Arbeitszeit

15 April 2019

Als Arbeitszeit gilt jede Zeitspanne, während der ein Arbeitnehmer gemäß den nationalen Rechtsvorschriften und/oder Gepflogenheiten arbeitet, dem Arbeitgeber zur Verfügung steht und seine Tätigkeit ausübt oder Aufgaben wahrnimmt. Die Arbeitsstunden sind für Arbeitnehmer in verschiedenen Beschäftigungen oder Lebensphasen unterschiedlich, und das Geschlecht ist bei der Bestimmung dieser Unterschiede besonders wichtig.

Die Arbeitszeit ist ein zentrales Element des Arbeitslebens, und ihre Regulierung steht im Zentrum politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Diskussionen sowohl auf EU-Ebene als auch auf nationaler Ebene. Zum Schutz der Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer enthält die EU-Arbeitszeitrichtlinie Mindeststandards für die Arbeitsstunden, die alle Mitgliedstaaten für alle Arbeitnehmer in der EU garantieren müssen. Dazu gehören Standards für die wöchentliche Höchstarbeitszeit (48 Stunden), Mindestruhezeiten und -pausen, Jahresurlaub, Nacht- und Schichtarbeit.

Tätigkeiten von Eurofound

Seit vielen Jahren erfasst Eurofound Informationen zu verschiedenen Aspekten der Arbeitszeit und ihren Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen und die Lebensqualität der Männer und Frauen in der EU. Mit den Studien zur Arbeitszeit will Eurofound zu einem besseren Verständnis zur Arbeitszeitgestaltung beitragen und ermitteln, wie sich diese auf Aspekte wie Beschäftigung, Produktivität, Wohlbefinden und Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben auswirkt. Daten zur tarifvertraglich vereinbarten Arbeitszeit und zur Rolle der Sozialpartner werden regelmäßig veröffentlicht und seit Kurzem auch unter dem Aspekt der Langfristigkeit analysiert. Die Forschung zur Arbeitszeit von Männern und Frauen zeigt, dass Männer wesentlich häufiger länger arbeiten und Frauen mehr Zeit für unbezahlte Hausarbeit aufwenden.

Arbeitszeitregelung und -gestaltung

Die Arbeitszeitregelung spielt eine wichtige Rolle für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und eine höhere Erwerbsbeteiligung. In einem schnelllebigen wirtschaftlichen Umfeld müssen Unternehmen und Arbeitnehmer flexibel sein. Eurofound hat den Zusammenhang zwischen Arbeitszeit und Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben über den Lebenszeitraum untersucht.

In der Forschung wurden die verschiedenen Aspekte der Arbeitszeitgestaltung und die Auswirkungen auf die Produktivität und Arbeitsbedingungen betrachtet. Da sich die Gestaltung der Arbeitszeit im Wandel befindet, untersuchte Eurofound kürzlich gemeinsam mit der Internationalen Arbeitsorganisation die Auswirkungen von Telearbeit und IKT-gestützter mobiler Arbeit auf die Arbeitszeit von Personen mit entsprechenden Arbeitsregelungen.

In einer neueren Studie wurde die Entwicklung von Aspekten der tarifvertraglich vereinbarten Arbeitszeit in der EU zu Beginn des 21. Jahrhunderts aus langfristiger Perspektive untersucht. Das Hauptaugenmerk lag auf fünf Sektoren: Chemieindustrie, Metallindustrie, Bankenbranche, Einzelhandel und öffentliche Verwaltung. Im Bericht werden die institutionellen Rahmenbedingungen beschrieben und Änderungen bei den vereinbarten Arbeitszeiten und üblichen Arbeitsstunden im Zeitraum zwischen 1999 und 2014 bewertet.

Arbeitszeit in der Auswertung der Erhebungen

Drei bedeutende Eurofound-Erhebungen geben Aufschluss über Fragen der Arbeitszeit.

Die Europäische Erhebung über die Arbeitsbedingungen (EWCS) untersucht die Arbeitszeit aus verschiedenen Blickwinkeln. In der sechsten Europäischen Erhebung über die Arbeitsbedingungen (2015) bildete die Arbeitszeitqualität einen von sieben Indizes zur Arbeitsplatzqualität. Mit diesem Index wurden die Häufigkeit langer Arbeitszeiten, der Spielraum für Ruhepausen, die Häufigkeit atypischer Arbeitszeiten, Arbeitszeitregelungen und die Flexibilität sowie die Auswirkungen dieser Aspekte auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Arbeitnehmer erfasst. Die Ergebnisse zeigen, dass 43 % der Arbeitnehmer sehr regelmäßige Arbeitszeiten haben.

Kürzlich untersuchte Eurofound anhand der Daten aus der sechsten EWCS die Arbeitszeitmuster für nachhaltige Arbeit. In der Analyse werden die Verbindungen zwischen Arbeitszeitmustern, Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und Arbeitszeitpräferenzen einerseits sowie der Gesundheit und dem Wohlbefinden der Arbeitnehmer andererseits untersucht. Außerdem wird bewertet, wie nachhaltig die derzeitigen Arbeitsbedingungen und Arbeitszeitmuster in der Zukunft sind.

Die Europäische Erhebung zur Lebensqualität (EQLS) betrachtet die Arbeitszeitregelungen für bezahlte und unbezahlte Arbeit und ihre Auswirkungen auf die Zufriedenheit mit der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.

Die Arbeitszeitregelungen können sich nicht nur erheblich auf die Effizienz, Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen auswirken, sondern auch auf die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Motivation der Arbeitnehmer. Im Rahmen der Europäischen Unternehmenserhebung (ECS) hat Eurofound auch Themen rund um die Arbeitszeit und Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben umfassend untersucht. Dabei wurden die Häufigkeit flexibler Arbeitszeitregelungen und Arbeitszeitkonten, Teilzeitarbeit, Überstunden und atypische Arbeitszeiten, Elternurlaub und andere langfristige Beurlaubungen, Altersteilzeit und Vorruhestand sowie besondere Maßnahmen zur Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben in Unternehmen analysiert.

Beiträge: Aktueller EurWORK-Bericht zur Sonntagsarbeit in Europa

23. September 2016 – Die EU-Mitgliedstaaten haben Gesetze zur Regelung der Öffnungszeiten für Geschäfte und Unternehmen an Sonntagen verabschiedet. In einigen Mitgliedstaaten wurden auch neue Rechtsvorschriften zur Einschränkung der Öffnungszeiten erlassen. Der Europäischen Erhebung über die Arbeitsbedingungen zufolge ist der Anteil der Arbeitnehmer, die an Sonntagen arbeiten, im Zeitraum zwischen 2010 und 2015 gestiegen, was dafür spricht, dass sich verkaufsoffene Sonntage immer mehr durchsetzen.
What's happening with Sunday work in Europe (Zukunft der Sonntagsarbeit in Europa)

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