Arbeitgeberverbände in Europa

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  • Observatory: EurWORK
  • Topic:
  • Date of Publication: 28 June 2004



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Author:
Martin Behrens/Franz Traxler
Institution:

Die vorliegende vergleichende Studie untersucht die Arbeitgeberverbände in der gegenwärtigen Europäischen Union, zwei neuen Mitgliedstaaten (Ungarn und Slowenien) und Norwegen. Sie konzentriert sich auf die nationalen, branchenübergreifenden 'Spitzenverbände der Arbeitgeber' (National Employer Peak Associations, NEPAs) in den einzelnen Ländern sowie deren Mitgliedsverbände und untersucht die aktuelle Situation und die jüngsten Entwicklungen im Hinblick auf Organisationsstruktur, Mitgliedschaft, Aufgaben und Zuständigkeiten. Dabei zeigt sich, dass die Arbeitgeberverbände in vielen Bereichen eine zentrale Rolle spielen, von den Tarifverhandlungen über die Lobbyarbeit bis hin zur Mitwirkung in zahlreichen öffentlichen Gremien. Ihre Organisationsstruktur weist erhebliche Unterschiede auf - einige Länder haben beispielsweise nur einen einzigen Spitzenverband, andere sieben oder mehr - und ist häufig komplex. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass die generelle Bereitschaft der Arbeitgeber zur Mitgliedschaft in einem Arbeitgeberverband nachlässt, und die Mitgliedszahlen bleiben in den meisten Ländern ziemlich stabil. Viele Verbände rationalisieren jedoch ihre Aufgaben und/oder relevanten Mitgliedsbereiche angesichts des wachsenden Drucks zur ökonomischen Nutzung ihrer Ressourcen.

Arbeitgeberverbände sind Organisationen, die die kollektiven Interessen der Arbeitgeber auf dem Arbeitsmarkt vertreten und fördern. Der Umfang und Inhalt dieser kollektiven Interessen im Vergleich zu den Einzelinteressen eines Arbeitgebers ist nicht objektiv vorgegeben oder offensichtlich, sondern hängt von der Interpretation ab. Daher gibt es große Unterschiede in der Struktur, der Basis der Mitgliedschaft und den Aufgaben der Arbeitgeberverbände in den einzelnen Ländern. Insbesondere Großunternehmen können bewusst entscheiden, welche Arbeitsmarktinteressen sie selbst verfolgen wollen und welche sie einem Arbeitgeberverband zur Interessenvertretung übertragen. Ein Beispiel für einen besonders individualistischen Ansatz sind die USA, wo Arbeitgeberverbände als Instrument der Interessenvertretung nur eine marginale Rolle spielen. Im Gegensatz dazu spielen Arbeitgeberverbände in Europa traditionell eine viel größere Rolle.

Länderübergreifende Unterschiede in der Existenz, Form und Rolle von Arbeitgeberverbänden haben erhebliche Auswirkungen auf die praktische Ausgestaltung der Arbeitsbeziehungen in den einzelnen Ländern. Ein Beispiel dafür sind die Tarifverhandlungen. In der Regel können Verhandlungen mit mehreren Arbeitgebern nur institutionalisiert werden, wenn Arbeitgeberverbände an den Verhandlungen teilnehmen. Aus ähnlichen Gründen können gesetzliche Bestimmungen zur 'Ausdehnung' von Tarifabschlüssen auf Arbeitgeber, die nicht direkt an sie gebunden sind, nur dann angewandt werden, wenn die für die Arbeitgeberseite unterzeichnende Partei ein Arbeitgeberverband ist (TN0212102S). Anders ausgedrückt, ob Tarifverhandlungen überwiegend mit einem oder mit mehreren Arbeitgebern durchgeführt werden und wie groß der Verhandlungsumfang ist, hängt sehr davon ab, ob Arbeitgeberverbände vorhanden sind und welche Rolle sie übernehmen.

Arbeitgeberverbände haben jedoch nicht nur einen Einfluss auf die Systeme der Arbeitsbeziehungen: Beide sind voneinander abhängig, denn auch sie selbst werden von diesen Systemen beeinflusst (siehe National labour relations in internationalised markets. A comparative study of institutions, change and performance, F. Traxler, S. Blaschke und B. Kittel, Oxford University Press, 2001, Nationale Arbeitsbeziehungen auf internationalisierten Märkten. Eine vergleichende Studie der Institutionen, Veränderungen und Leistung). Aus vergleichender Sicht besteht beispielsweise eine Interdependenz zwischen der Struktur der 'Spitzenverbände' der Arbeitgeber und der Gewerkschaften, da zwischen der Anzahl der ersteren und der letzteren auf dieser Ebene ein eindeutiger Zusammenhang besteht. Die Dichte von Arbeitgeberverbänden (als Anteil aller Mitarbeiter, die von Mitgliedsunternehmen beschäftigt werden) steigt signifikant an, sobald gesetzliche Regelungen zur Ausdehnung von Tarifabschlüssen mit mehreren Arbeitgebern auf nicht dem Verband angehörige Arbeitgeber zur Anwendung kommen, da die Ausdehnung in der Praxis (nicht angeschlossene) Arbeitgeber dazu veranlasst, dem entsprechenden Arbeitgeberverband beizutreten. Darüber hinaus verändert sich tendenziell der politische Einfluss von Arbeitgeberverbänden mit der Art des Verhandlungssystems: Es ist nachgewiesen, dass Arbeitgeberorganisationen - zusammen mit ihren Verhandlungspartnern in den Gewerkschaften - deutlich mehr Rechte haben, an der staatlichen Politik mitzuwirken, wenn in ihrem nationalen Kontext Verhandlungen mit mehreren Arbeitgebern überwiegen, als in einem Kontext, in dem überwiegend mit einem Arbeitgeber verhandelt wird (siehe 'The metamorphoses of corporatism', Franz Traxler, demnächst veröffentlicht in European Journal of Political Research,Die Metamorphosen des Korporatismus). Der Grund dafür ist, dass Tarifverhandlungen mit mehreren Arbeitgebern - ganz im Gegensatz zu Verhandlungen mit einzelnen Arbeitgebern - makroökonomische Relevanz haben. Diese Relevanz bedeutet einen merklichen Anreiz für den Staat, die Kooperation der verhandelnden Parteien zu suchen und diese in politische Entscheidungen einzubeziehen.

Arbeitgeberverbände können folglich zur Steigerung der wirtschaftlichen Leistung eines Landes beitragen, indem sie 'öffentliche Güter' bereitstellen. Zu diesen 'Gütern' gehört die Koordinierung der Tarifverhandlungen mit wirtschaftlichen Anforderungen, wie z. B. Beschäftigung und Preisstabilität, oder die Mitwirkung an staatlichen Programmen in Bereichen wie z. B. Berufsbildung.

Aus all diesen Gründen gelten die Arbeitgeberverbände - zusammen mit den Gewerkschaften - als Hauptakteure der Arbeitsbeziehungen in der Europäischen Union, insbesondere im Hinblick auf ihre Mitwirkung an dem Beratungsverfahren über mögliche Initiativen der Europäischen Union zu Sozialpolitik und Arbeitsbeziehungen innerhalb des Rahmens, den Artikel 138 des EG-Vertrags vorgibt. Die Europäische Kommission hielt in ihrem Bericht des Jahres 2002 über die Arbeitsbeziehungen in Europa (EU0211207F) Folgendes fest: 'Die Rolle der Sozialpartner ist ein entscheidendes Merkmal des europäischen Sozialmodells, das eine Reihe von Werten vereint: Verantwortung, Solidarität und Mitwirkung.'

Die vorliegende vergleichende Studie basiert auf den Beiträgen der nationalen Zentren des Europäischen Observatoriums für die Entwicklung der Arbeitsbeziehungen (EIRO) in den derzeitigen EU-Mitgliedstaaten, zwei Staaten, die der EU seit Mai 2004 angehören (Slowenien und Ungarn), sowie Norwegen und umfasst Folgendes:

  • Informationen zur Struktur der Arbeitgeberverbände unter besonderer Berücksichtigung der branchenübergreifenden 'Spitzenverbände';
  • Überblick über die Struktur der Arbeitgeberverbände unterhalb der Spitzenebene, mit Schwerpunkt auf den Mitgliedsverbänden der Spitzenverbände;
  • Darstellung der wichtigsten Entwicklungen in den Organisationsstrukturen;
  • quantitative Daten zu den Mitgliedszahlen und zur Dichte der Arbeitgeberverbände (sowohl in Bezug auf die Anzahl der Unternehmen/Einrichtungen als auch auf die Mitarbeiterzahl);
  • Informationen zu den Aufgaben, die die Spitzenverbände und ihre Mitgliedsverbände übernehmen;
  • Zusammenfassung der wesentlichen Entwicklungstendenzen bei den Aufgaben und Zuständigkeiten der Arbeitgeberverbände.

Definitionen und Begriffe

Wirtschaftsunternehmen bewegen sich auf unterschiedlichen Märkten und verfolgen dementsprechend vielfältige und komplexe Interessen. Infolge dieser Komplexität konzentrieren sich wirtschaftliche Interessenverbände häufig auf einen bestimmten Markt, wenn sie die Interessen ihrer Mitglieder vertreten. Das bedeutet, dass nicht alle wirtschaftlichen Interessenverbände als Arbeitgeberorganisationen agieren. Der Einfachheit halber soll hier zwischen zwei Hauptkategorien von Märkten und Marktinteressen unterschieden werden: dem Arbeitsmarkt, auf dem das Unternehmen Interessen gegenüber den Mitarbeitern vertritt, und den anderen ('Produkt-')Märkten, auf denen das Unternehmen Interessen gegenüber Kunden und Lieferanten vertritt, die häufig selbst Unternehmen sind. Ein Arbeitgeberverband ist eine besondere Art von wirtschaftlichem Interessenverband, der darauf ausgerichtet ist, die gemeinsamen Interessen seiner Mitglieder in Bezug auf den Arbeitsmarkt und die Arbeitsbeziehungen zu vertreten. Das wichtigste Merkmal, das einen wirtschaftlichen Interessenverband als Arbeitgeberverband ausweist, ist die Fähigkeit und Bereitschaft, direkt oder indirekt (über Mitgliedsverbände) Tarifvereinbarungen auszuhandeln. In diesem Zusammenhang sollen wirtschaftliche Interessenverbände jedoch auch dann als Arbeitgeberverband definiert werden, wenn sie auf andere Weise an der Regulierung des Arbeitsmarkts und der Arbeitsbeziehungen beteiligt sind, wie z. B. durch die Mitwirkung an bi- oder trilateralen Beratungen zu damit zusammenhängenden Themen.

Für die Klassifizierung werden drei Haupttypen von wirtschaftlichen Interessenverbänden unterschieden, entsprechend der Art und dem Grad ihrer Spezialisierung in der Funktion:

  • 'reine' Arbeitgeberverbände, die ausschließlich die Interessen ihrer Mitglieder auf dem Arbeitsmarkt und in den Arbeitsbeziehungen vertreten;
  • 'reine' Handelsverbände, die ausschließlich die Interessen ihrer Mitglieder auf dem Produktmarkt vertreten;
  • 'duale' Verbände, die sowohl Arbeitsmarktinteressen als auch Produktmarktinteressen vertreten.

Diese Studie befasst sich ausschließlich mit 'reinen' Arbeitgeberverbänden und dualen Verbänden. Darüber hinaus werden in dieser Studie, aufgrund der erheblichen Unterschiede zwischen dem privaten und dem öffentlichen Sektor in den Arbeitsbeziehungen und Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbänden, alle Arbeitgeberverbände ausgeschlossen, die ausschließlich oder vorwiegend Einrichtungen des öffentlichen Diensts vertreten (z. B. die öffentliche Verwaltung und andere staatliche Einrichtungen).

