;
  • 70 % bis 79 % in Italien und Norwegen;
  • 60 % bis 69 % in Malta und Zypern;
  • 50 % bis 59 % in Luxemburg;
  • 40 % bis 49 % in Österreich und Slowenien;
  • 30 % bis 39 % in Irland, Portugal und Ungarn;
  • 20 % bis 29 % in Bulgarien, Deutschland, Griechenland, den Niederlanden, der Slowakei und dem Vereinigten Königreich; und
  • 10 % bis 19 % in Estland, Lettland, Polen und Spanien.

Aus den Fällen, für die ausreichende Daten für 1993 und 1998 vorliegen, um diese grobe Berechnung auch für diese Jahre anzustellen, wird deutlich, dass der gewerkschaftliche Organisationsgrad in Europa einen abnehmenden Trend aufweist. Von den 20 Ländern, in denen die entsprechenden Daten verfügbar sind, erfolgte in allen außer einem (Malta) eine Abnahme des Organisationsgrads im Zeitraum 1993 bis 2003. Diese Entwicklung war in den neuen Mitgliedstaaten und Kandidatenländern in Mittel- und Osteuropa am deutlichsten - mit Rückgängen von etwa 60 Prozentpunkten in Bulgarien, 50 Prozentpunkten in der Slowakei, 40 Prozentpunkten in Estland und 30 Prozentpunkten in Polen. In den anderen Ländern ging der Organisationsgrad um maximal 15 Prozentpunkte zurück; im Einzelnen: unter 5 Prozentpunkte in Belgien, Italien, Luxemburg, den Niederlanden und Norwegen; 5 bis 10 Prozentpunkte in Dänemark, Deutschland, Griechenland, Österreich, Portugal und dem Vereinigten Königreich; und 10 bis 15 Prozentpunkte in Finnland, Irland, Schweden und Zypern.

In den Ländern (außer Malta), in denen die absoluten Gewerkschaftsmitgliederzahlen im Zeitraum von 1993 bis 2003 stiegen, sank der Organisationsgrad, weil die absolute Zahl der Arbeitnehmer stärker anstieg - so z. B. in Belgien, Dänemark, Finnland, Irland, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen, Portugal und Zypern. In Griechenland, Österreich, der Slowakei, Schweden und dem Vereinigten Königreich sanken die Gewerkschaftsmitgliederzahlen bei einem gleichzeitigen Anstieg der Arbeitnehmerzahlen. In einigen mittel- und osteuropäischen Ländern, z. B. in Bulgarien, Estland und Polen, gingen sowohl die Gewerkschaftsmitgliederzahlen als auch die Arbeitnehmerzahlen zurück, aber die Gewerkschaftsmitgliederverluste überwogen, so dass der Organisationsgrad abnahm. Dasselbe gilt - wenn auch weniger drastisch - für Deutschland.

Für einige Länder stehen genügend Daten zur Verfügung, um mit derselben groben Berechnungsmethode getrennte Organisationsgrade für Frauen und Männer zu errechnen. Von den 14 Ländern, für die diese Berechnung angestellt werden kann, war im Jahr 2003 (oder im zeitlich am nächsten liegenden Jahr, für das Daten verfügbar sind) in der Hälfte der Länder der Organisationsgrad bei Frauen höher als bei Männern: Dänemark, Estland, Finnland, Lettland, Norwegen, Schweden und Ungarn. Die größte Differenz (über 10 Prozentpunkte) bestand in Finnland und Schweden. In Belgien, Deutschland, Irland, Malta, den Niederlanden, Österreich und der Slowakei lag der Organisationsgrad der Männer über dem der Frauen. Die größte Differenz (über 10 Prozentpunkte) bestand dabei in Belgien, Deutschland, den Niederlanden und Österreich.

Die oben aufgeführten Werte für den Organisationsgrad sind nur als grobe Anhaltswerte gedacht. In den folgenden Abschnitten werden die Schwierigkeiten bei der Ermittlung der beiden Größen für die Berechnung des Organisationsgrads - die Zahl der 'abhängig Beschäftigten' und der Gewerkschaftsmitglieder - näher erläutert.

