Wachstum ohne Resilienz: Europas verborgene soziale Spaltung
Makroökonomische Indikatoren deuten auf einen Kontinent hin, der sich erholt. Die Inflation liegt nahe am Ziel von 2 %, und die Arbeitsmärkte in der gesamten Europäischen Union bleiben bemerkenswert widerstandsfähig. Doch die Ergebnisse der Living and Working in Europe E-Umfrage 2025 zeigen einen tiefgreifenden Widerspruch. In der Welt der aggregierten Daten scheint der Sturm vorüber gewesen zu sein; In der gelebten Realität von Millionen ist die Genesung noch nicht eingetroffen.
Diese Divergenz wirft Fragen zum Gesellschaftsvertrag auf. Nach einem halben Jahrzehnt kumulativer Schocks – einer globalen Pandemie, der Rückkehr des Krieges auf den Kontinent und einer harten Lebenshaltungskostenkrise – hat sich bei den Befragten ein chronischer Stress ausgebreitet. Dies ist keine akute Reaktion mehr auf eine vorübergehende Krise; Es ist eine allmähliche Erosion finanzieller Resilienz und institutionelles Vertrauen, die eine Verlagerung der Perspektive von den Schlagzeilenzahlen auf Haushaltsebene erfordert.
Eszter Sándor
Senior research managerEszter Sandor ist Senior Research Manager im Referat Sozialpolitik bei Eurofound. Sie verfügt über Expertise in der Erhebungsmethodik und statistischen Analyse, hat an der Vorbereitung und dem Management der Europäischen Erhebung zur Lebensqualität und zuletzt an der E-Erhebung Leben, Arbeiten und COVID-19 gearbeitet und ist für die Qualität der Datensätze verantwortlich. Ihre Forschungsgebiete sind das Wohlbefinden von Jugendlichen und die Lebensqualität in Haushalten und Familien, einschließlich subjektivem Wohlbefinden, Work-Life-Balance und Lebensbedingungen. Zuvor war sie als Wirtschaftsberaterin in Schottland tätig, wo sie sich auf wirtschaftliche Folgenabschätzungen, Evaluierungen und Input-Output-Analysen konzentrierte. Sie hat einen Master-Abschluss in Volkswirtschaftslehre und Internationalen Beziehungen von der Corvinus-Universität Budapest.