Die relative Bedeutung von Angelegenheiten des Arbeitsmarkts und der Arbeitsbeziehungen im Vergleich zu anderen Interessen und Vertretungstätigkeiten kann zwischen verschiedenen wirtschaftlichen Interessenverbänden und im Verlauf der Zeit variieren, so dass es mitunter schwierig sein kann, festzustellen, welche wirtschaftlichen Interessenverbände wirklich als Arbeitgeberverbände agieren. Dass es auch zwischen verschiedenen Ländern beträchtliche Unterschiede in den Aufgaben und Zuständigkeiten der 'Verbände' gibt, verstärkt noch die Schwierigkeiten bei der Durchführung einer vergleichenden Studie wie dieser. In der Praxis bedeutet das, dass bestimmte Verbände in einigen Ländern als 'Grenzfälle' zu betrachten sind, wenn zwischen Arbeitgeberverbänden und anderen Verbänden differenziert wird. In diesem Zusammenhang ist ein wichtiges Kriterium für die Klassifizierung, ob ein Verband eine besondere Abteilung hat, die sich mit Fragen des Arbeitsmarkts und der Arbeitsbeziehungen beschäftigt. Die Existenz einer solchen Abteilung weist darauf hin, dass der Verband wesentlich an solchen Fragen mitwirkt. Für den Zweck dieser Studie wird daher davon ausgegangen, dass ein Verband ein Arbeitgeberverband ist, wenn er mindestens eines der folgenden drei Kriterien erfüllt:

  • Der Verband ist in der Lage und bereit, Tarifverhandlungen zu führen, sei es direkt oder indirekt;
  • er ist an bi- oder trilateralen Beratungen zur Regulierung des Arbeitsmarkts und der Arbeitsbeziehungen beteiligt;
  • er besitzt eine spezielle Abteilung, die sich mit solchen Fragen befasst.

Diese Definition legt den Schwerpunkt auf die Funktionen. Demzufolge erfasst sie sowohl Verbände mit freiwilliger Mitgliedschaft als auch Verbände mit obligatorischer Mitgliedschaft (d. h. dass alle Arbeitgeber des relevanten Bereichs gesetzlich zur Mitgliedschaft verpflichtet sind), sofern diese eines der drei obigen Kriterien erfüllen. Diese Definition stimmt mit den Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs und des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechteüberein, die besagen, dass eine obligatorische Mitgliedschaft nicht mit dem Grundsatz der Vereinigungsfreiheit in Konflikt steht.

Diese Studie beschränkt sich zwar auf 'reine' Arbeitgeberverbände und duale Verbände, doch ist selbst die Anzahl solcher Verbände auch in kleineren Ländern so groß, dass eine empirische Untersuchung dieser Art sie nicht alle erfassen kann. In dieser Hinsicht unterscheiden sich Arbeitgeberverbände (und in noch größerem Maße wirtschaftliche Interessenverbände allgemein) erheblich von Gewerkschaften. Ein kürzlich durchgeführter länderübergreifender Vergleich der wichtigsten Dachverbände der Arbeitgeber und der Gewerkschaften ergab, dass die Dachverbände der Arbeitgeber wesentlich mehr Mitgliedsverbände haben als die der Gewerkschaften. (siehe Traxler et al., 2001, oben zitiert).

Angesichts der äußerst großen Anzahl von Arbeitgeberverbänden ist ein länderübergreifender Vergleich nur durchführbar, wenn er sich auf eine bestimmte Kategorie dieser Verbände konzentriert. Deshalb liegt der Schwerpunkt dieser Studie auf einer Kategorie, die als umfassendste und wichtigste gelten kann, nämlich auf den 'nationalen Spitzenverbänden der Arbeitgeber' (NEPAs). Für den Zweck dieser Studie werden diese wie folgt definiert:

  • Sie sind formell unabhängig, d. h. sie sind keine untergeordneten Mitglieder (Mitgliedsverbände) eines anderen Arbeitgeberverbands. Zu den Spitzenverbänden gehören daher (a) unabhängige 'Mitgliedsverbände', denen nur Unternehmen und keine Verbände angehören, und (b) unabhängige Dachverbände (d. h. 'Zusammenschlüsse von Verbänden'), in denen andere (untergeordnete) Verbände und möglicherweise auch Unternehmen organisiert sind;
  • Ihr Mitgliedschaftsbereich muss national (nicht auf eine Provinz oder Region beschränkt) und branchenübergreifend sein. Der Bereich eines Verbands wird als branchenübergreifend klassifiziert, wenn er mehr als einen vollständigen zweistelligen ISIC-Bereich (International Standard Industrial Classification) umfasst, d. h. mehr als einen Wirtschaftssektor. Im Vergleich zu früheren Datenerfassungen, die Arbeitgeberorganisationen in den Ländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vergleichen, die mindestens zwei vollständige einstellige ISIC-Sektoren abdecken (siehe Traxler et al., 2001) - und damit enger definierte Verbände ausschließen und sich nur auf sehr umfassende Verbände konzentrieren - gibt die vorliegende Studie einen detaillierteren Einblick in die 'Landschaft' der Arbeitgeberspitzenverbände in Europa;
  • Sie müssen die Aufgaben eines 'reinen' Arbeitgeberverbands oder eines dualen Verbands entsprechend der oben gegebenen Definition erfüllen.

NEPAs sind die umfassendsten Arbeitgeberverbände in einem Land, da ihr relevanter Bereich sowohl national als auch branchenübergreifend ist. Außerdem sind sie besonders wichtig, weil sie als unabhängige Spitzenverbände in der Regel die vielfältigen Interessen der Arbeitgeber eines Landes zusammenfassen und bündeln. Daher kommen sie dem am nächsten, was man als 'Stimme' der Arbeitgeber eines Landes bezeichnen könnte. Doch auch die enger gefassten, untergeordneten Arbeitgeberverbände verdienen Aufmerksamkeit; in den meisten Mitgliedstaaten der Europäischen Union werden Tarifvereinbarungen nämlich unterhalb der Spitzenebene abgeschlossen, insbesondere auf der Ebene eines Wirtschaftssektors oder einer Branche (TN0401101F). Deshalb sind es hauptsächlich die sektor- und branchenspezifischen Arbeitgeberverbände, die die Tarifverhandlungen führen; sie bilden damit den Kern der Arbeitsbeziehungen. Aus diesem Grund gibt diese Studie auch einen Überblick über diese Verbände. Wie oben erwähnt, ist ihre Anzahl sehr groß, und quantitative Informationen über sie müssen daher auf die Mitgliedsverbände der NEPAs beschränkt bleiben.

Organisationsstruktur der

Arbeitgeberspitzenverbände (NEPAs)

Nachstehende Tabelle 1 enthält die Anzahl der NEPAs (wie für den Zweck dieser Studie definiert) in den 18 untersuchten Ländern. Eine Liste mit den vollständigen Bezeichnungen (gegebenenfalls mit Übersetzung) aller in dieser Tabelle genannten NEPAs befindet sich im Anhang am Ende dieses Dokuments.

Die Anzahl von NEPAs je Land kann als Maßstab für den Differenzierungsgrad der nationalen Arbeitgeberverbandsstrukturen verwendet werden. Im Vergleich fällt am meisten auf, dass der Grad der 'organisatorischen Differenzierung' zwischen den Ländern stark variiert, und zwar von einem einzigen NEPA (in Belgien, Deutschland, Luxemburg und im Vereinigten Königreich) bis zu sieben oder mehr NEPAs (in Italien, Portugal und Ungarn). Die Tatsache, dass diese beiden 'extremen' Gruppen sowohl kleinere als auch große Länder enthalten, weist darauf hin, dass die Größe eines Landes - anders als man erwarten könnte - keinen Einfluss auf den Grad der organisatorischen Differenzierung der Arbeitgeberseite hat.

Tabelle 1. Nationale Spitzenverbände der Arbeitgeber (NEPAs) in Europa*
. Anzahl von NEPAs Abgrenzung des relevanten Bereichs der NEPAs**
Allgemein Sektor KMU*** Genossenschaften Sonstige
Österreich 2 1 1 . . .
Belgien 1 1 . . . .
Dänemark 3 1 2 . . .
Finnland 4 . 3 1 . .
Frankreich 4 1 1 2 . .
Deutschland 1 1 . . . .
Griechenland 3 1 1 1 . .
Ungarn 8 2 2 3 2 .
Irland 4 2 1 1 . .
Italien 16 1 6 5 4 .
Luxemburg 1 1 . . . .
Niederlande 3 1 1 1 . .
Norwegen 5 1 3 . 1 .
Portugal 7 1 5 1 . .
Slowenien 4 2 . 2 . .
Spanien 2 1 . 1 . .
Schweden 5 1 1 1 1 1
Vereinigtes Königreich 1 1 . . . .

* Jüngste Daten; zu den Definitionen von NEPAs siehe obiger Abschnitt 'Definitionen und Begriffe'.

** Anzahl je Land; aufgrund vom mehrfach eingeschlossenen Bereichen entspricht die Gesamtzahl der nach Bereich gegliederten Verbände nicht immer der Gesamtzahl der Spitzenverbände.

*** einschließlich Verbände, die Handwerksunternehmen vertreten.

Quelle: EIRO.

Die Tatsache, dass in der Mehrheit der Länder mehr als ein NEPA existiert, deutet darauf hin, dass selbst diese relativ umfassenden Verbände sich in bestimmten Bereichen spezialisieren, sei es formell oder informell. Bei näherer Betrachtung bestätigt sich diese Feststellung. Tabelle 1 gibt auch einen Überblick über die Kriterien, nach denen die NEPAs ihren relevanten Bereich definieren. In nahezu allen Ländern, die mehr als einen NEPA haben, findet sich ein gemeinsames Muster: Es gibt einen allgemeinen Spitzenverband, dessen relevanter Bereich nicht näher definiert ist, während der Bereich des/der anderen NEPAs näher spezifiziert und dadurch eingegrenzt ist. Finnland, Irland, Slowenien und Ungarn weichen von diesem Muster ab. In Irland, Slowenien und Ungarn gibt es zwei allgemeine NEPAs. In Finnland fehlt ein allgemeiner NEPA im engeren Sinn. Der Finnische Industrie- und Arbeitgeberdachverband (Teollisuus ja Työnantajat, TT) ist relativ umfassend, da er den gesamten Bereich der Fertigungsindustrie und des Baugewerbes abdeckt, jedoch auch Unternehmen aus angrenzenden Bereichen offen steht.

Die am häufigsten verwendeten Kriterien zur Abgrenzung der relevanten Bereiche der NEPAs sind (im weiteren Sinn) am Wirtschaftssektor orientiert. Mit Ausnahme von Slowenien und Spanien haben alle anderen Länder mit mehreren NEPAs mindestens einen Spitzenverband, der seinen relevanten Bereich nach einem (grob abgesteckten) Wirtschaftssektor festlegt. Folgende Sektoren haben am häufigsten einen NEPA, der sich auf die Vertretung seiner Arbeitgeberinteressen spezialisiert hat: Landwirtschaft (Dänemark, Finnland, Frankreich, Italien, Niederlande, Norwegen, Portugal und Ungarn); Dienstleistungen, auf verschiedene Weise definiert, (Finnland, Griechenland, Italien, Norwegen und Portugal) sowie der Finanzsektor (Dänemark, Norwegen und Schweden).