'Die Zahl der abhängig Beschäftigten'

Die oben aufgeführten groben Werte für den gewerkschaftlichen Organisationsgrad basieren auf Werten für die Gesamtzahl der abhängigen Beschäftigten (Arbeitnehmer), die aus nationalen Erhebungen zur Erwerbsbevölkerung stammen. Es ist keinesfalls sichergestellt, dass diese Werte in allen Ländern auf die gleiche Weise berechnet werden oder dieselben Kategorien von Erwerbstätigen umfassen. Leider konnte keine gemeinsame Quelle harmonisierter Daten (z. B. Eurostat) gefunden werden, die alle untersuchten Länder für den relevanten Zeitraum abdeckt. Dies ist der erste Unsicherheitsbereich.

Ein weiteres Problem besteht in der Definition des Kreises potenzieller Gewerkschaftsmitglieder. In dem oben zitierten Bericht bezieht sich die ILO auf 'alle Personen, die ihren Lebensunterhalt in Form von Löhnen oder Gehältern verdienen', was in diesem Bericht ungefähr mit 'Arbeitnehmer' wiedergegeben wurde. Es lässt sich aber argumentieren, dass Lohn- und Gehaltsempfänger nicht mehr die einzigen potenziellen Mitglieder für Gewerkschaften darstellen. Die Grenze zwischen abhängiger und selbständiger Beschäftigung verschwimmt in vielen Ländern im Kontext von zunehmendem Outsourcing und Auftragsvergabe an Subunternehmer. Dies hat zu einem zunehmenden Interesse an 'wirtschaftliche abhängigen Erwerbstätigen' geführt - Erwerbstätige, die formal gesehen Selbständige sind, deren Einkommen aber von einem einzigen Auftraggeber abhängt (TN0205101S). Dieses Phänomen tritt in den meisten Ländern in relativ geringem Umfang auf (mit Ausnahme beispielsweise von Italien), zeigt aber eine wachsende Tendenz. In diesem Kontext unternehmen Gewerkschaften in vielen Ländern (insbesondere in Westeuropa) zunehmende Bestrebungen, wirtschaftlich abhängige Erwerbstätige, Selbständige, die keine Arbeitnehmer beschäftigen, Freiberufler usw. zu rekrutieren. Einige Gewerkschaften organisieren solche Erwerbstätige in unterschiedlichem Umfang in Ländern wie Dänemark (DK0308102F), Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, den Niederlanden (NL9908157F), Norwegen, Österreich, Spanien (ES0002277F), Schweden (SE9907178F) und dem Vereinigten Königreich. Daher ist es möglicherweise nicht mehr angemessen, nur die Zahl der Lohn- und Gehaltsempfänger für die Berechnung des gewerkschaftlichen Organisationsgrads zu verwenden.

Und schließlich besteht eine weitere Problemstellung darin, dass die Zahl der Beschäftigten, die als potenzielle Gewerkschaftsmitglieder in Frage kommen, nur diejenigen Personen einschließen sollte, die berechtigt sind, einer Gewerkschaft beizutreten. In einigen Ländern dürfen bestimmte Arbeitnehmerkategorien laut Gesetz nicht Mitglieder einer Gewerkschaft sein. In Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Irland, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Schweden und Ungarn scheint es keine solche Einschränkung zu geben. In anderen Ländern dagegen sind jeweils die folgenden Berufsgruppen von einer Gewerkschaftsmitgliedschaft ausgeschlossen:

  • Bulgarien: Berufssoldaten und Polizeiangehörige, die für das Innenministerium arbeiten;
  • Estland: Mitglieder der bewaffneten Streitkräfte im aktiven Dienst;
  • Italien: Mitglieder der Streitkräfte (Marine, Luftwaffe, Carabinieri, Armee usw.);
  • Lettland: Polizeiangehörige und Mitglieder der bewaffneten Streitkräfte sowie einige Beamte;
  • Portugal: Mitglieder der bewaffneten Streitkräfte;
  • Rumänien: Leitende Angestellte, Beamte im öffentlichen Dienst, richterliche Beamte, Militärangehörige im Dienst verschiedener Ministerien, Nachrichtendienste und andere Spezialeinheiten;
  • Slowenien: Leitende Angestellte;
  • Spanien: Mitglieder der bewaffneten Streitkräfte, Richter, richterliche Beamte und Staatsanwälte; und
  • Vereinigtes Königreich: im Dienst befindliche Mitglieder der bewaffneten Streitkräfte.

