Sozialpartner
'Sozialpartner' ist ein Begriff, der in Europa allgemein verwendet wird, um Vertreter von Management und Arbeitnehmern (Arbeitgeberorganisationen und Gewerkschaften) und in manchen Kontexten auch öffentliche Behörden zu bezeichnen, die sozialen Dialog führen. Der Begriff 'Europäische Sozialpartner' bezieht sich speziell auf jene Organisationen auf EU-Ebene, die am europäischen Sozialdialog teilnehmen, wie in den Artikeln 154 und 155 des Vertrags über die Funktionsweise der Europäischen Union (VUF) vorgesehen ist. Die Sozialpartner spielen eine Schlüsselrolle bei der Steuerung des Arbeitsverhältnisses und sind Schlüsselakteure in Arbeitsbeziehungssystemen. In den meisten EU-Mitgliedstaaten prägen sie Arbeitsbedingungen und Einfluss auf die Sozialpolitik, sei es durch Tarifverhandlungen oder dreimächteigen sozialen Dialog. Sie sind miteinander verbundene Teile eines mehrstufigen Governance-Systems, das die europäische, nationale, sektorielle, regionale (provinziale oder lokale), Unternehmens- und Betriebsebene umfasst.
Nachfolgend finden Sie die neuesten Inhalte zu diesem Thema.
Repräsentativität der europäischen Sozialpartnerorganisationen: Eisenbahnsektor
Diese Studie liefert Informationen, die eine Bewertung der Repräsentativität der Akteure im europäischen sektoralen sozialen Dialogkomitee für den Eisenbahnsektor ermöglichen.Ein Platz am Tisch, aber wer entscheidet? Sozialpartner in der Verwaltung öffentlicher Beschäftigungs- und Sozialversicherungsinstitutionen
Dieser Artikel untersucht die Beteiligung von Gewerkschaften und Arbeitgeberorganisationen an der Verwaltung öffentlicher Arbeitsdienste und Sozialversicherungsinstitutionen in den 27 EU-Mitgliedstaaten und Norwegen und berichtet über ihren Einfluss – falls vorhanden – auf diese Institutionen.Representativeness of the European social partner organisations: Commerce sector – 2026
This study provides information allowing for an assessment of the representativeness of the actors involved in the European sectoral social dialogue committee for the commerce sector.Eurofound untersucht und berichtet über Entwicklungen der Sozialpartner, und die Forschung untersucht, wie sie in den EU-Mitgliedstaaten und in Norwegen auf die vielen neuen politischen, rechtlichen und sozialen Herausforderungen reagiert haben, die in den letzten Jahren entstanden sind.
Der EUV erkennt die Rolle der Sozialpartner auf EU-Ebene an und dokumentiert das Engagement der EU, den Dialog zwischen den Sozialpartnern unter Achtung ihrer Autonomie zu erleichtern. Diese Anerkennung zeigt sich in der Einführung der mehrjährlichen Arbeitsprogramme der Sozialpartner. In diesen Programmen legen die Sozialpartner selbst ihre Prioritäten und Verhandlungsagenda fest und entscheiden über die geeigneten Instrumente für den sozialen Dialog.
Im Laufe der Jahre wurde die Rolle der Sozialpartner auf EU-Ebene durch die europäischen Institutionen verstärkt. Dies spiegelt sich beispielsweise in der Einrichtung eines jährlichen tripartiten Sozialgipfels zwischen dem Europäischen Rat, der Europäischen Kommission und den Sozialpartnern wider, der es letzteren ermöglicht, im Rahmen ihres sozialen Dialogs zu den verschiedenen Komponenten der wirtschaftlichen und sozialen Governance der EU beizutragen. Die wichtigsten branchenübergreifenden Organisationen, die die Sozialpartner auf EU-Ebene vertreten, sind:
die Europäische Gewerkschaftskonföderation (EGB)
die Konföderation der Europäischen Wirtschaft (BusinessEurope)
der Verband der Handwerks- und KMU-Unternehmen in Europa (SMEunited, ehemals UEAPME)
das Europäische Zentrum für Arbeitgeber und Unternehmen, das öffentliche Dienstleistungen und Dienstleistungen von allgemeinem Interesse erbringt (CEEP)
Die Sozialpartner spielen eine herausragende Rolle bei der Gestaltung der EU-Sozialgesetzgebung. Die Kommission muss die Sozialpartner konsultieren, bevor sie Vorschläge im Bereich der Sozialpolitik im Rahmen eines verpflichtenden zweistufigen Konsultationsverfahrens (Artilce 154 AEUV) einreicht. Darüber hinaus können die Sozialpartner Vereinbarungen aushandeln, die entweder autonom nach nationalen Praktiken umgesetzt werden können oder auf deren Wunsch auf EU-Ebene durch einen Ratsbeschluss (Artikel 155 AEUV) umgesetzt werden können. Insofern haben auf EU-Ebene umgesetzte Sozialpartnervereinbarungen eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung des EU-Sozialrechts gespielt.