Ein weiteres wichtiges Kriterium für die Abgrenzung der relevanten Bereiche neben den sektorbezogenen Kriterien ist die Unternehmensgröße. In zehn Ländern (Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Niederlande, Portugal, Schweden, Spanien und Ungarn) gibt es eigene NEPAs für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Ein ähnliches Kriterium ist das Handwerk. In Italien gibt es vier NEPAs, die KMU und Handwerksbetriebe zusammenfassen, während andere Verbände sich nur auf KMU konzentrieren. In Slowenien gibt es zwei NEPAs für Handwerksbetriebe, in Frankreich nur einen. Weitere Kriterien für die Abgrenzung des relevanten Bereichs sind Genossenschaften (Italien, Norwegen, Schweden und Ungarn), 'industrielle Organisationsmethoden' (Italien) und gemeinnützige Einrichtungen (Schweden). In Ungarn sind Genossenschaften und KMU in einem NEPA organisiert.

Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass die Bestimmungen für die Mitgliedschaft in allen Fällen keineswegs klar definiert oder formell niedergelegt sind. In Finnland beispielsweise sehen die Regelungen des TT für die Mitgliedschaft vor, dass auch Unternehmen aus anderen Bereichen als der Fertigungsindustrie und dem Baugewerbe dem Verband beitreten können, wenn sie in irgendeiner Weise an diese Sektoren angrenzen. Dies lässt Spielraum für die Auslegung und führt zu Prozessen der 'Selbstauswahl' innerhalb dieser Unternehmensgruppen. Häufig haben sich als Reaktion auf andere NEPAs und auf den sozioökonomischen Wandel informelle Bestimmungen für die Mitgliedschaft innerhalb der NEPAs entwickelt. Der Niederländische Verband kleiner und mittlerer Unternehmen (Midden- en Kleinbedijf Nederland, MKB-Nederland) unterscheidet sich beispielsweise nicht in seiner formell Abgrenzung von dem anderen niederländischen NEPA, dem Niederländischen Industrie- und Arbeitgeberverband (Vereniging van Nederlandse Ondernemers-Nederlands Christelijke Werksgeversverbond, VNO-NCW). In beiden Fällen ist der Mitgliedschaftsbereich nicht formell spezifiziert. In der Praxis jedoch konzentriert sich der MKB-Nederland klar auf die Organisation und Vertretung von KMU. Da die Merkmale der tatsächlichen Mitglieder das Profil eines Verbands mehr bestimmen als formelle Abgrenzungen, bezieht sich Tabelle 1 mehr auf die ersteren, wenn es Abweichungen zwischen beiden gibt.

Betrachtet man die Beziehungen zwischen den Verbänden, schließen sich die relevanten Mitgliedsbereiche, die anhand bestimmter Kriterien spezifiziert sind, tendenziell gegenseitig aus. Dies trägt dazu bei, Rivalitäten zwischen den Verbänden einzudämmen. Grundsätzlich gibt es zwei mögliche Formen solcher Rivalitäten: Verbände konkurrieren entweder um Mitglieder und/oder um Vertretungsaufgaben. Die Differenzierung zwischen 'reinen' Arbeitgeberverbänden und 'reinen' Handelsverbänden ist eine Art der 'Spezialisierung in den Aufgaben', die zu nicht konkurrierenden, sich ergänzenden Bereichen führt, unabhängig davon, ob die relevanten Bereiche sich überschneiden. Da die Arbeitgeberverbände alle auf den gleichen Tätigkeitsbereich ausgerichtet sind, sind die Möglichkeiten einer Spezialisierung auf bestimmte Aufgaben ziemlich beschränkt, und die Spezialisierung auf bestimmte Mitglieder wird umso wichtiger als Mittel, den Wettbewerb der Verbände untereinander einzudämmen. Es ist daher kein Zufall, dass die NEPAs in allen Ländern mit mehr als einem Spitzenverband ihren relevanten Bereich spezifiziert haben (siehe Tabelle 1). Diese Spezifizierung ist jedoch unvollständig, da es in allen diesen Fällen einen relativ breit angelegten NEPA gibt, dessen Bereich sich mit dem anderer Verbände überschneidet, die ihre Mitgliedschaft auf einen bestimmten Arbeitgebertyp beschränkt haben.

In der Folge wird in mehr als der Hälfte der betrachteten Länder von einem Wettbewerb zwischen den NEPAs berichtet. Am meisten umworben sind die kleinen und mittleren Unternehmen, denn sieben Länder (Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande und Portugal) berichten über Wettbewerb in dieser Gruppe von Unternehmen. In Finnland und Norwegen sind einige Segmente der Dienstleistungsbranche sehr umworben. Je nach den Umständen kann der Wettbewerb zwischen den Verbänden verschiedene Formen annehmen. Dies zeigt sich am deutlichsten, wenn neue, konkurrierende Verbände auf Spitzenebene gegründet werden (wie in Irland und Portugal). In Luxemburg und Slowenien haben Verbände, die die oben genannte Definition eines NEPA nicht zu erfüllen scheinen, versucht, den bestehenden Verband herauszufordern. Auch der Umfang des Wettbewerbs variiert. Er ist dann am stärksten, wenn einige Mitgliedergruppen aus einem NEPA herausbrechen, wie dies in Irland geschehen ist (siehe unten). Eine Spaltung ist auch unterhalb der Spitzenebene möglich, wie der Fall Norwegen zeigt, wo Stellenvermittlungsagenturen vom Norwegischen Handels- und Dienstleistungsverband (Handels- og Servicenæringens Hovedorganisasjon, HSH) zum Norwegischen Unternehmens- und Industrieverband (Naeringslivets Hovedorganisasjon, NHO) überwechselten.

Im Vergleich ist der Wettbewerb um Vertretungsaufgaben ist die häufigere, aber gleichzeitig mildere Form der Konkurrenz zwischen den NEPAs. Wenngleich ein solcher Wettbewerb zwischen Arbeitgeberverbänden seine Ursache in der Überschneidung von Bereichen hat, kann er auf bestimmte, hochspezialisierte Vertretungsfragen beschränkt bleiben, während ansonsten eine bewährte Arbeitsteilung vorherrscht.

Der Wettbewerb zwischen Verbänden kann nicht nur auf Spitzenebene, sondern auch auf den darunter liegenden Ebenen auftreten und betrifft unter Umständen sogar Mitgliedsverbände desselben Dachverbands. Der Wettbewerb auf mehreren Ebenen ist beispielsweise charakteristisch für Frankreich, wo eine Rivalität besteht zwischen dem Verband französischer Unternehmen (Mouvement des entreprises de France, MEDEF), dem Allgemeinen Dachverband kleiner und mittlerer Unternehmen (Confédération Générale des Petites et Moyennes Entreprises, CGPME) und dem Arbeitgeberverband der Handwerksbetriebe (Union professionnelle artisanale, UPA) sowie auch - in geringerem Ausmaß - zwischen Mitgliedsverbänden, die demselben NEPA angehören. Wettbewerbsbeziehungen unterhalb der Spitzenebene können auch in Ländern mit nur einem NEPA auftreten: Während in Deutschland beispielsweise ein offener Wettbewerb um Mitglieder zwischen Arbeitgeberverbänden sehr selten ist, können neu entstehende Branchen Anlass zu Konflikten bei der Abgrenzung der relevanten Bereiche geben, wie dies bei den Zeitarbeitsunternehmen der Fall war. Entscheidungen von Großunternehmen, von einem Arbeitgeberverband zu einem anderen zu wechseln, haben bei verschiedenen Gelegenheiten bereits zu Spannungen geführt, auch wenn sich diese in keinem Fall zu einem öffentlichen Disput ausgeweitet haben. Dies lenkt die Aufmerksamkeit auf einen entscheidenden Grund für den Wettbewerb zwischen Verbänden. Arbeitgeberverbände vertreten Unternehmen, also eine Gruppe wirtschaftlicher Akteure, die untereinander mehr konkurrieren als alle anderen Akteure in der Gesellschaft. Wenn man berücksichtigt, dass der Wettbewerb zwischen den Verbänden sich auf relativ begrenzte Bereiche konzentriert (insbesondere um KMU und bestimmte Branchen des Dienstleistungssektors), so bedeutet das auch, dass es den Arbeitgeberverbänden in relativ hohem Maße gelungen ist, nicht konkurrierende, komplementäre Bereiche abzugrenzen.

Verbände unterhalb der Spitzenebene

Spitzenverbände der Arbeitgeber (NEPAs), so wie sie hier definiert sind, sind diejenigen Arbeitgeberverbände, deren relevanter Mitgliedsbereich am breitesten angelegt ist. Unterhalb der Spitzenebene gibt es in vielen Ländern stärker abgegrenzte Verbände, die in zwei Hauptgruppen untergliedert werden können: Mitgliedsverbände eines NEPAs sowie Verbände derselben niedrigen Ebene, die keinem NEPA angeschlossen sind. In Schweden wurden beispielsweise Arbeitgeberverbände gegründet, die keinem Spitzenverband angehören, um besondere Arbeitgebergruppen eigenständig und unabhängig zu vertreten, z. B. Zeitungen, Rundfunkanstalten, Theater, den öffentlichen Nahverkehr in Stockholm, gemeinnützige Organisationen der Arbeiterbewegung, das Friseurgewerbe, den Arbeiterbildungsverband (Arbetarnas Bildningsförbund, ABF) und die Sozialdemokratische Partei (Socialdemokratiska Arbetarepartiet, SAP). In Österreich haben sich die wenigen Arbeitgeberverbände, die nicht dem größten österreichischen Spitzenverband der Arbeitgeber, der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) angehören, auf Tarifverhandlungen für bestimmte Gruppen spezialisiert, z. B. für Druckereien, Zeitungen, Elektrizitätsversorgungsunternehmen und regional abgegrenzte Bereiche der Landwirtschaft. Diese Beispiele zeigen, dass Arbeitgeberverbände unterhalb der Spitzenebene, die keinem NEPA angehören, eher Gruppen außerhalb der industriellen Kernbereiche vertreten, die wiederum von den NEPAs und deren Mitgliedsverbänden vertreten werden. Diese Studie konzentriert sich darauf, einen Überblick über die Mitgliedsverbände der NEPAs zu geben, nicht zuletzt, weil deren Zahl, wie unten ausgeführt, so groß ist.

NEPA-Mitgliedsverbände der niedrigeren Ebenen sind Teil eines integrierten, mehrere Ebenen umfassenden Systems der Arbeitgebervertretung. Die Anzahl der 'Organisationsebenen' (d. h. die Anzahl der Ebenen in der hierarchischen Ordnung der Arbeitgeberverbände) variiert sowohl zwischen den Ländern als auch zwischen den NEPAs innerhalb eines Landes. Bei der Betrachtung des größten NEPAs in jedem Land zeigt sich, dass in den meisten Fällen drei Organisationsebenen existieren, in einigen Ländern auch vier oder fünf (siehe Traxler et al., 2001, oben zitiert). Diese ausgeklügelte hierarchische Ordnung geht häufig mit einem komplexen Netz von miteinander verknüpften branchen- und gebietsbezogenen Differenzierungen einher. Im Fall des Dachverbands der deutschen Arbeitgeberverbände (Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände, BDA), ergibt sich beispielsweise das Muster, dass die branchenspezifischen Verbände auf der Ebene der Bundesländer sowohl in branchenübergreifenden Landesverbänden als auch in branchenspezifischen Bundesverbänden organisiert sind, wobei in den Letzteren auch enger abgegrenzte nationale Branchenverbände zusammengefasst sind. Die 14 branchenübergreifenden Landesverbände und die 54 branchenspezifischen Bundesverbände sind direkte Mitglieder der BDA. Insgesamt befinden sich 688 Verbände unter dem Dach der BDA. Eine ähnliche Art der doppelten Mitgliedschaft zeigt sich in Österreich bei der WKÖ. Für jedes der neun Bundesländer existiert eine eigene Kammer. Außerdem werden Unternehmen nach Branchen und Sektoren zu Strukturen geordnet, die sowohl den entsprechenden Länderkammern als auch der nationalen WKÖ angeschlossen sind. Innerhalb der WKÖ auf Bundesebene gibt es 129 branchenspezifische Untereinheiten (die wiederum in sieben breitere Bereiche gegliedert sind), und innerhalb der Länderkammern gibt über 1.200 branchenspezifische Untereinheiten.

