Gleichstellung der Geschlechter

08 February 2019

Die Gleichbehandlung von Frauen und Männern ist seit jeher ein wesentlicher Grundsatz der Europäischen Union. 1957 wurde der Grundsatz des gleichen Entgelts für gleiche Arbeit im Vertrag von Rom verankert. Seither wird der Grundsatz von europäischen Organen regelmäßig bekräftigt und als Grundwert der EU gefördert.

Dieser Grundsatz wurde 1976 in der Richtlinie zur Gleichbehandlung von Männern und Frauen nochmals betont. Da immer mehr Frauen in den Arbeitsmarkt eintreten, bekräftigen die EU und die Mitgliedstaaten ihre Verpflichtung, die Gleichstellung der Geschlechter zu fördern, die Ausbildung von Frauen voranzubringen und sich für eine Verringerung der geschlechtsspezifischen Unterschiede bei der Entlohnung und Beschäftigung einzusetzen. Mit Blick auf die Zukunft dient das „Strategische Engagement für die Gleichstellung der Geschlechter (2016-2019)“ der Europäischen Kommission als Referenzrahmen, der die Notwendigkeit unterstreicht, die Anstrengungen auf allen Ebenen der politischen Entscheidungsfindung zur Verbesserung der Gleichstellung der Geschlechter zu verstärken. Außerdem wird dadurch der Europäische Pakt für die Gleichstellung der Geschlechter (2011–2020) unterstützt. 

Tätigkeiten von Eurofound

Die Einbeziehung des Geschlechteraspekts ist ein fester Bestandteil der Forschungsarbeit von Eurofound in den Bereichen Arbeitsbedingungen, Arbeitsbeziehungen, Wandel der Arbeitsmärkte, Lebensqualität und öffentliche Dienstleistungen. Themen wie Löhne und Gehälter, Betreuung, Erwerbsbeteiligung, Beurlaubungen, Qualifikationen und berufliche Bildung, Arbeitsorganisation, Arbeitszeit und Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben werden in den verschiedenen Teilbereichen der Arbeit von Eurofound, in seinen gesamteuropäischen Erhebungen und in den regelmäßigen Berichten auf nationaler Ebene aus der Geschlechterperspektive behandelt.

Wichtige Beiträge

In einem neueren Bericht von Eurofound zu den Arbeitszeitmustern für nachhaltige Arbeit werden die Verbindungen zwischen Arbeitszeitmustern, Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und Arbeitszeitpräferenzen einerseits sowie der Gesundheit und dem Wohlbefinden der Arbeitnehmer andererseits aus der Geschlechterperspektive und über den Lebenszeitraum untersucht.

Eurofound hat in einer Studie die Muster von sozialer Mobilität in der EU untersucht und die Hindernisse für Chancengleichheit und Strategien zu deren Förderung analysiert. In der Studie werden die Muster der sozialen Mobilität bei Männern und Frauen getrennt analysiert und die immer wichtigeren geschlechtsspezifischen Muster der sozialen Mobilität in den verschiedenen Ländern herausgestellt.  

In einer früheren Studie zu den geschlechtsspezifischen Beschäftigungsunterschieden werden die Merkmale und Folgen von geschlechtsspezifischen Unterschieden bei der Beteiligung am Arbeitsmarkt und Möglichkeiten zur Verringerung dieser Unterschiede untersucht.

Im Blickpunkt: Geschlechtsspezifische Beschäftigungsunterschiede: Herausforderungen und Lösungen

11. Oktober 2016 – Die Erwerbsbeteiligung von Frauen in der Europäischen Union ist in den letzten Jahrzehnten gestiegen und lag im Jahr 2014 bei über 70 %. Dennoch sind in fast allen Mitgliedstaaten die Erwerbs- und Beschäftigungsquoten von Frauen weiterhin niedriger als die von Männern. In diesem Bericht werden die zentralen Merkmale und Folgen von geschlechtsspezifischen Unterschieden bei der Beteiligung am Arbeitsmarkt untersucht. Es wird festgestellt, dass sich die Gesamtkosten einer niedrigeren Beschäftigungsquote von Frauen im Jahr 2013 auf 370 Mrd. EUR beliefen, was 2,8 % des BIP der EU entspricht. Darüber hinaus werden in dem Bericht politische Strategien und Maßnahmen untersucht, die auf eine Förderung der Erwerbsbeteiligung von Frauen abzielen und für eine Verringerung der geschlechtsspezifischen Unterschiede von zentraler Bedeutung sein können.
Geschlechtsspezifische Beschäftigungsunterschiede: Herausforderungen und Lösungen

Die zunehmende Teilnahme von Frauen am Arbeitsmarkt führt zu einer veränderten Vorgehensweise der europäischen Organisationen der Sozialpartner in geschlechtsspezifischen Fragen. In der Forschung wurde auch die Rolle der EU-Sozialpartner bei der Förderung der Gleichstellung der Geschlechter in der EU beleuchtet.

Der Europäische Jobmonitor (EJM) analysiert die Trennung in der Berufswelt nach Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern und bei den Löhnen. Außerdem informiert Eurofound über die Europäische Beobachtungsstelle für das Arbeitsleben regelmäßig über die Gleichstellung der Geschlechter in den Bereichen Lohn und Arbeitszeit in der EU sowie im Rahmen der regelmäßigen Berichte auf nationaler Ebene.

Erhebungsdaten

Mit der Europäischen Erhebung über die Arbeitsbedingungen (EWCS) will Eurofound ein breites Bild von der Situation von Männern und Frauen am Arbeitsplatz in Europa vermitteln. In neueren Fragebögen gilt Gender-Mainstreaming als ein wichtiges Thema. Die Erhebung beleuchtet verschiedene Themen, Unterschiede in den Berufen, Branchen, Arbeitszeiten und bei der Bezahlung, die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie Gesundheit und Wohlbefinden. Die sechste im Jahr 2015 durchgeführte EWCS zeigt die Ungleichheiten und Unterschiede in den Bereichen Geschlecht, Erwerbsstatus und Berufsfeld.

Die Europäische Erhebung über die Lebensqualität (EQLS) betrachtet ebenfalls die Geschlechterdimension im Zusammenhang mit Themen wie Beschäftigung, Einkommen, Bildung, familiäre und Betreuungspflichten, Gesundheit sowie Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.

Die Europäische Unternehmenserhebung (ECS) enthält Informationen über das Gleichgewicht der Geschlechter in Bezug auf die Strategien und Verfahren am Arbeitsplatz in ganz Europa, einschließlich Arbeitszeit und Inanspruchnahme von Beurlaubungen.

Gleichstellungsindex

Eurofound arbeitet mit dem Europäischen Institut für Gleichstellungsfragen (EIGE) bei geschlechterbezogenen Themen zusammen, und die Daten aus den EWCS und EQLS fließen in den EIGE-Gleichstellungsindex ein.

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