Arbeitsbeziehungen und sozialer Dialog

20 Juli 2021

Arbeitsbeziehungen und sozialer Dialog sind einer der sechs wichtigsten Tätigkeitsbereiche im Arbeitsprogramm von Eurofound für den Zeitraum 2021-202Read more

Arbeitsbeziehungen und sozialer Dialog sind einer der sechs wichtigsten Tätigkeitsbereiche im Arbeitsprogramm von Eurofound für den Zeitraum 2021-2024. Eurofound wird auch weiterhin als Kompetenzzentrum für die Überwachung und Analyse von Entwicklungen der Systeme der Arbeitsbeziehungen und des sozialen Dialogs auf nationaler und EU-Ebene tätig sein. Die Agentur wird den Dialog zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern weiterhin unterstützen, auch angesichts der Auswirkungen von COVID-19, und dabei auf das Know-how ihres Netzwerks der Korrespondenten von Eurofound auf nationaler Ebene zurückgreifen.

In den kommenden vier Jahren wird Eurofound wichtige Erkenntnisse zu den Herausforderungen und Aussichten im Bereich Arbeitsbeziehungen und sozialer Dialog in der EU bereitstellen. Aufgrund der langjährigen Erfahrung und des ausgewiesenen Know-hows der Agentur in diesem Bereich untersucht Eurofound die wesentlichen Entwicklungen, die sich auf die Akteure, die Prozesse und die wichtigsten Folgen der Arbeitsbeziehungen auswirken. Die Agentur vergleicht nationale Systeme der Arbeitsbeziehungen, einschließlich des nationalen sozialen Dialogs und Tarifverhandlungen . Auf der Grundlage der 2020 eingerichteten Datenbank COVID-19 EU PolicyWatch wird Eurofound politische Initiativen von Regierungen, Sozialpartnern und anderen Akteuren zur Abfederung der sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise und zur Unterstützung der Bemühungen zur Konjunkturbelebung überwachen. Die regelmäßige Berichterstattung der Agentur über die Entwicklungen in den Bereichen Lohnfindung Mindestlöhne und Arbeitszeit sowie Folgen des Arbeitslebens wird fortgeführt.

Die Fachkompetenz von Eurofound kommt dem Aufbau von Kapazitäten durch die Sozialpartner bei der Einrichtung eines wirksamen Sozialdialogs zugute, und die Agentur fördert die Entwicklung des europäischen sozialen Dialogs, indem sie die Repräsentativität der Sozialpartner organisationen in verschiedenen Wirtschaftszweigen beleuchtet, um beurteilen zu können, ob diese die Voraussetzungen für die Teilnahme an den Ausschüssen für den sozialen Dialog erfüllen.

 

„Wir sind da, um den Dialog zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu unterstützen. Und ich denke, die Daten, die wir zusammentragen, und die Forschung, die wir durchführen, sind wichtig, wenn sie den Akteuren selbst dabei helfen, besser zu arbeiten.... Ein lebendiger sozialer Dialog ist Teil dessen, was man als soziale Marktwirtschaft bezeichnen könnte, d. h. das, was die Europäische Union anstrebt.“

— David Foden, Berater, Arbeitsbeziehungen

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Umsetzung der Prioritäten der Interessenträger

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Mit den Forschungsarbeiten von Eurofound sollen europäische Organe, nationale Behörden und Sozialpartner auf verschiedenen Ebenen dabei unterstützt werden, sich den Herausforderungen zu stellen, mit denen die EU und die einzelnen Mitgliedstaaten in den Bereichen Politikgestaltung, sozialer DialogRead more

Mit den Forschungsarbeiten von Eurofound sollen europäische Organe, nationale Behörden und Sozialpartner auf verschiedenen Ebenen dabei unterstützt werden, sich den Herausforderungen zu stellen, mit denen die EU und die einzelnen Mitgliedstaaten in den Bereichen Politikgestaltung, sozialer Dialog, Tarifverhandlungen und Regulierung von Beschäftigungsverhältnissen konfrontiert sind.