Soweit Informationen über die Zahl dieser ausgeschlossenen Arbeitnehmer verfügbar sind, verringert sich dadurch die potenzielle Gewerkschaftsmitgliedschaft in Portugal, in der Slowakei und im Vereinigten Königreich um weniger als 1 %, in Malta um etwa 2 %, in Estland und Rumänien um etwa 7 % und in Polen um einen deutlich höheren Wert. Unter Berücksichtigung nur dieses einen Faktors ist der gewerkschaftliche Organisationsgrad in diesen Ländern also wahrscheinlich etwas höher als aus dem angegebenen groben Wert ersichtlich. Allerdings sind die relevanten Daten nicht für alle Länder verfügbar, in denen einige Arbeitnehmer von einer Gewerkschaftsmitgliedschaft ausgeschlossen sind, so dass nicht alle Werte für den Organisationsgrad in dieser Weise korrigiert werden können.

Zahl der Gewerkschaftsmitglieder

Was den Faktor Gewerkschaftsmitgliederzahlen in der Berechnung des Organisationsgrads angeht, so besteht hier das erste Problem (wie bereits erwähnt) darin, dass die nationalen Gesamtwerte für die Mitgliederzahlen, die in Tabelle 1 aufgeführt und in der groben Berechnung verwendet wurden, nicht immer vollständig sind, da für einige Länder (z. B. Italien und Spanien) die Werte für verschiedene kleinere Organisationen fehlen. Der oben zitierte ILO-Bericht betont, wie schwierig es sein könne, 'kleine, neue Gewerkschaften zu ermitteln und zu erfassen. Dies ist sowohl bei unabhängigen Gewerkschaften ein Problem als auch in Ländern, in denen es keine Registrierungspflicht für Gewerkschaften gibt.' Infolgedessen liegt die Gewerkschaftsmitgliederzahl (und der Organisationsgrad) in einigen Ländern möglicherweise höher als angegeben.

Zweitens wurden die meisten der verwendeten Mitgliederdaten direkt oder indirekt von den Gewerkschaften selbst zur Verfügung gestellt, was ebenfalls Probleme mit sich bringt. Diese Probleme sind laut dem ILO-Bericht die folgenden: 'Die von den Gewerkschaften selbst zur Verfügung gestellten Mitgliederzahlen spiegeln unterschiedliche Verwaltungsverfahren und politische Ansätze wider und können zu nicht vergleichbaren und unzuverlässigen Ergebnissen führen. Es kann für Gewerkschaften vorteilhaft sein, ihre Mitgliederzahlen gegenüber der Presse, Behörden, politischen Parteien, Arbeitgebern oder Mitbewerbern zu hoch oder zu niedrig darzustellen. Sie können unterschiedliche Maßstäbe für aktive Mitglieder anlegen und beispielsweise Mitglieder, die ausgetreten sind oder keine Beiträge mehr zahlen, erst spät aus der Statistik streichen. Gewerkschaften können in ihre Mitgliederzahlen Personen einschließen, die sich selbst nicht mehr als Mitglied betrachten. Vergleiche mit Daten aus Erhebungen weisen darauf hin, dass eine leicht überhöhte Angabe der Mitgliederzahlen üblich, die Differenz aber in den meisten Fällen gering ist.'

Das dritte und wichtigste Problem bezieht sich auf den Status der Gewerkschaftsmitglieder. Wenn der gewerkschaftliche Organisationsgrad in Abhängigkeit von der Zahl der Arbeitnehmer gemessen wird, dann sollten logischerweise für diese Berechnung auch nur diejenigen Mitglieder in die Zahl der Gewerkschaftsmitglieder eingerechnet werden, die Arbeitnehmer sind. Viele Gewerkschaften haben aber Mitglieder, die im Ruhestand, arbeitslos, in der Ausbildung oder in anderer Weise inaktiv sind - und rechnen diese in die Mitgliederzahlen ein. (Selbständige Mitglieder stellen ein weiteres Problem dar. Sie werden bei der Berechnung von Gewerkschaftsmitgliederzahlen in Untersuchungen (z. B. von der ILO) oft ausgeschlossen, aber die oben erwähnte Frage, ob einige selbständige Erwerbstätige als potenzielle Gewerkschaftsmitglieder der Gruppe der abhängig Beschäftigten hinzuzurechnen sind, macht dies zu einem schwierigen Problem.)