Nachstehende Tabelle 2 enthält die Anzahl der Mitgliedsverbände derjenigen NEPAs, für die Zahlen verfügbar sind. Bei der Interpretation dieser Zahlen sind drei Punkte nennenswert:

  • Verbände niedriger Ebenen haben infolge der komplexen Struktur der Dachverbände möglicherweise mehrere Mitgliedschaften in Verbänden der höheren Ebenen. Zusammen mit der großen Anzahl von Mitgliedsverbänden erschwert dies selbst für die Dachverbände, festzustellen, wie viele Verbände sich unter ihrem Dach befinden. Außerdem führt die unterschiedliche Anzahl hierarchischer Ebenen bei den Dachverbänden dazu, dass auch verschieden ist, was als 'Mitgliedsverbands' gezählt wird. Um einen strengen Vergleich zwischen den Ländern durchzuführen, könnte man nur diejenigen Mitgliedsverbände zählen, die direkte Mitglieder des Dachverbands sind (siehe Traxler et al., 2001, oben zitiert). Damit wird jedoch der volle Umfang der Differenzierung innerhalb eines Dachverbands nicht deutlich. Aus allen diesen Gründen sind die in Tabelle 2 enthaltenen Zahlen nur Schätzwerte, die sich auf ziemlich unterschiedliche Kategorien von Mitgliedsverbänden beziehen können;
  • Verbände, die einem NEPA angeschlossen sind, müssen nicht unbedingt Arbeitgeberverbände sein. Viele Dachverbände schließen auch 'reine' Handelsverbände ein. Dies gilt insbesondere für 'duale' Dachverbände;
  • Arbeitgeberdachverbände haben häufig eine 'gemischte' Mitgliederstruktur, da bei ihnen sowohl Verbände niedriger Ebenen als auch Unternehmen als direkte Mitglieder eingetragen sind. In diesen Fällen umfasst Tabelle 2 nur die Mitgliedsverbände.
Tabelle 2. Anzahl der Mitgliedsverbände in Arbeitgeberdachverbänden*
Land Dachverbände** Anzahl der Mitgliedsverbände***
Österreich WKÖ 1.329
Belgien FEB/VBO 33
Dänemark DA 13
SALA 5
Finnland TT 29
PT 13
SY 80
Frankreich MEDEF 87
CGPME 400
UPA 4.553
Deutschland BDA 688
Griechenland SEV 78
Ungarn MGYOSZ 61
MOSZ 24
IPOSZ 300
KISOSZ 22
OKISZ 28
Irland IBEC 50
CIF 36
Italien Confindustria 258
Confagricoltura 143
Coldiretti 116
Confapi 121
Confcommercio 277
Confesercenti 121
Confartigianato 219
Cna 150
Claai 124
Legacoop 8
Confcooperative 115
Luxemburg UEL 8
Niederlande VNO-NCW 180
MKB-Nederland 500
LTO-Nederland 18
Norwegen NHO 22
Portugal CIP 42
CCP 104
CAP 331
Spanien CEOE 230
Schweden SN 48
Vereinigtes Königreich CBI 150

* Jüngste Daten.

** Die vollständigen Bezeichnungen der Dachverbände sind im Anhang am Ende dieses Dokuments enthalten.

*** In einigen Fällen Schätzwerte.

Quelle: EIRO.

Die Anzahl der Mitgliedsverbände in den Arbeitgeberdachverbänden variiert sowohl innerhalb der einzelnen Länder als auch zwischen den Ländern. Wie bei der Anzahl von NEPAs besteht kein eindeutiger Zusammenhang mit der Größe des Landes, da Dachverbände auch in einigen kleineren Ländern (wie z. B. den Niederlanden und Österreich) eine große Anzahl von Mitgliedsverbänden haben. Jedoch lassen sich zwei interessante Merkmale herauslesen. Erstens ist die Anzahl der Mitgliedsverbände generell in allen nördlichen Ländern niedrig, was hauptsächlich auf eine Welle von Zusammenschlüssen in den achtziger und neunziger Jahren zurückzuführen ist. Zweitens haben Dachverbände, deren Fundament die KMU sind, häufig eine relativ große Zahl von Mitgliedsverbänden - wie z. B. CGPME, MKB-Nederland, der Verband finnischer Unternehmen (Suomen Yrittäjät) und UPA. Dafür gibt es zwei mögliche Erklärungen. Auf der einen Seite benötigen kleine und mittlere Unternehmen die von ihren Verbänden angebotenen Leistungen mehr als größere Unternehmen, was eine differenzierte Organisationsstruktur erfordert. Auf der anderen Seite halten diese Firmen möglicherweise an den traditionellen, eng definierten Abgrenzungen von Handwerksbetrieben fest, woraus sich entsprechende Organisationsmuster ergeben.

Organisatorischer Wandel

Arbeitgeberverbände sind keine statischen, sondern dynamische Einrichtungen und haben seit Anfang der neunziger Jahre in mehreren Ländern einen großen organisatorischen Wandel erlebt. Die wichtigsten Entwicklungen waren die Bildung neuer NEPAs einerseits und die Zusammenschlüsse bestehender NEPAs andererseits. In sechs Ländern sind Veränderungen beider Arten zu verzeichnen.

Der eingezogene Mitgliedschaftsbereich der NEPAs hat zur Folge, dass das Entstehen einer neuen Organisation sich häufig auf die Bereichsabgrenzungen des/der bestehenden NEPAs auswirkt oder sogar eine Herausforderung für sie bedeutet. In Irland geschah dies 1994 in Form einer Abspaltung, bei der eine Anzahl kleinerer Mitgliedsunternehmen die Irish Business and Employers Confederation (IBEC) verließ, um einen eigenen Verband zur Vertretung der KMU, die Irish Small and Medium Enterprises Association (ISME), zu gründen. In Portugal wurden vier neue Spitzenverbände gegründet für: KMU (1996); Tourismus (1996); Landwirtschaft (1995) und Fischerei (2000). In allen diesen Fällen wurden die potenziellen Mitglieder bereits von den vorhandenen NEPAs abgedeckt. Die tiefgreifendsten Änderungen vollzogen sich in den ehemals kommunistischen Beitrittsländern im Verlauf ihres Übergangs vom alten zum neuen Regierungssystem. Unter dem alten Regime gab es spezielle Verbände für bestimmte Kategorien von Unternehmen. Sowohl in Ungarn als auch in Slowenien gelang es diesen Verbänden, auf verschiedene Weise zu überleben. Ebenso wurden neue Organisationen gegründet. In Slowenien wurden 1994 von den zwei bestehenden 'Kammern' der Arbeitgeber (Allgemeine Kammer und Handwerkskammer) zwei neue NEPAs ins Leben gerufen, weil diese glaubten, durch die Gründung von parallel bestehenden Arbeitgeberverbänden mit freiwilliger Mitgliedschaft - im Gegensatz zu den Kammern mit obligatorischer Mitgliedschaft - werde sich die Legitimität der Vertretung der Arbeitgeberinteressen in der Gesellschaft erhöhen (SI0211102F). Jetzt sieht es jedoch so aus, dass die Kammern mit obligatorischer Mitgliedschaft künftig wohl nicht mehr die Interessen der Arbeitgeber in Tarifverhandlungen vertreten werden (diese Rolle war viel kritisiert worden), sondern den NEPAs mit freiwilliger Mitgliedschaft das Feld überlassen. Ungarn hat hier einen etwas anderen Weg genommen, denn alle früheren Organisationen, die die sozialistischen Staatsbetriebe vertreten hatten, wurden als freiwillige Verbände neu gegründet. Darüber hinaus wurden Ende der achtziger/Anfang der neunziger Jahre zwei neue NEPAs gegründet, von denen einer immer noch als unabhängiger Verband existiert. Der organisatorische Wandel blieb jedoch nicht auf die Beitrittsländer beschränkt. Unterhalb der Spitzenebene wurden in mehreren Ländern als Reaktion auf die Entstehung neuer Wirtschaftszweige neue Verbände gegründet.

Die Zusammenschlüsse von NEPAs im Verlauf der letzten zehn Jahre dienten im Wesentlichen zwei Zwecken: der Rationalisierung von Aufgaben und der Rationalisierung der relevanten Mitgliedsbereiche.

Die Rationalisierung von Aufgaben bedeutet das Ende der getrennten Vertretung von Arbeitsmarktinteressen und Produktmarktinteressen, indem 'reine' Arbeitgeberspitzenverbände und 'reine' Handelsspitzenverbände im gemeinsamen organisatorischen Rahmen eines 'dualen' Spitzenverbands zusammengefasst werden. In drei Ländern (Finnland, Irland und Schweden) hat sich daher der umfassendste Spitzenverband der Arbeitgeber mit dem entsprechenden Handelsverband zusammengeschlossen. Die daraus resultierenden 'dualen' Verbände sind TT (1992 gegründet), IBEC (1993) und der Dachverband schwedischer Unternehmen (Svenskt Näringsliv) (2001 - SE0105199N).

Die Rationalisierung der relevanten Mitgliedsbereiche zielt darauf ab, einen größeren Verband zu schaffen und/oder Überschneidungen der relevanten Bereiche zwischen angrenzenden Verbänden zu beseitigen. Die niederländischen Verbände VNO-NCW and MKB-Nederland sowie der Dachverband ungarischer Arbeitgeber und Industrieunternehmen (Munkaadok es Gyariparosok Orszagos Szövetsege, MGYOSZ) entstanden durch Zusammenschlüsse vorhandener NEPAs, und zwar 1997, 1995 bzw. 1998 (ähnliche Bestrebungen sind 2004 in Finnland im Gange - FI0403201N). Die Rationalisierung von Aufgaben und relevanten Mitgliedsbereichen wurde 1990 bei der Schaffung des HSH in Norwegen kombiniert. Der HSH entstand aus einem Zusammenschluss von verschiedenen enger definierten Verbänden, sowohl reinen Arbeitgeberverbänden als auch reinen Handelsverbänden.

Rationalisierungsprozesse fanden auch auf den Ebenen unterhalb der Spitzenverbände statt. Dazu gehören Zusammenschlüsse reiner Handelsverbände und reiner Arbeitgeberverbände derselben Branche, sowie Zusammenschlüsse von Arbeitgeberverbänden verwandter Branchen. Abgesehen von den oben erwähnten nördlichen Ländern wird eine erhebliche Zahl von Zusammenschlüssen auf solchen niedrigeren Ebenen aus Italien, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich berichtet.

Ein wichtiger Grund für solche organisatorischen Rationalisierungsprozesse ist der, dass die Arbeitgeberverbände unter dem Druck stehen, ihre Ressourcen ökonomisch zu nutzen. Dies ist auf die wachsenden Konkurrenz zwischen Unternehmen zurückzuführen, die diese zu Kosteneinsparungen zwingt, unter anderem auch bei den Mitgliedsbeiträgen für Verbände. Auf diesen Druck hin haben einige NEPAs in Ländern wie z. B. Dänemark, Deutschland, Finnland, Schweden und Österreich seit Anfang der neunziger Jahre tiefgreifende Reformen eingeleitet, um deutliche Einsparungen in den Haushaltsmitteln, den Mitgliedsbeiträgen und/oder den Personalkosten zu erreichen. Ebenso hat der Dachverband der britischen Industrie (Confederation of British Industry, CBI) seine Personalkosten um über 10% gekürzt, allerdings aus anderen Gründen (nämlich wegen eines Fehlbetrags aufgrund der fallenden Aktienkurse, wodurch die Kosten der Pensionsrückstellungen in die Höhe getrieben wurden).

