Erhebungen

Als Beitrag zur Planung und Verwirklichung besserer Lebens- und Arbeitsbedingungen hat Eurofound drei regelmäßig wiederholte gesamteuropäische Erhebungen konzipiert. Die Erhebungen bieten hervorragende Vergleichsdaten über die Qualität der Lebens- und Arbeitsbedingungen in der gesamten EU. Durch die eingehende Analyse der Erhebungsdaten kann Eurofound neue und sich abzeichnende Tendenzen ermitteln und genauere Einblicke in Themenbereiche gewinnen, die für die europäische Politik von zentraler Bedeutung sind. Die Ergebnisse bieten politischen Entscheidungsträgern eine solide Grundlage, anhand derer sie Verbesserungsmöglichkeiten ermitteln und vorausschauende Ansätze entwickeln können. Die Erhebungen stellen eine Schlüsselkomponente im Rahmen des Auftrags von Eurofound dar, auf nationaler und EU-Ebene hochwertige Informationen und Beratungsdienste für politische Entscheidungsträger, Sozialpartner, Wissenschaftler und Bürger bereitzustellen.

Europäische Unternehmenserhebung (ECS)

Themen: Die Europäische Unternehmenserhebung (ECS) bietet einen Überblick über die Praktiken am Arbeitsplatz und zeigt die ihnen zugrunde liegenden Verhandlungen in europäischen Betrieben auf. Sie basiert auf den Meinungen von Führungskräften und Arbeitnehmervertretern.

Häufigkeit: alle vier Jahre, seit 2004-2005.

Erste Erhebung: 2004–2005, unter der Bezeichnung European Survey on Working Time and Work-Life Balance (ESWT, Erhebung über die Arbeitszeit und Vereinbarkeit von Arbeits- und Privatleben). Sie umfasste 21 Länder, darunter die 15 „alten“ EU-Mitgliedstaaten sowie sechs neue Mitgliedstaaten: Lettland, Polen, Slowenien, die Tschechische Republik, Ungarn und Zypern.

Zweite Erhebung: 2009, unter der neuen Bezeichnung Europäische Unternehmenserhebung mit besonderem Schwerpunkt auf Flexibilitätsstrategien und Qualität des sozialen Dialogs. Sie erstreckte sich auf 30 Länder, darunter die 27 EU-Mitgliedstaaten, Kroatien, die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien und die Türkei.

Dritte Erhebung: 2013, Veröffentlichung des dritten Übersichtsberichts über die ECS im März 2015, wobei der Schwerpunkt auf Arbeitsplatzorganisation, Innovation, Mitarbeiterbeteiligung und sozialem Dialog lag. Sie erstreckte sich auf 32 Länder, darunter die 27 EU-Mitgliedstaaten, Kroatien, die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Island, Montenegro und die Türkei. Die Sekundäranalyse ist noch nicht abgeschlossen.

Datenexplorer: interaktives Tool zur Datenvisualisierung für die ECS

Nächste Erhebung: Die Feldforschungsarbeiten zur vierten ECS beginnen im Jahr 2019 in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Zentrum für die Förderung der Berufsbildung (Cedefop).

Europäische Erhebung zur Lebensqualität (EQLS)

Themen: Die Europäische Erhebung zur Lebensqualität (EQLS) vermittelt ein umfassendes Bild der Lebensbedingungen in den europäischen Ländern. Sie umfasst ein breites Spektrum von objektiven und subjektiven Indikatoren zu verschiedenen Dimensionen der Lebensqualität. Angesichts des in jüngster Zeit ausgeprägten Interesses an der Lebensqualität europäischer Bürger gewinnt die EQLS im Rahmen des Beitrags von Eurofound zur politischen und akademischen Debatte zunehmend an Bedeutung.

Häufigkeit: alle vier bis fünf Jahre, seit 2003.

Erste Erhebung: 2003, erstreckte sich auf 28 Länder, einschließlich der 25 EU-Mitgliedstaaten und der drei Kandidatenländer Bulgarien, Rumänien und der Türkei.

Zweite Erhebung: 2007, erstreckte sich auf 31 Länder, einschließlich der 27 EU-Mitgliedstaaten und der Kandidatenländer Kroatien, ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien und Türkei.

Dritte Erhebung: 2011, erstreckte sich auf 34 Länder, einschließlich der 27 EU-Mitgliedstaaten und 7 Kandidaten- oder Heranführungsländer: Island, Kosovo, Kroatien, ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Montenegro, Serbien und Türkei.

Vierte Erhebung: 2016, mit besonderem Schwerpunkt auf der Qualität der öffentlichen Dienstleistungen. Erstreckte sich auf 33 Länder, einschließlich der 28 EU-Mitgliedstaaten und der fünf Kandidatenländer Albanien, ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Montenegro, Serbien und der Türkei.

Datenexplorer: Sie können EU- und Länderdaten zur Lebensqualität, zur Qualität der Gesellschaft und zur Qualität öffentlicher Dienstleistungen in unserem interaktiven Tool zur Datenvisualisierung für die EQLS visualisieren, untersuchen und vergleichen.

Als Nächstes: vollständige Veröffentlichung der Daten aus dem Jahr 2016 im Februar/März 2018.

Europäische Erhebung über die Arbeitsbedingungen (EWCS)

Themen: Die Europäische Erhebung über die Arbeitsbedingungen (EWCS) ist die älteste Erhebung und hat sich als Quelle für Informationen über die Arbeitsbedingungen sowie die Qualität von Arbeit und Beschäftigung etabliert. Die seit 1990 durchgeführten Erhebungsrunden ermöglichen die Beobachtung langfristiger Entwicklungen bei den Arbeitsbedingungen in Europa. Zu den abgedeckten Themen zählen Beschäftigungsstatus, Regelungen zur Arbeitszeit, Arbeitsorganisation, Aus- und Weiterbildung, physische und psychosoziale Risikofaktoren, Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, Mitarbeiterbeteiligung, Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, Verdienst und finanzielle Sicherheit sowie Arbeit und Gesundheit.

Häufigkeit: alle fünf Jahre.

Erste Erhebung: 1990–1991, erstreckte sich auf die zwölf Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft: Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Portugal, Spanien und Vereinigtes Königreich.

Zweite Erhebung: 1995–1996, erstreckte sich auf die 15 Mitgliedstaaten der Europäischen Union: Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Portugal, Spanien, das Vereinigte Königreich sowie die neuen Mitgliedstaaten Finnland, Österreich und Schweden.

Dritte Erhebung: 2000, erstreckte sich in einer ersten Phase auf die 15 EU-Mitgliedstaaten und Norwegen, wobei die Erhebung auf die 12 „neuen“ Mitgliedstaaten im Jahr 2001 und die Türkei im Jahr 2002 in einer zweiten Phase erweitert wurde.

Vierte Erhebung: 2005, umfasste die 27 EU-Mitgliedstaaten, Kroatien, Norwegen und die Schweiz.

Fünfte Erhebung: 2010, umfasste die 27 EU-Mitgliedstaaten, Kroatien, Albanien, die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Kosovo, Montenegro, die Türkei und Norwegen.

Sechste Erhebung: 2015, Veröffentlichung des sechsten Übersichtsberichts zur EWCS im November 2016, die sich auf die 28 EU-Mitgliedstaaten, Albanien, die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Montenegro, Serbien, die Türkei sowie Norwegen und die Schweiz erstreckte.

Datenexplorer: interaktives Tool zur Datenvisualisierung für die EWCS

Nächste Erhebung: Die Feldforschungsarbeiten zur siebten EWCS erfolgen im Jahr 2020.