Das Arbeitsprogramm der Agentur ist auf die politischen Leitlinien der Europäischen Kommission für die nächsten vier Jahre abgestimmt, die unmittelbar in eine Reihe von politischen Schwerpunktbereichen einfließen mit dem Ziel, ein starkes soziales Europa zu schaffen. Eurofound wird insbesondere die politischen Initiativen im Rahmen der europäischen Säule sozialer Rechte in Verbindung mit dem sozialen Dialog und der Einbeziehung der Arbeitnehmer unterstützen, vor allem im Zuge der COVID-19-Pandemie. Es werden konkrete Ergebnisse vorliegen, die in die europäische politische Debatte über Mindestlöhne und Lohntransparenz sowie über Arbeitszeit einfließen werden. Eurofound wird in Abstimmung mit der Europäischen Kommission ihre gezielte Arbeit zum europäischen sozialen Dialog über ihre Studienreihe zur Repräsentativität in ausgewählten Branchen fortsetzen.

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Die wichtigsten politischen Erkenntnisse

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Die wichtigsten Ergebnisse der Forschung von Eurofound dienen politischen Entscheidungsträgern als Informationsquelle, um sich mit einigen zentralen Themen in diesem Bereich näher auseinanderzusetzen.

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Die wichtigsten Ergebnisse der Forschung von Eurofound dienen politischen Entscheidungsträgern als Informationsquelle, um sich mit einigen zentralen Themen in diesem Bereich näher auseinanderzusetzen.

  • Durch Tarifverhandlungen spielen die Sozialpartner eine entscheidende Rolle bei der Sicherung einer gerechten Behandlung der europäischen Arbeitnehmer und stabiler und vorhersehbarer Rahmenbedingungen für die Arbeitgeber.
  • Wirksame Tarifverhandlungen stellen sicher, dass sich der Wettbewerb zwischen Unternehmen über einheitliche Regelungen zu Löhnen und Arbeitsbedingungen auf Effizienzsteigerungen anstatt auf die Ausbeutung der Arbeitskraft konzentrieren kann.
  • Die Systeme der Arbeitsbeziehungen sind aufgrund von Veränderungen in der Gesellschaft, auf den Arbeitsmärkten und in der Organisation der Arbeitsabläufe zunehmend gefährdet. Dies stellt die wichtigsten Akteure hinsichtlich ihrer Kapazitäten in den Systemen der Arbeitsbeziehungen in den Mitgliedstaaten vor Herausforderungen.
  • Im Hinblick auf Arbeitsentgelte zeigen die Ergebnisse, dass 7 von 10 Arbeitnehmern im Mindestlohnsektor im EU-Bericht angeben, zumindest einige Schwierigkeiten zu haben, mit ihrem Verdienst auszukommen, verglichen mit weniger als 5 von 10 anderen Arbeitnehmern. Diese Zahlen sind jedoch von Land zu Land sehr unterschiedlich. Vor dem Hintergrund der Pandemie können Mindestlöhne als politisches Instrumentarium eingesetzt werden, um Einkommen – und damit auch die Nachfrage – zu stabilisieren und der Abwärtsspirale in eine Rezession oder Depression entgegenzuwirken.
  • Ein funktionierender europäischer sozialer Dialog hängt von einer starken Anbindung an die nationale Ebene ab, damit die EU-Agenda ihre Bedeutung behält und autonome Vereinbarungen in der EU auf einzelstaatlicher Ebene sinnvoll umgesetzt werden.
  • Aus dem europäischen sozialen Dialog sind zwar mehrere gemeinsame Initiativen erwachsen, allerdings wurden nur wenige Vereinbarungen getroffen. In manchen Wirtschaftszweigen besteht die Sorge, dass die Forderungen der Sozialpartner, Vereinbarungen über europäische Rechtsvorschriften umzusetzen, abgelehnt und bessere Verknüpfungen zwischen der EU- und der nationalen Ebene erforderlich werden.
  • Rückläufige Entwicklungen beim gewerkschaftlichen Organisationsgrad geben in vielen Mitgliedstaaten Anlass zur Sorge. In weniger als einem Drittel der Betriebe (mit mehr als 10 Beschäftigten) in der EU (29 %) ist die eine oder andere Form einer Arbeitnehmervertretung vorhanden. Gesetzliche Anforderungen sind ein entscheidender Antriebsfaktor für das Vorhandensein einer Vertretung.
  • Tarifverhandlungen stehen weiterhin im Mittelpunkt der Systeme der Arbeitsbeziehungen in der EU. Politische Entscheidungsträger sollten die Chance, die die COVID-19-Krise bietet, nutzen, um neue Initiativen zur Förderung, Stärkung und Unterstützung von Tarifverhandlungen auf den Weg zu bringen.
  • Neben den Bemühungen der Sozialpartner setzen ein wirksamer sozialer Dialog und gut funktionierende Arbeitsbeziehungen öffentliche Gelder sowie die Unterstützung der Behörden voraus. Politische Entscheidungsträger sollten neue Formen des Wissenstransfers, der Bereitstellung von Ressourcen oder des Austauschs mit Sozialpartnern auf EU- und nationaler Ebene erkunden.
  • Die Wahrung und Förderung fairer, gut funktionierender und ausgewogener Arbeitsbeziehungen ist entscheidend, um ein integrativ ausgerichtetes und nachhaltiges Wachstum und sozialen Fortschritt in der EU zu gewährleisten. Im Zuge von COVID-19 wird dies auch für politische Entscheidungsträger ein wichtiges Mittel sein, um die soziale und wirtschaftliche Dimension der EU im Sinne der europäischen Säule sozialer Rechte zu integrieren.
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Aktuelle und laufende Forschungsarbeiten