Entwicklung der Mitgliedschaft

Mit der deutlichen Ausnahme zweier Länder, in denen die Mitgliedschaft in einigen Arbeitgeberorganisationen obligatorisch ist (Slowenien und Österreich) sind die Arbeitgeberverbände in allen untersuchten Ländern Organisationen mit freiwilliger Mitgliedschaft, die selbständig ihre Mitglieder finden und ihre Mitgliedsdaten unabhängig verwalten. Zum Teil als Folge dieser Autonomie (die die meisten Arbeitgeberverbände mit ihren Verhandlungspartnern bei den Gewerkschaften gemeinsam haben) ist die Mitgliedschaft in den Arbeitgeberorganisationen nur in einer Minderheit der Länder in den offiziellen Statistiken dokumentiert. Deshalb basieren die Zahlen über die absolute oder relative Mitgliedschaft, wenn sie überhaupt verfügbar sind, meist auf Daten, die von den NEPAs selbst angegeben werden. In vielen Ländern zögern die NEPAs und ihre Mitgliedsverbände, ihre Mitgliedszahlen regelmäßig zu veröffentlichen; dafür gibt es zwei Gründe. Zunächst sind in vielen Ländern die tatsächlichen Zahlen der Mitgliedsunternehmen bei den Arbeitgeberverbänden der niedrigeren Ebenen zu finden, und es wäre ein großer Aufwand, diese Daten bei Dutzenden oder sogar Hunderten von Mitgliedsverbänden eines NEPAS anzufordern. Zweitens haben Daten zur Mitgliedschaft auch politische Bedeutung und sind in öffentlichen Diskussionen häufig umstritten.

In Tabelle 3 wird dargestellt, welche Daten zu diesem Punkt verfügbar sind. Die Tabelle enthält überwiegend (falls nicht anders angegeben) Detailangaben zur Mitgliedschaft in einzelnen NEPAs oder Gruppen bestimmter NEPAs, jedoch nicht die gesamten NEPA-Mitgliedszahlen für ganze Länder. Datenlücken bestehen insbesondere in Ländern mit mehreren NEPAs. Länder werden nicht in der Liste aufgeführt, wenn für sie keine Daten verfügbar sind oder die Quelle der verfügbaren Daten als zu unsicher für diese Studie betrachtet wird. Wegen der Überschneidung der relevanten Bereiche und der in einigen Ländern vorhandenen mehrfachen Mitgliedschaft, d. h. dass ein Unternehmen möglicherweise (direkt oder indirekt) in mehr als einem NEPA Mitglied ist, ergeben die Prozentzahlen innerhalb eines Landes in der Summe nicht die nationale Mitgliedsrate.

Von den Ländern, bei denen seit 1990 ein genereller Trend in den Mitgliedszahlen erkennbar ist (siehe Tabelle 3), verzeichnen sechs eine ziemlich stabile Situation, in einigen Fällen sogar mit einem leichten Anstieg, während in zwei anderen Ländern ein mehr kontinuierlicher Anstieg der Mitgliedszahlen zu beobachten ist. In drei Ländern sind die Mitgliedszahlen leicht zurückgegangen (wenngleich in verschieden Ländern unterschiedlich stark), und in zwei weiteren Ländern waren diverse Trends in verschiedenen NEPAs zu verzeichnen.

Tabelle 3. Mitgliedszahlen der NEPAs (jüngste verfügbare Zahlen)
Land NEPA* Mitgliedschaft in % der Unternehmen Mitgliedschaft in % der Mitarbeiter Allgemeine Tendenz seit 1990
Österreich WKÖ 100 100 sehr stabil
Belgien FEB/VBO 85-90 (1) -/- sehr stabil
Dänemark DA, SALA und FA (5) -/- 52 (3) stabil/leicht ansteigend
Finnland TT 7 66 kein Trend erkennbar
PT 12 54 ansteigend
Deutschland BDA -/- -/- fallend
Irland IBEC -/- 60 (2) (4) -/-
Italien Confagricoltura 30 (3) -/- stabil
Coldiretti 25 (3) -/-
Cia 38 (3) -/-
Confindustria 3 (3) 51 (3)
Confapi 2 (3) 23 (3)
Confetra 41 (3) 56 (3)
Confcommercio 56 (3) -/-
Confesercenti 18 (3) 31 (3)
Confartigianato 16 (3) -/-
Cna 11 (3) -/-
Claai 5 (3) -/-
Legacoop 14 35
Confcooperative 22 39
Unci 8 11
Agci 7 -/-
Luxemburg UEL -/- 80 stabil/leicht ansteigend
Niederlande VNO-NCW -/- etwa 90 stabil
Norwegen NHO, HSH, FA, SamFo und LA -/- 58 (2) ansteigend
Slowenien OZS 100 100 sehr stabil
GZS 100 100 sehr stabil
ZDS 2 (3) 35 (3) überwiegend fallend
ZDODS 21 (3) 12 (3) -/-
Spanien CEOE und CEPYME 75 (3) -/- ansteigend
Vereinigtes Königreich CBI 13 (2) <42 (2) langsam fallend

** Die vollständigen Bezeichnungen der Dachverbände sind im Anhang am Ende dieses Dokuments enthalten.

(1) Schätzung eines Vertreters der Arbeitgeberorganisation; (2) Schätzung des Forschers; (3) basierend auf den von den NEPAs selbst angegebenen Daten; (4) der Erwerbsbevölkerung ohne Landwirtschaft; (5) Mitgliedsdaten beziehen sich auf das ganze Land.

Quelle: EIRO.

Eine kleine Anzahl von NEPAs hat geschlechtsspezifische Mitgliedsstrukturen. Die österreichische WKÖ, der niederländische Verband für Landwirtschaft und Gartenbau (Land en Tuinbouw Organisatie Nederland, LTO) und die italienischen Verbände Confcommercio, Confartigianato, Coldiretti und Confcooperative unterhalten spezielle Einheiten, Abteilungen oder Ausschüsse zur Vertretung von Unternehmerinnen. In Deutschland und Portugal gibt es keine solchen formellen Strukturen der Interessenvertretung innerhalb der NEPAs, sondern Verbände zur Interessenvertretung von Unternehmerinnen, die jedoch als Handelsverbände gelten. Wie im Falle Deutschlands unterhalten diese Verbände enge Beziehungen mit dem NEPA. In einer Reihe von anderen Ländern verfolgen die NEPAs geschlechtsspezifische Initiativen, die jedoch noch nicht zur Schaffung formalisierter Strukturen geführt haben.

Aufgaben und Zuständigkeiten der NEPAs

Arbeitgeberspitzenverbände (NEPAs) haben einen großen Bereich von Aufgaben und Zuständigkeiten. Es gibt einen kleinen Kernbereich von Themen, die bei fast allen NEPAs bearbeitet werden, hinzu kommt noch ein weites Feld an zusätzlichen Aufgaben, die zumindest bei einigen Verbänden anfallen. Insgesamt umfasst das Tätigkeitsfeld der NEPAs knapp 20 verschiedene Aufgaben und Arbeitgeberfunktionen. Es lassen sich jedoch drei wesentliche Tätigkeitsbereiche ermitteln, die von den NEPAs in fast allen in dieser Studie untersuchten Ländern durchgeführt werden:

  • Mit Ausnahme des Vereinigten Königreichs sind die NEPAs in allen Ländern an bi- oder trilateralen 'korporatistischen' Institutionen beteiligt;
  • politische Lobbyarbeit zu verschiedenen Themen, meist auf dem Gebiet des Arbeitsmarkts, der Arbeitsbeziehungen, der Wohlfahrt und der Wirtschaftspolitik steht bei allen NEPAs auf der Tagesordnung;
  • mit Ausnahme von Luxemburg und dem Vereinigten Königreich (für Portugal stehen keine Informationen zur Verfügung) sind alle NEPAs an Tarifverhandlungen beteiligt, entweder durch direkte Aushandlung von Tarifvereinbarungen mit den Gewerkschaften oder indirekt durch die Koordinierung der Verhandlungstätigkeiten ihrer Mitgliedsverbände. Der Anteil der Beteiligung variiert mit den Schlüsselmerkmalen der nationalen Tarifverhandlungssysteme, aber auch mit der Kompetenzverteilung zwischen den NEPAs und ihren Mitgliedsverbänden.

Aufgaben, die nur bei einem kleinen Teil der NEPAs zur Tagesordnung gehören, sind: politische Aktionen für den Umweltschutz (Luxemburg); direkte Schlichtung von Streitigkeiten (Dänemark); Forschungs- und Entwicklungsprogramme (Irland, Norwegen, Slowenien und Österreich); sowie Steuerangelegenheiten (Irland, Ungarn). Duale Verbände haben durch ihren Mischcharakter als Arbeitgeber- und Handelsverband ein größeres Aufgabenfeld als reine Arbeitgeberverbände. Jedoch hängt der Arbeitsbereich der NEPAs, wie bereits erwähnt, von der spezifischen Verteilung der Kompetenzen und Zuständigkeiten zwischen ihnen und den ihnen angeschlossenen Arbeitgeberverbänden ab.

Tarifhoheit

Die Beziehung zwischen den Arbeitgeberspitzenverbänden (NEPAs) und ihren Mitgliedsverbänden im Bereich der Tarifverhandlungen wird bis zu einem gewissen Grad bestimmt durch die formellen Bestimmungen der Satzungen der verschiedenen Verbände, aber auch durch weniger formale Faktoren wie z. B. Ressourcen, Zugang zu Informationen, altbewährte Routinevorgänge und informelle Vereinbarungen zwischen den Arbeitgeberführern auf verschiedenen Ebenen. Da informelle Verfahren schwer zu analysieren und zu vergleichen sind, konzentriert sich diese Studie hauptsächlich auf die formellen Rechte der NEPAs gegenüber ihren Mitgliedsverbänden. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass die Tarifhoheit der Arbeitgeberverbände nicht identisch ist mit dem allgemeinen Zentralisierungsgrad der Tarifverhandlungen oder mit der Ebene der Verhandlungskoordinierung, weil letztere nicht einseitig vom strategischen Verhalten der Arbeitgeber bestimmt wird, sondern auch von den Bemühungen und Fähigkeiten der Gewerkschaft zur Koordinierung/Zentralisierung der Verhandlungen.

In zehn der 18 untersuchten Länder (Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Schweden, Spanien, Ungarn und Vereinigtes Königreich) genießen die Mitgliedsverbände eine ziemlich weitreichende Autonomie und arbeiten daher unabhängig von ihren Spitzenverbänden, so dass die Arbeitgeberinteressen viel stärker auf Mitgliedsebene als auf Spitzenebene vertreten werden. Die Tarifautonomie der Arbeitgeberverbände der niedrigeren Ebenen - eines der wichtigsten Tätigkeitsfelder der Arbeitgeber - zeigt sich im Fehlen formeller Kompetenzen der NEPAS über ihre Mitgliedsverbände. Die meisten NEPAs in Italien verhandeln beispielsweise in der Regel nicht auf Branchenebene und haben kein Vetorecht gegenüber den von ihren Mitgliedsverbänden ausgehandelten Vereinbarungen (es sollte jedoch erwähnt werden, dass informelle Verfahren häufig von dieser Regel abweichen). Die Mitglieder des finnischen Verbands TT sind zwar gehalten, den Spitzenverband über Tariffragen zu informieren, der TT selbst hat jedoch keine formelle Tarifhoheit. Vom TT unterzeichnete Vereinbarungen haben reinen Empfehlungscharakter, und nur seine Mitgliedsverbände können verbindliche Vereinbarungen treffen. Jedoch müssen alle von einem Mitgliedsverband initiierten Aussperrungen dem TT zur Genehmigung vorgelegt werden, der wiederum dazu berechtigt ist, selbst eine Aussperrung zu verhängen. Österreich ist hier ein Sonderfall, da die WKÖ das 'Subsidiaritätsprinzip' anwendet, demzufolge Angelegenheiten immer von derjenigen Einheit zu bearbeiten sind, die den betroffenen Mitgliedsunternehmen am nächsten steht. Tarifverhandlungen fallen meist in den Bereich der WKÖ-Mitgliedsverbände.