Darüber hinaus betrachten die europäischen institutionellen Gremien die beiden Seiten der Industrie als Schlüssel zur Entwicklung des Europäischen Semesters, des Zyklus der wirtschaftlichen und fiskalpolitischen Koordinierung innerhalb der EU. Obwohl die Rolle der Sozialpartner im Semester nicht klar im gesetzlichen Rahmen festgelegt ist, wurde ihre Beteiligung in der Verordnung 1175/2011 zur Überwachung der Haushaltspositionen sowie zur Überwachung und Koordinierung der Wirtschaftspolitik anerkannt und gestärkt. Das überarbeitete Europäische Semester, das 2015 begonnen wurde, ermöglicht mehr Zeit für den Dialog und eine stärkere Einbindung der Sozialpartner auf allen Ebenen. Im März 2025 unterzeichneten die Kommission und die branchenübergreifenden Sozialpartner einen gemeinsamen Pakt zur Stärkung des europäischen sozialen Dialogs. Dieser baut auf der Erklärung der Sozialpartner-Erklärung von Val Duchesse 2024 auf.
Europäische Kommission: Kommission und Sozialpartner unterzeichnen einen gemeinsamen Pakt zur Stärkung des sozialen Dialogs in Europaopens in new tab
Europäische Kommission: Das Europäische Semesteropens in new tab
Europäische Kommission: Konsultationen der Sozialpartneropens in new tab
BusinessEurope: Europäischer sozialer Dialog – Arbeitsprogramm 2022–2024opens in new tab
Dies ist eine Auswahl der wichtigsten Ergebnisse für dieses Thema.
31 March 2025
National-level social governance of the European Semester and the Recovery and Resilience Facility
The Recovery and Resilience Facility (RRF) is integrated into the European Semester framework for economic and social policy coordination. It is the cornerstone of the NextGenerationEU package and provides funds to Member States for the implementation of the reforms and investments in their recovery and resilience plans until the end of 2026.
This report looks at the extent and quality of social partner involvement in the European Semester and in the RRF. It examines the question of how the social partners have been involved in the design and implementation of national recovery and resilience plans and how satisfied they have been with this involvement. It also aims to identify general trends in the implementation of the national plans, with a particular focus on measures in the social policy field. The involvement of the social partners came to the fore with the adoption of a new economic governance framework in April 2024, which introduced national medium-term fiscal-structural plans on which the social partners need to be consulted.
19 July 2023
Supporting regions in the just transition: Role of social partners
This report investigates the involvement of social partners in the just transition to a climate-neutral economy, with a particular focus on the territorial just transition plans. These plans aim to support the regions most negatively affected by the just transition by assisting workers to retrain, relocate and find other jobs, and also support industries that need to phase out fossil fuels or other greenhouse gas-intensive activities. The role and input of the social partners in these plans and their views on the just transition are explored. An analysis of social dialogue practices and examples of collective agreements shows the range of topics covered by the social partners. The report also investigates the role of the energy crisis in the just transition and how it has contributed to delays in the implementation of territorial just transition plans in certain Member States.