In Tabelle 4 sind die vorliegenden Daten zu diesen Fragen aufgeführt. Für Deutschland, Irland, Polen, Portugal, Spanien, das Vereinigte Königreich und Zypern sind keine Daten verfügbar; in anderen Fällen stehen nur lückenhafte Daten oder Schätzwerte zur Verfügung. Es wird aber deutlich, dass ein erheblicher Anteil der Mitglieder vieler Gewerkschaften nicht erwerbstätig ist: 20 % oder mehr in Dänemark, Finnland, Italien, Österreich, der Slowakei und Ungarn sowie bei CGT in Frankreich, MHP in den Niederlanden, Meridian in Rumänien und SACO in Schweden; und 10 % bis 20 % in Belgien, Luxemburg und Malta sowie bei EAKL in Estland, CNV in den Niederlanden und LO und TCO in Schweden. Italien ist diesbezüglich ein besonders extremer Fall: Fast die Hälfte der gesamten Mitgliedschaft der drei wichtigsten Gewerkschaftsverbände besteht aus Mitgliedern im Ruhestand.

Tabelle 4. Daten zu Gewerkschaftsmitgliedern, die nicht erwerbstätig sind
Land Anteil der Gewerkschaftsmitglieder, die nicht erwerbstätig sind, z. B. im Ruhestand, arbeitslos, in Ausbildung usw.
Österreich Keine offiziellen Daten verfügbar. Geschätzt(für ÖGB) zwischen 15 % und 20 % in den 1990er Jahren und ca. 20 % im Jahr 2003.
Belgien Angesetzt auf 17,5 % (alle Gewerkschaften) im Jahr 2000 (in Het belang van overleg. CAO -onderhandelingen in Belgïe, J Van Ruysseveldt, Acco, Leuven, 2000).
Bulgarien Keine Daten verfügbar; es ist aber anzunehmen, dass nur wenige Personen im Ruhestand Mitglieder von Betriebsgewerkschaften bleiben.
Dänemark Informationen von allen Gewerkschaftsverbänden weisen darauf hin, dass 14 % bis 15 % der Mitglieder 'die Mitgliedschaft ruhen lassen' oder nicht direkt aktiv sind. Darüber hinaus gibt es eine enge Verbindung zwischen der Gewerkschaftsmitgliedschaft und der Mitgliedschaft in einer Arbeitslosenversicherung, und die Gesamt-Gewerkschaftsmitgliederzahlen können weiter um den Anteil derjenigen Arbeitslosenversicherungs-Mitglieder verringert werden, die Vollzeit-Arbeitslose sind (13,8 % im Jahr 1993, 7,0 % im Jahr 1998 und 5,9% im Jahr 2003). Daraus ergeben sich grobe Schätzwerte der inaktiven Mitglieder von 29 % im Jahr 1993, 22 % im Jahr 1998 und 21 % im Jahr 2003. Die Gesamtzahl der versicherten Arbeitnehmer ist allerdings nicht mit der Zahl der Gewerkschaftsmitglieder identisch (und Teilzeitbeschäftigte bzw. arbeitslose Mitglieder der Versicherung sind bei der Berechnung nicht berücksichtigt).
Estland Nach Informationen der Verbände: 14,7 % der EAKL-Mitglieder und 6 % der TALO-Mitglieder im Jahr 2003.
Finnland Nach einer Untersuchung des Arbeitsministeriums (Palkansaajien järjestäytyminen Suomessa vuonna 2001[Organisation der Lohn- und Gehaltsempfänger in Finnland, 2001], Lasse Ahtiainen, Työpoliittinen tutkimus no 246, 2002), waren im Jahr 2001 21,5 % aller Gewerkschaftsmitglieder nicht erwerbstätig. Der Anteil betrug 28 5 % für AKAVA, 21,6 % für SAK und 16,6 % für STTK. Von allen Gewerkschaftsmitgliedern waren 11,5 % im Ruhestand (unterschiedliche Werte von 15,0 % für SAK bis 7,7 % für STTK); 6,1% waren Studenten (von 18,2 % für AKAVA bis 2,1% für SAK); 0,5 % waren Selbständige (von 2,0 % für AKAVA bis 0 % für SAK); und 3,4 % 'Sonstige' (von 4,5 % für SAK bis 0,4 % für AKAVA). 1994 waren 10,0 % der Mitglieder im Ruhestand, und 4,7 % waren Studenten; die Anteile dieser Gruppen an der Gewerkschaftsmitgliedschaft sind also steigend.
Frankreich Nach Angaben von CGT waren im Jahr 1993 24,9 % und im Jahr 1998 21,8 % der Mitglieder im Ruhestand.
Griechenland 1993 waren 4,7 % der GSEE-Mitglieder im Ruhestand, 1998 6,3 % und 2003 7,0 %. GSEE hat nur wenige arbeitslose Mitglieder und ADEDY keine. Studenten sind keine Gewerkschaftsmitglieder.
Ungarn Geschätzt (für alle Gewerkschaften) auf 30 % im Jahr 1993 und 20 % in den Jahren 1998 und 2003 - hauptsächlich Ruheständler.
Italien Nach Angaben des Statistikamts Istat waren im Jahr 2000 49,5 % der Mitglieder von Cgil, Cisl und Uil Mitglieder im Ruhestand, im Jahr 2001 49,4 % und im Jahr 2002 49,3 %.
Lettland Nach Angaben von LBAS: 12 % der LBAS-Mitglieder im Jahr 2003.
Luxemburg Geschätzt für OGB-L und LCGB auf 22 % im Jahr 1993, 20 % im Jahr 1998 und 18 % im Jahr 2003.
Malta Geschätzt auf 8,4 % im Jahr 1999 und 11,2 % im Jahr 2003 - Schätzung vom Amt für Arbeits- und Beschäftigungsverhältnisse, basierend auf Daten für die beiden größten Gewerkschaften (die 85 % bis 86 % der gesamten Gewerkschaftsmitgliedschaft abdecken).
Niederlande Nach Angaben von MHP: 19 % der Mitglieder im Jahr 1993, 19,3 % im Jahr 1998 und 22,1 % im Jahr 2003. Nach Angaben von CNV: 19 % der Mitglieder im Jahr 2003 - die Hälfte davon im Ruhestand, die restlichen arbeitslos, krank oder erwerbsunfähig.
Norwegen Nach Angaben von FAFO: 23 % im Jahr 1993, 24 % im Jahr 1998 und 26 % im Jahr 2002 (alle Gewerkschaften). Im Jahr 2002 verteilten sich die Anteile der einzelnen Organisationen wie folgt: 29,8 % für LO, 20,3 % für UHO, 21,6 % für YS und 27,3% für Akademikerne.
Rumänien Die für Meridian im Jahr 2003 angegebene Mitgliederzahl von 1,5 Millionen schließt etwa 900.000 Mitglieder (60 %) ein, die nicht Arbeitnehmer, sondern Mitglieder von angegliederten Genossenschaften sind.
Slowakei 13,2 % im Ruhestand (alle Gewerkschaften); geschätzter Gesamtanteil nicht erwerbstätiger Mitgieder bis zu 20 %.
Slowenien Geschätzt auf unter 1 % (alle Gewerkschaften)
Schweden Nach Angaben der Verbände: LO: 13,3 % im Jahr 1993, 12,8 % im Jahr 1998 und 13,5 % im Jahr 2002; TCO: 16,5 % im Jahr 2002; SACO: geschätzt auf ca. 22 % im Jahr 1993 und 27 % in den Jahren 1998 und 2002.