Im Gegensatz dazu sind die formalen Rechte der NEPAs gegenüber ihren Mitgliedsverbänden in einer Reihe von Ländern (Belgien, Dänemark, Griechenland, Norwegen und Slowenien) wesentlich größer. Dazu gehört auch das Recht, Tarifvereinbarungen entweder direkt auszuhandeln oder den Mitgliedsverbänden bestimmte Verhandlungsziele vorzugeben. Der norwegische Verband NHO beispielsweise ist Vertragspartei in allen Vereinbarungen, die von seinen Mitgliedsverbänden abgeschlossenen werden, verwaltet einen zentralen Konfliktfonds und hat außerdem weitreichende Kompetenzen über seine Mitgliedsverbände. Diese Mitgliedsverbände können daher ohne Genehmigung des NHO keine Vereinbarungen abschließen und keinen Arbeitskampf beginnen. In Slowenien sind die Unternehmen direkte Mitglieder der NEPAs, daher müssen diese keine Kompetenzen und Zuständigkeiten mit Arbeitgeberverbänden niedrigerer Ebenen teilen, während der Verband der griechischen Industrie (SEV) branchenbezogene Tarifvereinbarungen direkt unterzeichnet, die für seine Mitgliedsverbände verbindlich sind. In Irland sind die Kompetenzen der NEPAs gegenüber ihren Mitgliedsverbänden in den vier Spitzenverbänden unterschiedlich, und es ist keine allgemeine Tendenz erkennbar.

Zwar bildet die formelle Verteilung der Rechte und Kompetenzen zwischen den NEPAs und deren Mitgliedsverbänden einen Rahmen, innerhalb dessen konkrete politische Ziele formuliert und verfolgt werden, es sei jedoch darauf hingewiesen, dass in einigen Fällen auch informelle Verfahren und Routinen existieren, die die Beziehung zwischen Spitzenverbänden und ihren Mitgliedsverbänden beeinflussen. In den Niederlanden sind beispielsweise die formellen Rechte der NEPAs über ihre Mitgliedsverbände eher schwach ausgeprägt, diese haben jedoch ein ziemlich effektives System der 'weichen' Koordinierung der Tarifverhandlungen.

Vertretung in öffentlichen Gremien

In den meisten Fällen ist die Vertretung in verschiedenen öffentlichen Gremien eher Sache der Spitzenverbände als der Mitgliedsverbände. Wie Tabelle 4 unten zeigt, sind die Arbeitgeber in solchen Gremien in fast allen 18 untersuchten Ländern formell vertreten. Während die Beteiligung an solchen Strukturen meist formell vorgesehen ist und die NEPAs offiziell als Mitglieder dieser Gremien anerkannt sind, werden die Arbeitgeber im Vereinigten Königreich eher als kompetente Einzelpersonen ernannt denn als offizielle Vertreter eines Arbeitgeberverbands.

Die offiziellen Gremien, in denen Arbeitgebervertreter mitwirken, können bi- oder trilateral sein oder noch eine breitere Mitgliedsbasis haben. Ihre Rolle kann in der Beratung, Konsultation oder sogar in der Verhandlung/Vorgabe von Standards liegen. Ihr Aufgabenbereich kann allgemeiner Art sein - wie bei CNT/NAR (Belgien), OKE (Griechenland), Cnel (Italien), SER und STAR (Niederlande) oder OÉT (Ungarn) - oder auf spezifische Themen ausgerichtet - häufig soziale Sicherheit (wie in Deutschland, Frankreich, Griechenland und Italien), Aspekte der Lohn- und Gehaltspolitik (wie in Finnland und Norwegen) oder Fragen der Tarifverhandlungen/Arbeitsbeziehungen (wie in Deutschland, Irland und Luxemburg).

Tabelle 4. Mitwirkung der NEPAs in öffentlichen Gremien*
Land Betroffene öffentliche Gremien**
Österreich Zahlreiche öffentliche, 'korporatistische' Institutionen.
Belgien Nationaler Arbeitsrat (Conseil National du Travail/Nationale Arbeidsraad, CNT/NAR); verschiedene Gremien auf branchenbezogener oder regionaler Ebene.
Dänemark DA: 26 öffentliche Gremien unter der ausschließlichen Schirmherrschaft des Ministeriums für Arbeit. SALA: 27 Ausschüsse unter der Schirmherrschaft verschiedener Ministerien. FA: mit dem Finanzsektor verbundene Ausschüsse.
Finnland Wirtschaftsrat (Talousneuvosto); Ausschuss für den Ausgleich in der Einkommenspolitik (Tulopoliittinen selvitystoimikunta). TT: Mitwirkung in 300 weiteren Gremien. PT: Mitwirkung in annähernd 250 Gremien.
Frankreich Nationale Union für Beschäftigung in Industrie und Handel (Union nationale pour l'emploi dans l'industrie et le commerce, UNEDIC), Arbeitslosenversicherungsfonds. UPA: Mittelverwaltungseinrichtungen der sozialen Sicherheit.
Deutschland Ausschuss zur Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen; Verwaltungsräte der drei Systeme der sozialen Sicherheit; Vertretung in Arbeitsgerichten und öffentlichen Rundfunkanstalten (Rundfunkrat).
Griechenland Wettbewerbsausschuss; Kapitalmarktausschuss; Regulierungsbehörde für Energie; Höchstes Arbeitsgericht; Arbeitsinspektion; Wirtschafts- und Sozialrat (OKE); Vermittlungs- und Schlichtungsdienst (OMED); Sozialversicherungsstiftung (IKA);Verband für Beschäftigung der Erwerbsbevölkerung (OAED); Arbeiterwohlfahrtsstiftung (OEE); Arbeiterwohnungsgenossenschaft (OEK); Ausschüsse in verschiedenen Ministerien.
Ungarn Nationaler Rat für Interessenausgleich (Országos Érdekegyeztető Tanács, OÉT).
Irland IBEC: Ausschuss für Arbeitsbeziehungen (Labour Relations Commission, LRC); Gemeinsame Arbeitsausschüsse (Joint Labour Committees, JLC); Nationaler Wirtschafts- und Sozialrat (National Economic and Social Council, NESC); Nationales Wirtschafts- und Sozialforum (National Economic and Social Forum, NESF); Nationales Zentrum für Partnerschaft und Leistung (National Centre for Partnership and Performance, NCPP); sowie Vertretung im Arbeitsgericht und in über 80 verschiedenen Institutionen und Ausschüssen. CCI: Mitwirkung im NESC und NESF.
Italien Nationaler Rat für Wirtschaft und Arbeit (Consiglio Nazionale dell’Economia e del Lavoro, Cnel); Sozialversicherungsgremien; verschiedene Beratungsausschüsse auf Ministeriumsebene.
Luxemburg Trilateraler Koordinierungsausschuss (Comité de coordination tripartite); Wirtschafts- und Sozialrat (Conseil économique et social); Nationale Kredit- und Investitionsgesellschaft (Société nationale de Crédit et d’Investissement); Nationale Einigungsstelle (Office National de Conciliation).
Niederlande Zahlreiche öffentlichen Gremien; Sozial- und Wirtschaftsrat (Sociaal-Economische Raad, SER); Stiftung für Arbeit (Stichting van de Arbeid, STAR).
Norwegen Technischer Berechnungsausschuss für Einkommensausgleich (Teknisk Beregningsutvalg for Inntektsoppgjørene, TBU); Kontaktausschuss für Einkommenspolitik (Regjeringens kontaktutvalg for inntektsoppgjørene); Nationaler Lohnrat (Rikslønnsnemnda); Vertretung in verschiedenen anderen Ausschüssen und Gremien.
Portugal CAP, CIP, CCP und CTP: Wirtschafts- und Sozialrat (Conselho Económico e Social, CES); Ständiger Ausschuss für soziale Konzertierung (Comissão Permanente de Concertação Social, CPCS).
Slowenien Wirtschafts- und Sozialrat (Ekonomsko socialni svet Slovenije, ESSS); Verwaltungsrat der Agentur für Arbeit; Versammlung der Agentur für Alters- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung; Versammlung der Agentur für Krankenversicherung; Gemeinsamer Beratungsausschuss EU-Slowenien; Exekutivausschuss ICC-Slowenien; Rundfunk- und Fernsehrat.
Spanien Wirtschafts- und Sozialrat (Consejo Económico y Social, CES); Nationales Institut für Arbeit (Instituto Nacional de Empleo, INEM); Staatlicher Ausschuss für Weiterbildung (Comisión Estatatal para la Formación Continua, CEFC); Vertretung in über 40 nationalen Ausschüssen und Institutionen.
Schweden Arbeitsgericht; Behörden, die am Vermittlungsprozess und der Bearbeitung von Arbeitsunfällen/Berufskrankheiten beteiligt sind; Vertretung in öffentlichen Ad-Hoc-Ausschüssen (z. B. zur Arbeitszeit).
Vereinigtes Königreich Mitwirkung einzelner Arbeitgebervertreter im Niedriglohnausschuss (Low Pay Commission, LPC), im Rat für Lernen und Kompetenz (Learning and Skills Council, LSC) und im Exekutivausschuss Sicherheit und Gesundheitsschutz (Health and Safety Executive, HSE), aber keine formelle Vertretung.

* In den meisten Ländern wirken die NEPAs an so vielen öffentlichen Gremien mit, dass an dieser Stelle nicht alle aufgezählt werden können. Deshalb sind in der Tabelle nur die wichtigsten Gremien aufgeführt, außerdem sind die allgemeinen Tätigkeitsfelder angegeben, in denen diese Mitwirkung stattfindet.

** Die Bezeichnungen bestimmter NEPAs sind nur angegeben, wenn klare Hinweise bestehen, dass nicht alle NEPAs in einem bestimmten Land in einem bestimmten Gremium oder Tätigkeitsfeld mitwirken.

Quelle: EIRO.

Tabelle 4 enthält nur die Vertretung in den wichtigsten öffentlichen Gremien, aber selbst an diesen ausgewählten Fällen wird deutlich, dass die NEPAs an vielen Aspekten des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens teilhaben. Es gibt jedoch zwei wichtige Fälle, in denen NEPAs ihre Mitwirkung in einer Anzahl solcher Gremien systematisch reduziert haben. Im Jahre 2001 beschloss der französische Verband MEDEF, sich aus der direkten Leitung der gemeinsam geführten Sozialversicherungskassen Frankreichs (FR0012109N und FR0107167N) zurückzuziehen, und CGPME folgte seinem Beispiel. In den neunziger Jahren zog sich der Vorgänger des Dachverbands schwedischer Unternehmen, der schwedische Arbeitgeberdachverband (Svenska Arbetsgivareföreningen) formell aus Verwaltungsräten und anderen öffentlichen Gremien zurück, um sich von dem zu distanzieren, was er als 'exzessiven Korporatismus' betrachtete. In der Praxis hat sich jedoch wenig geändert, da viele NEPA-Funktionäre weiterhin in öffentlichen Gremien mitwirken, nun jedoch als persönliche Vertreter (siehe "Disappearance of social partnership in Sweden during the 1990s and its sudden reappearance in late 1998", Victor Pestoff, ECPR, 1999 (Das Verschwinden der sozialen Partnerschaft in den neunziger Jahren in Schweden und ihr plötzliches Wiedererscheinen gegen Ende 1998)).