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2021 wird Eurofound seine nationale Berichterstattung über Regelungen und Ergebnisse in den Bereichen Arbeitsbeziehungen, sozialer Dialog und Arbeitsleben fortsetRead more

2021 wird Eurofound seine nationale Berichterstattung über Regelungen und Ergebnisse in den Bereichen Arbeitsbeziehungen, sozialer Dialog und Arbeitsleben fortsetzen. Dies umfasst auch regelmäßig erscheinende Studien zur Repräsentativität, die sich auf verschiedene Wirtschaftszweige erstrecken. 2021 werden ein jährlicher Bericht über Mindestlöhne sowie ein Bericht über Arbeitszeit fertiggestellt. Darüber hinaus werden auch die Entwicklungen bei Tarifverhandlungen nach der gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Krise in Verbindung mit der COVID-19-Pandemie erforscht. Die vom Netzwerk der Korrespondenten von Eurofound zusammengetragenen Daten werden in die aktualisierten Fassungen der Länderprofile zum Arbeitsleben und in die Datenbank über Löhne und Gehälter, Arbeitszeit und Tarifstreitigkeiten einfließen.

Im Zuge eines Pilotprojekts zu einem Anzeiger zu Arbeitskampfmaßnahmen wird Eurofound Daten und Erkenntnisse über Arbeitsstreitigkeiten zusammentragen. Die Aktualisierungen des Europäischen Wörterbuchs der Arbeitsbeziehungen werden fortgeführt. Einer der Forschungsschwerpunkte wird aber auch auf der Rolle der nationalen Sozialpartner im Verfahren des Europäischen Semesters liegen.

Die Analyse der Arbeitsbeziehungen und des sozialen Dialogs gehört auch zu den Tätigkeiten von Eurofound, die sich mit den Auswirkungen des Wandels sowie mit sozialem Zusammenhalt und Konvergenz befassen. Laufende Fortschreibungen auf der Datenbank COVID-19 EU PolicyWatch werden ebenfalls als Ressource für weitere Forschungsarbeiten in anderen Tätigkeitsbereichen genutzt.

Die folgenden Abschnitte bieten Zugang zu einer Reihe von Veröffentlichungen, Daten und laufenden Arbeiten zu diesem Thema.

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  • Publikationen (2344)
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  • Laufende Arbeiten (11)

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