Quelle: EIRO.

Da Daten zu diesem Thema nicht für alle Länder oder alle Gewerkschaften verfügbar sind, kann keine allgemeine Korrektur der groben Werte für den Organisationsgrad der inaktiven Mitglieder vorgenommen werden. Eine solche Berechnung ist aber für 13 Länder möglich. Bei einer Korrektur, die nur im Hinblick auf inaktive Gewerkschaftsmitglieder durchgeführt wird (und nicht für andere Faktoren wie z. B. die Zahl der Arbeitnehmer, die zum Gewerkschaftsbeitritt berechtigt sind), verringert sich der Organisationsgrad in Ländern wie Belgien, Dänemark, Finnland, Norwegen, Rumänien und besonders Italien um etwa 15 Prozentpunkte (in Italien wird der 'grobe' Wert für den Organisationsgrad fast halbiert). In Österreich, Malta und Schweden ist die Verringerung ebenfalls deutlich (über 5 Prozentpunkte).

Die wichtigste Schlussfolgerung aus diesen Ausführungen besteht wahrscheinlich darin, dass die Berechnung des gewerkschaftlichen Organisationsgrads ein extrem komplexer Bereich ist, der zu viele Variablen und unzureichende Daten aufweist, als dass er in einem kurzen Überblick wie diesem konkrete Schlussfolgerungen zulassen würde. (Mark Carley, SPIRE Associates)