Koordinierung der Arbeitgeberaktivitäten auf europäischer Ebene

Die Interessenvertretung der NEPAs auf europäischer Ebene erfolgt hauptsächlich über die Mitgliedschaft im Europäischen Wirtschafts- und Arbeitgeberverband (UNICE), wenn es sich um einen NEPA allgemeiner Ausrichtung handelt, oder in der Europäischen Union des Handwerks und der Klein- und Mittelbetriebe (UEAPME), wenn der NEPA die Interessen von KMU vertritt. Die NEPAs, die auf einen Wirtschaftssektor ausgerichtet sind, sind häufig Mitglied der entsprechenden europäischen Arbeitgeberverbände/Dachverbände des betreffenden Sektors.

Infolge der Intensivierung des europäischen Integration haben einige NEPAs ihre Aktivitäten auf europäischer Ebene verstärkt. Besonders bei größeren Arbeitgeberverbänden ist es durchaus üblich, ein eigenes Verbindungsbüro in Brüssel zu unterhalten; Ungarn stellt hier jedoch einen außergewöhnlichen Fall dar, weil die ungarischen Arbeitgeber sich dazu entschlossen, ihre bilateralen und trilateralen Aktivitäten auf europäischer Ebene zu koordinieren. Im Januar 1999 gründeten alle NEPAs den Dachverband ungarischer Arbeitgeberverbände für die internationale Kooperation (Magyar Munkaadói Szervezetek Nemzetközi Együttműködési Szövetsége, CEHIC), um ihre Beziehungen mit der Europäischen Union und mit den europäischen und internationalen Wirtschafts- und Arbeitgeberverbänden zu koordinieren.

Veränderungen des Aufgabenbereichs und der Rolle

Abgesehen von der europäischen und transnationalen Koordination der Arbeitgeberaktivitäten spüren viele NEPAs in jüngster Zeit bereits im eigenen Land die wachsende Bedeutung von EU-Fragen und schenken diesen mehr Aufmerksamkeit. Dies trifft insbesondere auf den Dachverband schwedischer Unternehmen zu, der im Vorfeld eines Referendums 2003 eine Kampagne für den Beitritt zur Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion durchführte (SE0309101F). In verschiedenen anderen Ländern, wie z. B. in Österreich und im Vereinigten Königreich, haben Arbeitgeberverbände der politischen Lobbyarbeit zu EU-Themen erhebliches Gewicht gegeben.

In Bezug auf Tarifverhandlungen hat sich in der Tagesordnung einiger Arbeitgeberverbände viel geändert. In vier Ländern (Dänemark, Schweden, Ungarn und Vereinigtes Königreich) erlebten die NEPAs und ihre Mitgliedsverbände in den letzten Jahrzehnten eine deutliche Dezentralisierung der Verhandlungsstrukturen. Im Vereinigten Königreich fanden in den achtziger Jahren immer weniger Tarifverhandlungen mit mehreren Arbeitgebern statt, während in jüngerer Zeit in den anderen Ländern dezentralisiert wurde. In den neunziger Jahren verschob sich in Dänemark ein wesentlicher Teil der Verhandlungskompetenz von der branchenübergreifenden zur branchenspezifischen Ebene, und die meisten Tarifvereinbarungen werden nun auf der letzteren Ebene ausgehandelt, viele davon vom Dachverband der dänischen Industrie (Dansk Industri, DI). Strukturell gesehen ging diese Kompetenzverschiebung mit einem Prozess der 'zentralisierten Dezentralisierung' einher, der finanzielle Ressourcen vom dänischen Arbeitgeberdachverband DA zu seinen Mitgliedsverbänden verlagerte und auch zu massiven Fusionsbewegungen zwischen den branchenspezifischen Arbeitgeberverbänden führte. 1999 wurde jedoch eine 'Klimavereinbarung' zwischen dem DA und dem dänischen Gewerkschaftsdachverband (Landsorganisationen i Danmark, LO) geschlossen, der den Einfluss dieser zentralen Dachverbände wieder herstellte. Diese Vereinbarung sieht vor, dass DA und LO in Tarifverhandlungen eine koordinierende Funktion haben, legt jedoch auch fest, dass die Tarifverhandlungen von den branchenspezifischen Mitgliedsverbänden ausgehandelt werden. Darüber hinaus halten sich die DA-Mitgliedsverbände in der Praxis an gemeinsame, verbindliche Verhandlungsverfahren, und die von den ihnen ausgehandelten Tarifabschlüsse müssen vom DA formell genehmigt werden. Eine ähnliche Verschiebung der Verhandlungskompetenzen von branchenübergreifenden zu branchenspezifischen Verbänden fand in Schweden statt, wo der SAF (jetzt Dachverband schwedischer Unternehmen) 1991 sich aus den zentralen Lohnverhandlungen zurückzog und die Verantwortung für diesen Bereich an seine Mitgliedsverbände übertrug. In Ungarn schließlich fand ab Mitte der neunziger Jahre eine Dezentralisierung in Form einer Auflösung von branchenspezifischen Verhandlungen (mit mehreren Arbeitgebern) statt (HU0401103F). Eine gewisse Koordinierung der Verhandlungen findet zwar immer noch über das trilaterale nationale Forum statt, sowie über die bilateralen, branchenspezifischen sozialen Dialogstrukturen, die vom EU-Programm PHARE finanziell unterstützt werden (HU0212106F), doch waren diese Initiativen noch nicht in der Lage, den Rückgang der branchenspezifischen Verhandlungen zu kompensieren.

In einigen anderen Ländern dagegen wurden die Tarifverhandlungen in relativ jüngster Vergangenheit (re)zentralisiert. Auf Druck der Regierung kehrte Belgien beispielsweise ab den achtziger Jahren zu nationalen, branchenübergreifenden Tarifvereinbarungen zurück, wodurch die Rolle des Arbeitgeberdachverbands FEB/VBO wieder mehr Gewicht erhielt. In Irland hat der IBEC seine Rolle in nationalen Tarifverhandlungen in mehreren sukzessiven Vereinbarungen zur sozialen Partnerschaft nach und nach ausgeweitet.

Eine interessante Entwicklung ist schließlich in Deutschland zu beobachten, wo die Arbeitgeberverbände ihren Mitgliedern die Möglichkeit geben, sich gegen eine Tarifbindung zu entscheiden Verschiedene Mitgliedsverbände der BDA bieten den Unternehmen den Mitgliedsstatus 'Ohne Tarifbindung' (OT) an, bei dem ein Unternehmen alle Serviceleistungen der BDA in Anspruch nehmen kann, jedoch nicht an die in einem branchenweiten Tarifabschluss enthaltenen Vereinbarungen gebunden ist (DE0212202F). In Norwegen haben die Arbeitgeberverbände traditionell eine Reihe von Mitgliedern, die nicht an Tarifvereinbarungen gebunden sind. In jüngerer Zeit ist der Anteil der Mitglieder ohne Tarifbindung gestiegen, wenngleich dies nicht als Arbeitgeberstrategie gesehen wird, Tarifabschlüsse zu unterlaufen.

Diskussionen um die Arbeitgebervertretung

Insgesamt wird in der Öffentlichkeit wenig über die Vertretung der Arbeitgeberinteressen oder die Entwicklung der Arbeitgeberverbände diskutiert, doch es gibt einige Ausnahmen.

In einigen Ländern wurde darüber diskutiert, wie hoch die Mitgliedszahlen sind oder wie repräsentativ Arbeitgebervertretungen sind; diese Diskussionen waren in den Kontext der Tarifverhandlungen und der Ausdehnung von Tarifvereinbarungen (d. h. ihre Verbindlichkeit für Nichtmitglieder) eingebettet. In den Niederlanden sieht die Gesetzgebung für die Ausdehnung von Tarifvereinbarungen (NL0211104F) vor, dass der oder die unterzeichnenden Arbeitgeberverbände mindestens 55%-60% der Erwerbsbevölkerung eines Wirtschaftssektors vertreten muss, damit ein sektorspezifischer Tarifabschluss auf Nichtmitglieder ausgedehnt werden kann. Dieses Gesetz stieß auf Kritik, weil es dazu beitrage, starre Regeln für den Arbeitsmarkt einzuführen, und den Arbeitgeberverbänden zu viel Macht über nicht angeschlossene Unternehmen (häufig neue Firmen) gebe. Deutschland hat vor kurzem eine größere öffentliche Diskussion über die Rolle der Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften in branchenweiten Tarifverhandlungen erlebt (DE0312202F). Es gab Aufrufe - insbesondere aus den Reihen der Oppositionsparteien im Bundestag, der Christlich-Demokratischen Union (CDU) und der Christlich-Sozialen Union (CSU), aber auch von der Bundesvereinigung der Deutschen Industrie (BDI)- zur Deregulierung der branchenspezifischen Verhandlungen im Allgemeinen, sowie zu einer Stärkung der Rolle der Unternehmensführung gegenüber den branchenspezifischen Arbeitgeberverbänden im Besonderen.

In Slowenien gab es Stimmen der Kritik an dem System der obligatorischen Mitgliedschaft von Unternehmen in den Industrie und Handwerkskammern (GZS und OZS) (SI0211102F), sowie an der Rolle dieser Kammern in Tarifverhandlungen, die in der Zukunft wahrscheinlich ihr Ende finden wird (SI0212101F). Die Rolle der Arbeitgeber war auch Gegenstand der Diskussion innerhalb eines PHARE-Programms zur 'Förderung und Entwicklung des sozialen Dialogs'. Die Repräsentativität der Arbeitgeberverbände war auch in Ungarn ein Thema, insbesondere in Bezug auf ihre Vertretung in der trilateralen Konzertierung auf nationaler Ebene. Außerdem kritisierten die Gewerkschaften den dezentralisierten Charakter des Arbeitgeberverbands. Aufgrund dieser Dezentralisierung, so die Argumentation der Gewerkschaften, haben viele Arbeitgeberverbände kein Mandat, verbindliche Tarifvereinbarungen für ihre Mitglieder abzuschließen.

Kommentar

Da diese Studie im Wesentlichen eine 'Momentaufnahme' oder einen Querschnitt der gegenwärtigen Situation der Arbeitgeberverbände in Europa darstellt und keine Analyse über einen bestimmten Zeitraum umfasst, ist es schwierig, Entwicklungstrends auszumachen. Dennoch lassen sich einige Muster erkennen. Vor allem unterstreichen die Ergebnisse dieser Studie die Tatsache, dass Arbeitgeberverbände in einer Vielzahl von Bereichen eine wichtige Rolle spielen. Arbeitgeberspitzenverbände und ihre Mitgliedsverbände haben (in den meisten Ländern) eine wesentliche Funktion in Tarifverhandlungen mit mehreren Arbeitgebern und in der Koordinierung von Verhandlungen, sie leisten auf vielen Gebieten politische Lobbyarbeit und gestalten durch ihre Mitwirkung in zahlreichen öffentlichen Gremien verschiedene Aspekte des sozialen und wirtschaftlichen Lebens mit. Die Vertretung der gemeinsamen Interessen der Arbeitgeber basiert auf einem ziemlich komplexen Netz von Verbandsstrukturen, innerhalb dessen die nationalen Spitzenverbände mit bis zu fünf niedrigeren Ebenen von Mitgliedsverbänden verknüpft sind. Auf nationaler Ebene geht der Differenzierungsgrad der Spitzenverbände von Ländern mit nur einem einzigen NEPA bis zu Ländern, die sieben oder mehr NEPAs besitzen. Es ist auffallend, dass es trotz dieser großen Komplexität in den Aufgaben und Strukturen von Arbeitgeberverbänden selten zu Rivalitäten zwischen ihnen kommt. Bei näherer Analyse der Vertretungsstrukturen auf der Ebene der Spitzenverbände zeigt sich, dass die Abgrenzung organisatorischer Bereiche wesentlich dazu beiträgt, den Wettbewerb zwischen Verbänden einzuschränken und damit die "Wettkampfarena" klein zu halten.