10 December 2021
Social partners going digital: Using digital tools and adapting social dialogue processes
Digital transformation is changing the world of work. This report looks at how social partners – the actors involved in the regulation of employment relationships – are increasingly adopting technological solutions to improve the services that they provide to their members and facilitate collective bargaining processes. Technological tools offer social partners the opportunity to enhance consultation, engage with their members through digitised processes, improve services and increase networking activities, as well as addressing the issue of membership decline. The findings of this report show that the extent to which the social partners use digital technologies varies greatly across the EU Member States, Norway and the United Kingdom. Provisions in collective agreements on several aspects of digitalisation have been identified in about half of the countries. Through these provisions, social partners encourage their members to boost training on digital skills, ensure fair and safe working conditions and take account of data protection and employee monitoring practices. The European social partners’ autonomous framework agreement on digitalisation has provided inspiration to national-level organisations, and follow-up actions in this regard have the potential to greatly benefit their members.
9 March 2021
Involvement of social partners in policymaking during the COVID-19 outbreak
Since 2016, Eurofound has closely monitored the involvement of national social partners in policymaking as part of the European Semester cycle. In 2020, the focus was on their involvement during the first months of the COVID-19 outbreak. While the pandemic has presented a huge challenge to social dialogue, the results of the analysis highlight how social dialogue can be an effective tool in shaping policy initiatives and finding solutions to emergency situations affecting businesses, workers, the economy and society. It is clear that the participation of social partners in the design and implementation of national recovery and resilience plans in 2021 will be key in the recovery process and for strengthening social dialogue going forward.
30 August 2020
Role of social partners in tackling discrimination at work
This report assesses the role of the social partners in tackling workplace discrimination. Against the background of EU and national anti-discrimination legislation, it highlights the extent to which the need to tackle discrimination on different grounds is on the radar of cross-sectoral social partners. It also provides an overview of the measures taken to deal with the persistent incidence of discrimination on the grounds of age, disability, race or ethnic origin, religion or belief, and sexual orientation or gender identity.
24 June 2020
COVID-19: Policy responses across Europe
The effect of the COVID-19 pandemic on the lives of individuals and societies, including on the economy and labour markets, is unprecedented. The impact of the global health emergency has placed a growing number of businesses under threat, putting the jobs of more and more workers at risk and impacting the livelihoods of many citizens. Policymakers moved swiftly in an effort to mitigate the social and economic effects on businesses, workers and citizens. Eurofound’s COVID-19 EU PolicyWatch database provides information on initiatives introduced to cushion these effects. Drawing on the content of this database of around 500 policy initiatives (April 2020), this report aims to present an overview of both large-scale government measures and collective agreements that impact on large groups of workers, setting this in the context of the evolving labour market situation.
Data: COVID-19 EU PolicyWatch
10 September 2020
Capacity building for effective social dialogue in the European Union
The aim of this report is to add to the discussion on how Eurofound can contribute to supporting capacity building of social partners for effective social dialogue. The report includes a review by Eurofound aimed at identifying the capacity-building needs and initiatives of social partners in relation to national frameworks for autonomous collective bargaining, involvement in European social dialogue and the European Semester, and the development of membership and services for members. It also includes the results from stakeholder consultations and two exchange seminars held in 2019, along with a set of policy pointers for further discussion.
6 December 2019
European sectoral social dialogue: Facts and figures
European sectoral social dialogue plays an important role in promoting dialogue between the social partners in industrial sectors at European level. There are currently 43 European sectoral social dialogue committees that bring together the social partners from the EU Member States – representatives of trade unions and employer organisations – to engage in dialogue on behalf of specific sectors. This research report provides facts and figures on sectoral diversity, social partner organisations, and representativeness at EU, Member State and sectoral levels.
Die Forschenden von Eurofound bringen ihr Fachwissen ein und stehen für Fragen und Medienanfragen zur Verfügung.
Angelina Atanasova
Research support officerAngelina Atanasova ist Forschungsbeauftragte in der Working Life Unit bei Eurofound. Zu ihren aktuellen Forschungsthemen zählen sozialer Dialog und Arbeitsbeziehungen sowie Behindertenrechte und die Inklusion von Menschen mit Behinderungen auf dem Arbeitsmarkt. Vor ihrem Eintritt bei Eurofound im Jahr 2024 arbeitete sie ein Jahrzehnt lang an Politikforschung in Brüssel, als Wissenschaftlerin am European Social Observatory, als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der juristischen Fakultät der KU Leuven und als Politikberaterin zu Gleichberechtigung und Antidiskriminierung am Open Society European Policy Institute. Sie hat einen Doktortitel in EU-Recht und Soziologie von der KU Leuven und einen Master in Public Policy von der Central European University. Ihre Hauptforschungsinteressen umfassen Behindertenrechte, Gleichberechtigung, soziale Inklusion und sozialen Dialog.