Anhang

Nationale Gewerkschaftsverbände/-zentren, die in Tabelle 1 aufgeführt sind
Österreich Österreichischer Gewerkschaftsbund, (ÖGB)
Belgien Verband Christlicher Gewerkschaften (Confédération des Syndicats Chrétiens/Algemeen Christelijk Vakverbond, CSC/ACV) Belgischer Allgemeiner Arbeitsverband (Fédération Générale du Travail de Belgique/Algemeen Belgisch Vakverbond, FGTB/ABVV) Verband Liberaler Gewerkschaften von Belgien (Centrale Générale des Syndicaux Libéraux de Belgique/Algemene Centrale der Liberale Vakbonden van België, CGSLB/ACLVB)
Bulgarien Konföderation der Unabhängigen Gewerkschaften Bulgariens (Confederation of Independent Trade Unions in Bulgaria, KNSB/CITUB) Konföderation der Arbeit (Confederation of Labour Podkrepa, CL Podkrepa) Nationale Gewerkschaft Promiana Vereinigung Demokratischer Gewerkschaften (Association of Democratic Trade Unions, ADTU) Nationale Gewerkschaft (National Trade Union, NTU)
Zypern Zyprischer Arbeiterverband (SEK) Panzyprischer Arbeitsverband (PEO) Demokratischer Arbeitsverband Zypern (DEOK)
Dänemark Dänischer Gewerkschaftsverband (Landsorganisationen i Danmark, LO) Verband für Angestellte und Beamten in Dänemark (Funktionærernes og Tjenestemændenes Fællesråd, FTF) Dänischer Verband der Akademikerorganisationen (Akademikernes centralorganisation, AC) Organisation der Leitenden Angestellten in Dänemark (Ledernes Hovedorganisation, LH)
Estland Verband Estnischer Gewerkschaften (Eesti Ametiühingute Keskliit, EAKL) Estnischer Arbeitnehmergewerkschafts-Verband (Teenistujate Ametiliitude Keskorganisatsioon, TALO)
Finnland Zentralverband Finnischer Gewerkschaften (Suomen Ammattiliittojen Keskusjärjestö, SAK) Finnischer Angestelltenverband (Toimihenkilökeskusjärjestö, STTK) Vereinigung der Akademikergewerkschaften (AKAVA)
Frankreich Allgemeiner Arbeitsverband (Confédération générale du travail, CGT) Französischer Demokratischer Arbeitsverband (Confédération française démocratique du travail, CFDT)
Deutschland Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) Deutscher Beamtenbund, (DBB) Christlicher Gewerkschaftsbund (CGB)
Griechenland Griechischer Allgemeiner Arbeitsverband (GSEE) Griechischer Beamtenverband (ADEDY)
Ungarn Gewerkschafts-Kooperationsforum (Szakszervezetek Együttműködési Fóruma, SZEF) Landesverband Ungarischer Gewerkschaften (Magyar Szakszervezetek Országos Szövetsége, MSZOSZ) Vereinigung Autonomer Gewerkschaften (Autonóm Szakszervezetek Szövetsége, ASZSZ) Demokratische Liga Unabhängiger Gewerkschaften (LIGA) Gewerkschaftsverband für Fachkräfte (Értelmiségi Szakszervezeti Tömörülés, ÉSZT) Landesverband der Arbeitsräte (Munkástanácsok Országos Szövetsége, MOSZ)
Irland Irischer Gewerkschaftsverband (Irish Congress of Trade Unions, ICTU)
Italien Allgemeiner Italienischer Arbeiterverband(Confederazione Generale Italiana del Lavoro, Cgil) Italienische Vereinigung der Arbeitergewerkschaften (Confederazione Italiana Sindacato Lavoratori, Cisl) Italienische Arbeitergewerkschaft (Unione Italiana del Lavoro, Uil)
Lettland Lettischer Bund Freier Gewerkschaften (Latvijas Brīvo Arodbiedrību savienība, LBAS)