Diese Studie zeigt auf, dass kein klares Messsystem existiert, das für die Differenzierung verschiedener Arten oder Gruppen von nationalen Systemen zur Arbeitgebervertretung geeignet wäre. Die verschiedenen nationalen Systeme zur Vertretung der Arbeitgeberinteressen lassen sich zwar im Hinblick auf einige ihrer spezifischen Aspekte und Dimensionen klassifizieren - wie z. B. das Vertretungssystem auf Spitzenebene, die Stabilität der Mitgliedschaft oder die Art des organisatorischen Wandels - es scheint jedoch kein allgemeingültiges Grundprinzip zu geben, das es ermöglicht, Gruppen von Ländern oder gemeinsame Muster für eine Reihe von Ländern zu bestimmen (so wie in der universitären Forschung Wohlfahrtsstaaten oder Gewerkschaften klassifiziert wurden). Länder, die nur einen einzigen Spitzenverband besitzen (Belgien, Deutschland, Luxemburg und das Vereinigte Königreich) weisen beispielsweise ganz unterschiedliche Muster in der generellen Entwicklung ihrer Mitgliederzahlen auf. Die Verbände in Deutschland und im Vereinigten Königreich verlieren seit Anfang der neunziger Jahre Mitglieder, wogegen die Mitgliedszahlen in Belgien und Luxemburg äußerst stabil bleiben.

In einer Reihe von Ländern konnten die Arbeitgeber durch Zusammenschlüsse und die Gründung neuer NEPAs ihre nationale Form der gemeinsamen Interessenvertretung anpassen. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass die Bereitschaft der Arbeitgeber zur Mitgliedschaft in einem Arbeitgeberverband generell nachlässt - in den meisten Ländern, für die Daten verfügbar sind, bleiben die Mitgliedszahlen der Arbeitgeberverbände ziemlich stabil. Untersucht man die öffentliche Diskussion um Arbeitgeberverbände, gibt es keine Anzeichen dafür, dass ihre Repräsentativität generell infrage gestellt wird. Die Arbeitgeberverbände in den beiden neuen Mitgliedstaaten Ungarn und Slowenien, die in diese Studie aufgenommen wurden, sind jedoch weniger konsolidiert. Zwar hat die obligatorische Mitgliedschaft in den 'Kammern' dazu beigetragen, ein hohes Maß an formeller Vertretung in Slowenien beizubehalten, doch die freiwillige Mitgliedschaft in Arbeitgeberverbänden ist im Rückgang begriffen, und die Vertretung in Verbänden wird in einigen Bereichen immer mehr zersplittert. Weitere Forschungen werden in der Zukunft klären müssen, ob dieser Trend auch für die Arbeitgeberverbände in anderen Beitrittsländern Gültigkeit hat.

Schließlich hat der immer schärfere Wettbewerb zwischen Unternehmen die Arbeitgeberverbände zunehmend unter Druck gesetzt, ihre Ressourcen ökonomisch zu nutzen. Dies wurde durch eine Rationalisierung der Aufgaben und/oder der relevanten Mitgliedsbereiche erreicht. (Martin Behrens, Institut für Wirtschafts- und Sozialforschung, und Franz Traxler, Universität Wien)

Anhang

Nationale Spitzenverbände der Arbeitgeber in den 18 untersuchten Ländern
ÁFEOSZ Nationaler Verband der Verbrauchergenossenschaften (Általános Fogyasztási Szövetkezetek Országos Szövetsége) (Ungarn)
Agci Allgemeiner Verband italienischer Genossenschaften (Associazione Generale Cooperative Italiane)
AMSZ Arbeitgeberverband der Landwirtschaft (Agrár Munkáltatók Szövetsége) (Ungarn)
Arbetsgivaralliansen Allianz schwedischer Arbeitgeber (Arbetsgivaralliansen)
BAO Arbeitgeberverband der schwedischen Bankinstitute (Bankinstitutens Arbetsgivarorganisation)
BDA Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände
CAP Dachverband portugiesischer Landwirte (Confederação da Agricultura Portuguesa)
Casartigiani Unabhängiger Dachverband der Handwerksverbände (Confederazione Autonoma Sindacati Artigiani) (Italien)
CBI Dachverband der britischen Industrie (Confederation of Britisch Industry)
CCI Irische Handelskammer (Chamber of Commerce Ireland)
CCP Portugiesischer Dienstleistungs- und Handelsverband (Confederação do Comércio e Servicos de Portugal)
CEOE Spanischer Dachverband der Arbeitgeberverbände (Confederación Española de Organizaciones Empresariales)
CEPYME Spanischer Dachverband kleiner und mittlerer Unternehmen (Confederación Española de la Pequeña y Mediana Empresa)
CGPME Allgemeiner Dachverband kleiner und mittlerer Unternehmen (Confédération Générale des Petites et Moyennes Entreprises) (Frankreich)
Cia Dachverband italienischer Landwirte (Confederazione italiana agricoltori)
CIF Verband des Baugewerbes (Construction Industry Federation) (Irland)
CIP Dachverband der portugiesischen Industrie (Confederação da Agricultura Portuguesa)
Claai Dachverband italienischer freier Handwerksverbände (Confederazione delle Libere Associazioni Artigiane Italiane)
CMPME Dachverband der kleinsten, kleinen und mittleren Unternehmen (Confederação das Micro, Pequenas e Médias Empresas) (Portugal)
Cna Nationaler Dachverband für das Handwerk, kleine und mittlere Unternehmen (Confederazione Nazionale dell'Artigianato e della Piccola e Media Impresa) (Italien)
CNA Nationaler Dachverband der Landwirtschaft (Confederação Nacional da Agricultura) (Portugal)
Coldiretti Coldiretti (Landwirtschaft, Italien)
Confagricoltura Allgemeiner Dachverband der italienischen Landwirtschaft (Confederazione Generale dell’Agricoltura Italiana)
Confapi Italienischer Dachverband kleiner und mittlerer Industrieunternehmen (Confederazione italiana della piccola e media industria)
Confartigianato Allgemeiner italienischer Dachverband des Handwerks (Confederazione Generale Italiana dell’Artigianato)
Confcommercio Allgemeiner italienischer Dachverband für Handel und Tourismus (Confederazione Generale Italiana del Commercio e del Turismo)
Confcooperative Dachverband italienischer Genossenschaften (Confederazione Cooperative Italiane)
Confesercenti Italienischer Dachverband für Handel, Tourismus und Dienstleistung (Confederazione italiana esercenti attività commerciali, turistiche e dei servizi)
Confetra Allgemeiner italienischer Dachverband für Transport und Logistik (Confederazione Generale Italiana dei Trasporti e della Logistica)
Confindustria Allgemeiner Dachverband der italienischen Industrie (Confederazione Generale dell’Industria Italiana)
Confservizi Confservizi (lokale öffentliche Dienste, Italy)
CORPA Dachverband der Fischereiverbände (Confederação das Organizações Representativas da Pesca Artesanal) (Portugal)
CTP Portugiesischer Dachverband für Tourismus (Confederação do Turismo Português)
DA Dänischer Dachverband der Arbeitgeber (Dansk Arbejdsgiverforening)
ESEE Nationaler Dachverband griechischer Händler
FA Dänischer Arbeitgeberverband für den Finanzsektor (Finanssektorens Arbejdsgiverforening)
FA Norwegischer Arbeitgeberverband für den Finanzsektor (Finansnæringen Arbeidsgiverforening)
FEB/VBO Verband belgischer Unternehmen (Fédération des Entreprises de Belgique/Verbond van Belgische Ondernemingen)
FNSEA Nationaler Dachverband der Landwirtschaftsverbände (Fédération nationale des syndicats d’exploitants agricoles, FNSEA) (Frankreich)
GSEVEE Allgemeiner Dachverband griechischer Kleinunternehmer und Händler
GZS Slowenische Industrie- und Handelskammer (Gospodarska zbornica Slovenije)
HSH Verband norwegischer Handels- und Dienstleistungsunternehmen (Handels- og Servicenæringens Hovedorganisasjon)
IBEC Dachverband irischer Unternehmen und Arbeitgeber (Irish Business and Employers Confederation)
IPOSZ Nationaler Verband der Industrieunternehmen (Ipartestületek Országos Szövetsége) (Ungarn)
ISME Irischer Verband kleiner und mittlerer Unternehmen (Irish Small and Medium Enterprises Association)
IV Industriellenvereinigung (Österreich)
KFO Verhandlungsverband der Genossenschaften (Kooperationens förhandlingsorganisation) (Schweden)
KISOSZ Nationaler Verband des Handels und Hotel- und Gaststättengewerbes (Kereskedök és Vendéglátok Országos Érdekképviseleti Szövetsége) (Ungarn)
LA Union der landwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände (Landbrukets Arbeidsgiverforening) (Norwegen)
Legacoop Lega nazionale delle cooperative e mutue (Genossenschaften, Italien)
LTO Niederländischer Verband für Landwirtschaft und Gartenbau (Land- en Tuinbouw Organisatie Nederland)
MEDEF Verband französischer Unternehmen (Mouvement des Entreprises de France)
MGYOSZ Dachverband ungarischer Arbeitgeber und Industrieunternehmen (Munkaadók és Gyáriparosok Országos Szövetsége)
MKB Niederländischer Verband kleiner und mittlerer Unternehmen (Midden- en Kleinbedrijf Nederland)
MOSZ Nationaler Verband landwirtschaftlicher Genossenschaften und Erzeuger (Mezögazdasági Szövetkezök és Termelök Országos Szövetsége) (Ungarn)
MTL Verband landwirtschaftlicher Arbeitgeber (Maaseudun Työnantajaliitto) (Finnland)
NHO Norwegischer Unternehmer- und Industrieverband (Naeringslivets Hovedorganisasjon)
OKISZ Ungarischer Industrieverband (Magyar Iparszövetség)
OZS Handwerkskammer Sloweniens (Obrtna zbornica Slovenije)
PT Arbeitgeberverband des Dienstleistungssektors (Palvelutyönantajat) (Finnland)
SALA Dänischer Dachverband der landwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände (Sammenslutningen af Landbrugets Arbejdsgiverforeninger)
SamFo Samvirkeforetakenes Forhandlingsorganisasjon (Genossenschaften, Norwegen)
SEV Verband der griechischen Industrie
Sinf Schwedischer Industrieverband (Svensk Industriförening)
SN Dachverband schwedischer Unternehmen (Svenskt Näringsliv)
SY Verband finnischer Unternehmen (Suomen Yrittäjät)
TT Finnischer Industrie- und Arbeitgeberdachverband (Teollisuus ja Työnantajat)
UEL Union luxemburgischer Unternehmen (Union des entreprises luxembourgeoises)
Unci Nationale Union italienischer Genossenschaften (Unione Nazionale Cooperative Italiane)
UPA Arbeitgeberverband des Handwerks (Union professionnelle artisanale) (Frankreich)
VNO-NCW Niederländischer Industrie- und Arbeitgeberverband (Vereniging van Nederlandse Ondernemers-Nederlands Christelijke Werksgeversverbond)
VOSZ Nationaler Unternehmer- und Arbeitgeberverband (Vállalkozók és Munkáltatók Országos Szövetsége) (Ungarn)
WKÖ Wirtschaftskammer Österreich
ZDODS Slowenischer Arbeitgeberverband des Handwerks (Zdruzenje delodajalcev obrtnih dejavnosti Slovenije)
ZDS Slowenischer Arbeitgeberverband (Združenje delodajalcev Slovenije)
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