Victoria Cojocariu
Research officerVictoria Cojocariu ist Forschungsbeauftragte in der Working Life Unit bei Eurofound und arbeitet an sozialem Dialog und Arbeitsbeziehungen. Sie ist maßgekehrt an den Repräsentativitätsstudien beteiligt, die Eurofound zur Unterstützung des europäischen sozialen Dialogs durchführt, sowie an Studien zur Analyse der Rolle von Sozialpartnern auf nationaler und europäischer Ebene und Tarifpraktiken. Ihre Forschungsinteressen umfassen Digitalisierung, Arbeitsorganisation und Arbeitspraktiken. Seit 2025 verwaltet Victoria die EU PolicyWatch-Datenbank. Vor ihrem Eintritt bei Eurofound im Jahr 2019 war Victoria Forscherin am Centre for Public Innovation in Bukarest und der Open Society Foundation Rumänien und beteiligte sich an nationalen und internationalen Forschungsprojekten in den Bereichen Migration, Bildung, Zugang von Drittstaatsangehörigen zum Arbeitsmarkt von Drittstaaten sowie Menschenrechte. Sie besitzt BA- und MA-Abschlüsse in Soziologie.
Mária Sedláková
Research officerMária Sedláková ist Forschungsbeauftragte in der Working Life Unit bei Eurofound mit Schwerpunkt auf vergleichenden Arbeitsbeziehungen, sozialem Dialog und Tarifverhandlungen. Sie verfügt über Fachkenntnisse in der Inhaltsanalyse von Tarifverträgen. Ihre aktuelle Arbeit untersucht die Rolle der Sozialpartner bei der Verwaltung nationaler öffentlicher Arbeitsdienste und Sozialversicherungsinstitutionen sowie die Rolle des sozialen Dialogs bei der Arbeitsmigration. Sie trägt außerdem zur Bewertung der Repräsentativität der sektoralen Sozialpartner auf EU-Ebene bei und moderiert die alle zwei Jahre stattfindenden Tripartite Exchange Seminars. Vor ihrem Eintritt bei Eurofound forschte Mária zu Tarifverhandlungen in der Abteilung für Governance und Tripartismus der Internationalen Arbeitsorganisation in Genf (2020–2022), nachdem sie 2013–2020 am Central European Labour Studies Institute in Bratislava tätig war. Sie hat einen Master in Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Vergleichende Europäische Politik von der Central European University.
Peter Kerckhofs
Senior research managerPeter Kerckhofs ist Senior Research Manager im Referat Arbeitsleben bei Eurofound. Seine Arbeit konzentriert sich auf die Rolle der Sozialpartner im Europäischen Semester sowie auf die nationale Berichterstattung über Entwicklungen in den Arbeitsbeziehungen. Peter verfügt über umfangreiche Erfahrung in der Entwicklung der Methodik für Repräsentativitätsstudien, der Anwendung europäischer und nationaler Repräsentativitätskriterien im spezifischen Kontext verschiedener Sektoren und verfügt über ein fundiertes Wissen über die Landschaft der Arbeitsbeziehungen in verschiedenen Sektoren. Peter hat auch an Projekten im Zusammenhang mit Europäischen Betriebsräten und dem europäischen sektoralen sozialen Dialog gearbeitet. Bevor er zu Eurofound kam, arbeitete er als Forscher für ETUI und UCL, als politischer Sekretär für EMCEF und war wissenschaftlicher Koordinator der PhD School der sozialwissenschaftlichen Fakultät der KU Leuven. Er hat einen Bachelor-Abschluss in Sozialer Arbeit und einen Master-Abschluss in Politikwissenschaft von der KU Leuven und einen in Internationalen Beziehungen von der UCL und einen Doktortitel in Arbeitsbeziehungen von der University of Manchester.
Dieser Abschnitt bietet Zugriff auf alle Inhalte, die zu diesem Thema veröffentlicht wurden.