Luxemburg Verband Unabhängiger Gewerkschaften Luxemburg (Onofhängege Gewerkschafts-Bond Lëtzebuerg, OGB-L) Verband Christlicher Gewerkschaften Luxemburg (Lëtzebuerger Chrëschtleche Gewerkschafts-Bond, LCGB) Allgemeiner Verband des Öffentlichen Sektors (Confédération générale de la fonction publique, CGFP) Vereinigung von Bank- und Versicherungsangestellten Luxemburg (Associations luxembourgeoise des employés de banque et d’assurances, ALEBA)/Gewerkschaft der Privatwirtschaftlichen Angestellten (Union des employés privés, UEP)-Neutrale Arbeitergewerkschaft Luxemburg (Neutral Gewerkschaft Luxembourg, NGL)-Nationale Gewerkschaft der Privatwirtschaftlichen Angestellten (Syndicat national des employés privés-Rénovateurs, SNEP) (ALEBA/UEP-NGL-SNEP)
Malta Malteser Gewerkschaftsverband (Confederation of Maltese Trade Unions, CMTU)
Niederlande Niederländischer Gewerkschaftsbund (Federatie Nederlandse Vakbeweging, FNV) Christlicher Gewerkschaftsbund (Christelijk Nationaal Vakverbond, CNV) Vereinigung für mittleres und gehobenes Management (Middelbaar en Hoger Personeel, MHP)
Norwegen Norwegischer Gewerkschaftsverband (Landsorganisasjonen i Norge, LO) Verband der Akademikergewerkschaften (Utdanningsgruppenes Hovedorganisasjon, UHO) Verband der Vocational-Gewerkschaften (Yrkesorganisasjonenes Sentralforbund, YS) Vereinigung Norwegischer Akademikerverbände (Akademikerne) Bund Norwegischer Akademikerverbände (Akademikernes Fellesorganisasjon, AF)
Polen Gesamt-Polnischer Gewerkschaftsverband (Ogólnopolskie Porozumienie Związków Zawodowych, OPZZ) Unabhängige Selbstverwaltende Gewerkschaft Solidarność (Niezależny Samorządny Związek Zawodowy, NSZZ Solidarność) Gewerkschaftsforum (Forum Związków Zawodowych, FZZ)
Portugal Allgemeiner Portugiesischer Arbeiterverband (Confederação Geral de Trabalhadores Portugueses, CGTP) Allgemeine Arbeitergewerkschaft (União Geral de Trabalhadores, UGT)
Rumänien Verband Meridian (Confederatia Meridian) Verband Cartel Alfa (Confederatia Cartel Alfa) Nationaler Verband Freier Gewerkschaften Rumäniens 'Fratia' (Confederaţia Naţională a Sindicatelor Libere din România Frăţia, CNSLR Frăţia) Demokratischer Gewerkschaftsverband Rumäniens (Confederaţia Sindicatelor Democratice din România, CSDR) Nationaler Gewerkschaftsblock (Blocul Naţional Sindical, BNS)
Slowakei Gewerkschaftsverband der Slowakischen Republik (Konfederácia odborových zvazov Slovenskej republiky, KOZ SR)
Slowenien Vereinigung Freier Gewerkschaften von Slowenien (Zveza svobodnih sindikatov Slovenije, ZSSS) KNSS - Unabhängiger Verband Neuer Gewerkschaften von Slowenien (KNSS - Neodvisnost, Konfederacija novih sindikatov Slovenije, KNSS) Slowenischer Gewerkschaftsverband Pergam (Konfederacija sindikatov Pergam Slovenije, Pergam) Gewerkschaftsverband ΄90 von Slowenien (Konfederacija sindikatov '90 Slovenije, Konfederacija '90)
Spanien Gewerkschaftsverband der Arbeiterkommissionen (Comisiones Obreras, CC.OO) Allgemeiner Arbeiterverband (Unión General de Trabajadores, UGT) Arbeitergewerkschaftsverband (Unión Sindical Obrera, USO) Allgemeiner Arbeiterverband (Confederación General del Trabajo, CGT)
Schweden Schwedischer Gewerkschaftsverband (Landsorganisationen, LO) Schwedischer Fachangestelltenverband (Tjänstemännens Centralorganisation, TCO) Schwedischer Verband der Akademikerverbände (Svenska Akademikers Centralorganisation, SACO)
Vereinigtes Königreich Britischer Gewerkschaftsverband (Trades Union Congress, TUC)
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